Keine Zeit für Besinnlichkeit

(ra) Die HSG Wetzlar hat sich nicht bescheren können. In der Weihnachtswoche setzte es Niederlagen gegen die Füchse Berlin (19:28) und bei MT Melsungen (24:26), sodass es den Bundesliga-Handballern schwerfallen dürfte, das Fest in bester Stimmung zu begehen. Zumal sich die Zeit der Besinnlichkeit auch nur auf den Heiligabend beschränkt, denn schon am 1. Feiertag steht morgens um 10 Uhr wieder Training auf dem Plan und um 14 Uhr mittags die Abreise zum Auswärtsspiel am 2. Feiertag bei der SG Flensburg/Handewitt (Anpfiff: 15 Uhr / Campushalle) an.

(ra) Die HSG Wetzlar hat sich nicht bescheren können. In der Weihnachtswoche setzte es Niederlagen gegen die Füchse Berlin (19:28) und bei MT Melsungen (24:26), sodass es den Bundesliga-Handballern schwerfallen dürfte, das Fest in bester Stimmung zu begehen. Zumal sich die Zeit der Besinnlichkeit auch nur auf den Heiligabend beschränkt, denn schon am 1. Feiertag steht morgens um 10 Uhr wieder Training auf dem Plan und um 14 Uhr mittags die Abreise zum Auswärtsspiel am 2. Feiertag bei der SG Flensburg/Handewitt (Anpfiff: 15 Uhr / Campushalle) an.

Unabhängig vom neuerlich zu erwartenden Schneechaos haben die Mittelhessen schon vor Wochen vereinbart, die Fahrt an die nun tief verschneite Förde am 1. Weihnachtsfeiertag anzutreten. "Wir trainieren am Vormittag", klärt Co-Trainer Jochen Beppler auf, "fahren gegen 14 Uhr los und beziehen kurz hinter Hamburg Quartier und übernachten dort." Witterungsbedingten Eventualitäten beugt man somit vor, den Handballerischen mit intensivem Videostudium und taktischer Einstellung, "für die auf der langen Busfahrt ja genug Zeit bleibt".

Nicht nur im Hinblick auf die Flensburg-Partie am Sonntag, sondern auch auf den bedeutsamen Jahresabschluss am kommenden Mittwoch in der Rittal-Arena gegen den TV Großwallstadt (20.15 Uhr) muss das Trainergespann Chalepo/Beppler kurzfristig Lösungsmöglichkeiten gegen eine klassische 5:1-Deckung finden, die nicht erst am Mittwoch in Melsungen den Weg zum Erfolg verbaute. Das Pausen-15:10 und die 17:12-Führung noch (!) in der 36. Minute waren schon in der 40. Minute beim 17:17 weggewischt. Mit einer taktischen Maßnahme von Ex-Trainer Michael Roth, mit der man rechnen musste, von der nur der Zeitpunkt unbekannt war.

Gerne erinnert man sich deshalb bei der HSG Wetzlar an die Saisonpremiere gegen die Fördestädter im September. Nicht an das unglückliche 28:29 in eigener Halle, aber an die seinerzeit starke eigene Vorstellung. Kreisläufer Kari Kristjan Kristjansson gab einen tollen Einstand, Daniel Valo überzeugte sowohl als Distanzschütze als auch im Zusammenspiel mit dem bulligen Kreisläufer, und Philipp Müller wuchtete sich auch dort ins Geschehen, wo es wehtat.

Diese Faktoren allein werden aber nicht reichen, um beim Tabellensechsten etwas zu bewegen. Bei der Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes, der inzwischen Per Carlén abgelöst hat, stabilisiert Michael Knudsen nach langer Verletzungspause wieder die Deckung, tritt der Däne Anders Eggert als Siebenmeterschütze erfolgreich in die Fußstapfen eines Lars Christiansen und gehört Linkshänder Oscar Carlén zu den besten Feldtorschützen der Liga.

"Wir hatten uns für die letzten drei Spiele in diesem Jahr Ziele gesetzt. Zunächst wollten wir gegen Ahlen gewinnen - das ist uns gelungen. Mit den zwei Punkten bin ich daher sehr zufrieden", äußerte sich Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes nach Spielende, schaltete mit seinen Akteuren - mit Ausnahme der skandinavischen "Weihnachtsurlauber" - im VIP-Raum noch ein wenig ab, um gegen Mitternacht nach der abendlichen Schneewalze im Norddeutschen mit dem gemeinsamen Auto freischaufeln im Hinblick auf das zweite Ziel (Heimsieg gegen Wetzlar) noch eine besondere Teambuilding-Maßnahme durchzuführen.

Vor dem Anpfiff hatte die SG verkündet, dass sowohl Mannschaftskapitän Tobias Karlsson als auch der dänische Nationalspieler Anders Eggert ihre im Sommer auslaufenden Verträge jeweils um drei Jahre verlängern. Ob die beim 36:29 gegen den Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen fehlenden Dan Beutler (Grippe), Oscar Carlén (Rückenbeschwerden) und Lasse Boesen (Magen-Darm-Infekt) gegen die Mittelhessen am Sonntag auflaufen können, darüber wird die medizinische Abteilung erst am 1. Weihnachtsfeiertag befinden.

Für Wetzlars Co-Trainer Jochen Beppler ist das ohne Belang: "Man hat schon bei den Füchsen gesehen, wie gut die Topteams eventuelle Ausfälle kompensieren können. Gegen Ahlen hatte Flensburg auch keine Probleme." Die Mittelhessen wollen ihre Chance als Außenseiter suchen, dabei zugleich aber an den Mängeln in der Chancenverwertung sowie den Defiziten gegen offensivere Abwehrreihen arbeiten. Zudem gilt es verletzungs- und disziplinarstrafenfrei aus dem Norden zurückzukehren, um am 29. Dezember auch wirklich alle Kräfte für das letzte Heimspiel des Jahres und vor der langen WM-Pause gegen den TV Großwallstadt mobilisieren zu können. Auch im Umfeld und bei den Zuschauern.

Der 18. Spieltag

Samstag, 25. Dezember: HSV - Göppingen (19 Uhr). - Sonntag, 26. Dezember: Flensburg/Handewitt - Wetzlar (15 Uhr), Friesenheim - Kiel, Großwallstadt - Ahlen-Hamm , RN Löwen - Balingen/ Weilstetten, Rheinland - N-Lübbecke, Berlin - Hannover, Melsungen - Magdeburg, Gummersbach - Lemgo.

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