Keine Spielgemeinschaften mehr erwünscht

(rol) Matthias Sammer, seines Zeichens DFB-Sportdirektor und Hauptverantwortlicher deutscher Jugendnationalmannschaften, gibt auch im weniger leistungsbezogenen Jugendbereich den Takt vor. So wünscht er künftig keine Spielgemeinschaften im Jugendbereich, ohne dabei ein Datum für das Inkrafttreten dieser Regelung zu nennen. Dennoch stellt er damit die Fußball-Jugendleiter und deren Betreuer vor große Probleme. Der demographisch ohnehin gebeutelte Sportkreis Alsfeld versucht sich bei der Umsetzung dieser Vorgaben möglichst schadlos zu halten.

(rol) Matthias Sammer, seines Zeichens DFB-Sportdirektor und Hauptverantwortlicher deutscher Jugendnationalmannschaften, gibt auch im weniger leistungsbezogenen Jugendbereich den Takt vor. So wünscht er künftig keine Spielgemeinschaften im Jugendbereich, ohne dabei ein Datum für das Inkrafttreten dieser Regelung zu nennen. Dennoch stellt er damit die Fußball-Jugendleiter und deren Betreuer vor große Probleme. Der demographisch ohnehin gebeutelte Sportkreis Alsfeld versucht sich bei der Umsetzung dieser Vorgaben möglichst schadlos zu halten.

Auch für Kreisjugendwart Peter Wiederhold, der die Jugendleiterpflichtsitzung am vergangenen Dienstag in Homberg führte, ist diese Regelung wenig plausibel: "Ich habe meinen Unmut darüber bekundet", ließ er seine Zuhörer wissen und verwies auf einen achtprozentigen Spielerschwund bei den jungen Fußballern im Sportkreis Alsfeld. Größere Vereine wie die TSG Wieseck oder der VfB 1900 Gießen betreffe die Regelung nicht. Den Alsfelder Vereinen biete sich nunmehr die Möglichkeit, bis zum 30. April die Gründung eines Fußballfördervereins mit einer eigenen Satzung zu beantragen, um so auch weiterhin ein Aufstiegsrecht wahrnehmen zu können.

Die SG Germania Homberg hat bereits reagiert. Die Spieler anderer Vereine, die bislang ohnehin ihrer Jugendspielgemeinschaft (JSG Homberg) angehörten, statteten die Homberger mit einem Zweitspielrecht aus. Somit verfügt die Germania auch weiterhin über ausreichend Spieler, um den Jugendspielbetrieb nicht nur ordnungsgemäß durchzuführen, sondern sich auch ein Aufstiegsrecht zu bewahren. Diese Forderung von Sammer jedenfalls wird die Verantwortlichen bereits mit Blick auf die Saison 2010/11 beschäftigen und wohl spätestens in der darauffolgenden Saison zur Umsetzung zwingen.

Zwei weitere Sammer-Modelle beschäftigten ebenfall kurz die Runde im Homberger Sportheim. Auf einer Jugendfachtagung des DFB in Hannover stellte Sammer kürzlich zwei Modelle für die D-Junioren vor, die die altersgerechte Entwicklung optimieren soll. Die Spielformen sieben gegen sieben auf halbem Spielfeld und neun gegen neun zwischen den 16-Meter-Räumen eines Spielfeldes seien geeignet, um mehr Eins-gegen-Eins-Situationen zu schaffen. "Diese Spielformen tragen der Komplexität des Fußballs Rechnung. Sie bringen eine höhere Anzahl von Ballkontakten. Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination werden geschult", sagte Sammer seinerzeit.

Diesbezüglich aber konnte Wiederhold keine verbindlichen Neuerungen bekannt geben, da der DFB die Kreisjugendwarte zu diesem Thema erst für nächste Woche nach Frankfurt eingeladen hat.

Im weiteren Verlauf des Abends machte Wiederhold noch einmal auf das Bestreben der Eigenständigkeit des Alsfelder Fußballkreises aufmerksam. Dies sei aufgrund ausreichend gemeldeter Mannschaften bis hin zu den B-Junioren zurzeit noch möglich. Lediglich im A-Junioren-Bereich werde mit dem Gießener Sportkreis kooperiert, was im Übrigen "hervorragend funktioniert". Bei Spielern der A-Junioren-Teams sei es üblich, die Akteure auch im Seniorenbereich einzusetzen. Dabei bestehe häufig gar nicht die Notwendigkeit, so zu verfahren. Da es die Jugendlichen oftmals bevorzugen, für die erste Mannschaft ihres Vereines aufzulaufen, habe die A-Juniorenmannschaft im Laufe der Saison sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht ein Problem. Dies führe nicht selten zum Rückzug des Teams aus dem laufenden Wettbewerb. Hierzu bot Wiederhold seine Hilfe an und appellierte zugleich an die Vernunft der Verantwortlichen, im Sinne der Jugendmannschaften zu handeln.

Darüber hinaus sprach sich der Alsfelder Kreisjugendwart für ein verstärktes Werben in Kindergärten aus, um so Kinder für das Fußballspielen zu begeistern. Unterstützend könnte dabei das Bambini-Mobil des Hessischen Fußballverbandes wirken, das neben fußballerischen Attraktionen eine Menge kindgerechter Spiele im Gepäck habe.

Christian Rau, in Vertretung als Jugendbildungsbeauftragter unterwegs, verwies gegen Ende der Sitzung auf die Möglichkeit für Betreuer, sich im Rahmen von dezentralen Fortbildungsveranstaltungen für den Kinder- und Jugendfußball fit zu machen: "Der nächste Lehrgang findet vom 16. bis 18. April in Altenburg statt."

Abschließend sensibilisierte Achim Quehl, der als Stellvertreter des zurückgetretenen Kreisfußballwarts Josef Wess dessen Amt kommissarsisch übernommen hat, die Jugendleiter dafür, Spielverlegungen nur nach Absprache mit anderen Mannschaften des jeweiligen Vereins zu treffen, damit Terminkollissionen vermieden werden. Zudem beabsichtigt Quehl, in absehbarer Zeit eine Schulung für den Umgang mit dem "elektronischen Postfach" anzubieten.

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