Der Landesverband und der Bezirk Gießen haben den Handball-Spielbetrieb corona-bedingt bis Mitte November unterbrochen. SYMBOLBILD: IMAGO
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Der Landesverband und der Bezirk Gießen haben den Handball-Spielbetrieb corona-bedingt bis Mitte November unterbrochen. SYMBOLBILD: IMAGO

Handball

Keine Spiele bis Mitte November

  • vonGerd Chmeliczek
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Der Hessische Handball-Verband unterbricht den Spielbetrieb in den landesweiten Ligen. Auch im Handballbezirk Gießen wird die Saison corona-bedingt bis einschließlich 8. November ausgesetzt.

Verband und Bezirk reagierten damit gestern auf die steigenden Infektionszahlen und die damit einhergehende Welle von Absagen an den ersten beiden Spieltagen der Saison.

In einer Pressemitteilung teilt der HHV mit, dass sich das Präsidium des Hessischen Handball-Verbands leider gezwungen sehe, den Spielbetrieb im Bereich der Ober- und Landesligen (Erwachsene und Jugend) bis einschließlich dem 8. November zu unterbrechen.

Es habe sich gezeigt, dass die bisher durchgeführten Maßnahmen des HHV seitens der Vereine sehr gut und zum größten Teil auch sehr verantwortungsbewusst akzeptiert worden seien. "Trotzdem sind wir der Meinung, dass eine zeitweise Unterbrechung der Runde für den gesamthessischen Spielbetrieb nötig ist, da dieser aufgrund der berechtigten Maßnahmen vieler Städte und Landkreise nahezu zum Erliegen gekommen ist. Das Präsidium behalte die Lage weiterhin im Blick und werde rechtzeitig über das weitere Vorgehen nach dem 8. November entscheiden, schreibt Präsident, Gunter Eckart.

Eigentlich wollte der HHV die Verantwortung für die Durchführung der Partien noch einmal in die Hände der Vereine legen, "das war aber am Donnerstagmorgen beim Blick auf die Infektionszahlen hinfällig", sagt Eckart. Man habe stichprobenartig mit Vertretern der Bezirke gesprochen und dann sei die Entscheidung klar gewesen. "Nur der Bezirk Melsungen/Fulda war der Meinung, den Spielbetrieb aufrecht erhalten zu können, erklärt der Präsident die Kehrtwende. Bis zur Entscheidung des Verbands seien nur noch drei Landesliga-Partien für das kommende Wochenende übrig geblieben.

"Einfache" Runde als Notlösung?

Ob und wie es nun weitergehen, hänge laut Eckhart von den Infektionszahlen ab, von den Möglichkeiten der Vereine, den Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten und ob auch im Jugendbereich wieder gespielt werden könne. Dort gelte es auch, mögliche Vorbehalte der Eltern in die Überlegungen einzubeziehen.

Die "normale" Runde nach dem 8. November fortzusetzen erscheint mehr als sportlich. "Dann würden wir wohl mit einer Quotientenregelung arbeiten", sagt Eckart. Geht es erst im Januar oder im Februar weiter, dann wird eine einfache Runde angestrebt, bei der die Mannschaften nur jeweils einmal gegeneinander antreten. "Am 30. Juni müssen wir fertig sein."

Im Handball-Bezirk Gießen ruht vorerst ebenfalls der Ball. Wie der Bezirk am Donnerstag auf seiner Homepage mitteilte, wird der Spielbetrieb der Aktiven- und Jugendklassen inklusive der Bezirksoberligen bis einschließlich des Wochenendes 7./8. November ausgesetzt. Der Bezirksspielausschuss folge mit seiner Entscheidung einem Votum seiner Vereine: Bei einer Befragung der Klubs hätten sich 48 für eine Unterbrechung ausgesprochen, nur einer war laut der Mitteilung dagegen.

Geplant ist derzeit eine Fortführung des Spielbetriebes ab dem Wochenende 14./15. November - sofern dies die Pandemie-Lage zulässt, schreibt der Bezirksvorsitzende Kai Gerhardt. An kommenden Wochenende sollten auch die letzten Klassen im Bezirk Gießen in die Saison starten. "Anfang November werden wir die Situation neu bewerten", heißt es von Bezirksseite.

Sollten die Infektionszahlen nicht gravierend fallen, werde es schwierig, in diesem Jahr den Spielbetrieb aufzunehmen, hatte am Mittwoch der stellvertretende Bezirksvorsitzende und Pressesprecher Frank Hoffmann gesagt. "Und ohne diese gravierenden Änderungen wird die Pause bis zum Ende des Jahres verlängert", fügte er gestern an. Man werde die Entwicklung beobachten und dann Szenarien entwerfen. "Einmal muss jeder gegen jeden gespielt haben, um eine Tabellenwertung hinzubekommen", bringt auch er eine "einfache Runde" ins Gespräch. "Worst Case" sei die Schließung der Hallen. "Das würde uns richtig weh tun. Dann bleibt ein Teil der Jugendlichen einfach weg."

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