Kein Sieger in einem Duell auf Augenhöhe

se) Keine Derbystimmung in Lahnau. Nur 300 Fußballfreunde wollten sich das Gastspiel des FSV Fernwald beim SC Waldgirmes nicht entgehen lassen, und sie sahen ein durchaus leistungsgerechtes 2:2 (1:0) zwischen den Lahnauern und dem Gast aus Steinbach, dem dieses Remis mehr nutzt als es dem SCW schadet.

(se) Keine Derbystimmung in Lahnau. Nur 300 Fußballfreunde wollten sich das Gastspiel des FSV Fernwald beim SC Waldgirmes nicht entgehen lassen, und sie sahen ein durchaus leistungsgerechtes 2:2 (1:0) zwischen den Lahnauern und dem Gast aus Steinbach, dem dieses Remis mehr nutzt als es dem SCW schadet. Auf dem Kunstrasenplatz in Waldgirmes entwickelte sich am Samstag von der ersten Minute an eine interessante Begegnung zweier mit unterschiedlichen Ambitionen angetretenen Mannschaften, die sich dennoch auf Augenhöhe begegneten.

Leichte spielerische Vorteile besaß sicherlich der FSV Fernwald, dafür traten die Waldgirmeser kompakter auf und hatten Vorteile im Mittelfeld. Diese Bewertung trifft aber nicht auf die gesamten 90 Minuten zu. Phasenweise, zum Beispiel in den letzten 200 Sekunden, ließen die Gäste den Ball in ihren Reihen laufen, kontrollierten das Spiel, ohne freilich das Tor der Lahnauer sonderlich in Gefahr zu bringen. Andererseits hatte der SCW nach dem 1:0-Führungstreffer durch Fadi Michel (34.

) mehrfach die Gelegenheit nachzulegen, geriet dann durch zwei sehenswerte Treffer von Daniel Beck (58., 64) mit 1:2 in Rückstand, ehe ein aus Sicht der Fernwälder ärgerliches Eigentor von Kevin Simmons dem SCW den Ausgleich zum 2:2 bescherte.

Bereits nach drei Minuten zeigte SCW-Torhüter Fabian Grutza, dass auch er den Anforderungen der Hessenliga durchaus gewachsen ist. Nach einem schnellen Angriff der Gäste lenkte er einen Schuss von Daniel Beck mit einer tollen Parade über die Querlatte. Die Fernwälder waren von der ersten Minute an präsent, wollten ein frühes Tor, doch nach und nach fand der SCW immer besser ins Spiel und erspielte sich seinerseits gute Möglichkeiten. So in der achten Minute, als Rafael Szymanski den Ball in aussichtsreicher Position weit neben das FSV-Tor setzte. Die Zuschauer mussten bis zur 21. Minute warten, ehe die nächste Möglichkeit herausgespielt wurde; SCW-Spieler Denis Weinecker besaß im Abschluss aber nicht nur in dieser Situation kein Glück. Der kleine Wirbelwind aus Kinzenbach hatte am Samstag bei Schiedsrichter Jonas Weickenmeier einen schweren Stand. Sein Einsatz wurde durch den Unparteiischen mehrfach unterbunden.

In der 27. Minute hatte Denis Weinecker eine weitere Chance, doch er brachte bei seinem Schuss nicht genug Druck hinter den Ball, sodass FSV-Keeper Sven Schmitt das Leder mühelos aufnehmen konnte. Wenig später musste der Fernwälder Schlussmann aber sein ganz Können aufbieten, um bei einem Linksschuss von Leif Langholz auf Vorarbeit von Rafael Szymanski den Rückstand zu verhindern. Zwei Minuten später war Sven Schmitt dann doch geschlagen. Nach einem Zusammenspiel zwischen Langholz und Szymanski kam Fadi Michel an den Ball, umkurvte den Gästetorhüter und schob den Ball problemlos zum 1:0 für den SC Waldgirmes über die Linie. In der 44. Minute schien das 2:0 fällig, doch Michel, am langen Pfosten lauernd, köpfte den Ball nach einem weiten Freistoß neben das Tor.

Nach Wiederanpfiff entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem der SCW zwei hochkarätige Möglichkeiten besaß. 15 Sekunden nach Wiederbeginn setzte sich der Waldgirmeser Michel am rechten Flügel gegen Volkan Öztürk durch, passte zu Leif Langholz, dessen Direktschuss von Sven Schmitt entschärft wurde. In der 57. Minute wurde die Fernwälder Hintermannschaft durch eine Kombination über Fadi Michel, Rafael Szymanski und Leif Langholz regelrecht ausgehebelt.

Denis Weinecker setzte den Ball aus kurzer Distanz aber weit über das Tor. Glück für den FSV Fernwald, der im unmittelbaren Gegenzug zum 1:1 kam. Domenico di Rosa schien im Zweikampf mit Peter Pötzel das Leder schon verloren zu haben, eroberte sich den Ball zurück, bediente Daniel Beck, der Grutza mit einem platzierten Schuss ins lange Eck das Nachsehen gab. Damit nicht genug; in der 63. Minute bediente Volkan Öztürk mit einem weit öffnenden Pass Daniel Beck, der nicht lange fackelte und mit einem trockenen Schuss in den Winkel seine Mannschaft in Führung brachte. Die Freude über diesen Treffer währte beim Gast aber lediglich 90 Sekunden, als Kevin Simmons den Ball nach einem weiten Einwurf den Ball, bedrängt von Leif Langholz, ins eigene Tor stocherte. Im weiteren Verlauf der Partie hatte der FSV leichte Vorteile, verstand es aber nicht, die gegnerische Abwehr ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Auf der anderen Seite lief aber auch nicht mehr viel. Die in die Tiefe gespielten Bälle hatten den Charakter von Befreiungsschlägen und waren nicht geeignet, die solide Hintermannschaft des FSV vor Probleme zu stellen. Es blieb beim 2:2, einem Ergebnis, das bei allem Ärger über hüben wie drüben über vergebene Möglichkeiten als gerecht anzusehen ist.

SC Waldgirmes: Grutza - Frenz, Salzmann, Pötzel, Andre Weinecker - Michel (ab 67. Kaguah), Burk, Steffen Schmitt, Denis Weinecker - Langholz, Szymanski.

FSV Fernwald: Sven Schmitt - Münnich, Simmons, König, Öztürk (ab 71. Gashi) - Buycks, Diedrich (ab 90. Gouri), Völk, Damar - Beck, Di Rosa.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Weickenmeier (Mühlheim). - Zuschauer: 300. - Torfolge: 1:0 (34.) Michel, 1:1 (58.) Beck, 1:2 (63.) Beck, 2:2 (64.) Eigentor Simmons, - Gelbe Karten: Steffen Schmitt (54.), Burk (62.), Pötzel (71.), Salzmann (72./alle Waldgirmes).

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