Kein Sieg für Prinzessinnen und Bierflaschen

An Karneval ist im Rheinland alles anders als sonst, und passend zur fünften Jahreszeit spielte sich auch im Telekom Dome ein ungewöhnliches Basketballspiel ab. Die LTi Gießen 46ers schienen in der Partie gegen die Telekom Baskets Bonn nach der ersten Halbzeit bereits geschlagen, aber angefeuert von den rund 50 Gießener Fans, die teilweise als Prinzessinnen und Bierflaschen verkleidet waren, kämpften sich die Mittelhessen wieder in die Partie zurück. Am Ende behielten jedoch die Bonner mit 81:70 (45:28) die Oberhand und festigen den dritten Tabellenplatz, während Gießen dank der Niederlage der Köln 99ers auch weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz (Rang 15) steht.

An Karneval ist im Rheinland alles anders als sonst, und passend zur fünften Jahreszeit spielte sich auch im Telekom Dome ein ungewöhnliches Basketballspiel ab. Die LTi Gießen 46ers schienen in der Partie gegen die Telekom Baskets Bonn nach der ersten Halbzeit bereits geschlagen, aber angefeuert von den rund 50 Gießener Fans, die teilweise als Prinzessinnen und Bierflaschen verkleidet waren, kämpften sich die Mittelhessen wieder in die Partie zurück. Am Ende behielten jedoch die Bonner mit 81:70 (45:28) die Oberhand und festigen den dritten Tabellenplatz, während Gießen dank der Niederlage der Köln 99ers auch weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz (Rang 15) steht.

Blitzschnell starteten die Gastgeber und ließen die 46ers bereits nach zwei Minuten mit 0:7 ins Hinterteffen geraten. Nach einem Foul von Michael Umeh an EJ Rowland musste Headcoach Vladimir Bogojevic kurze Zeit später die erste Auszeit darauf verwenden, sein Team wieder auf die richtige Spur zu bringen.

Das an diesem Tag im Rheinland die Uhren anders gingen, ließ sich auch daran erkennen, dass während der daraufhin fälligen Freiwürfe noch die U10 der Telekom Baskets, die den 5180 Zuschauern in der Auszeit präsentiert wurde, Fotos in der anderen Spielfeldhälfte machte. Erst nach drei langen Minuten gelangen Corey Rouse per Dunk die ersten Punkte (2:11, 3.) für Gießen. Bonn ließ sich davon nicht beeindrucken, spielte weiterhin erstklassigen Basketball und war nicht zu stoppen (17:3, 6.). Beim Versuch, ein Offensivfoul aufzunehmen, verletzte sich darüber hinaus auch noch Center Robert Maras in der Leistengegend und musste ausgewechselt werden. Nach zehn unterirdischen Minuten ging es mit 7:23 aus 46ers-Sicht in die erste Viertelpause.

Signifikante Verbesserungen im Spiel der Gäste gab es aber auch danach zunächst nicht zu bestaunen. Die harte Verteidigung der Bonner zwang die Mittelhessen immer wieder in die letzten Sekunden der Angriffszeit und zu Ballverlusten, die die Telekom Baskets in Fastbreakpunkte ummünzten (11:32, 13.

). Einzig Ricky Hickman wusste zu diesem Zeitpunkt offensiv zu gefallen und konnte unter anderem mit einem schönen Zieher das 16:32 (14.) erzielen. Langsam näherten sich dann beide Teams leistungsmäßig doch an, sodass die Partie ausgeglichener wurde. Bis zum Viertelende bewegte sich der Vorsprung der Bonner immer zwischen 16 und 20 Punkten, zur Halbzeit lagen die Gießener nach einem Dunk von Bonns Brandon Bowman fast mit der Schlusssirene mit 28:45 zurück.

Nach dem Seitenwechsel setze sich Rouse zunächst in Korbnähe durch (30:45, 21.), doch das Alley-Oop-Anspiel von Heiko Schaffartzik auf den Amerikaner anderthalb Minuten später wollte nicht funktionieren. Dafür sprang Gerrit Terdenge in die Bresche: Der Routinier, der im bisherigen Saisonverlauf mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, spielte eine ordentliche Partie und erzielte per Korbleger das 33:51 (25.). Für die 46ers wirkte das wie eine Initialzündung: Plötzlich war deutlich mehr Intensität im Spiel der Gäste, Schaffartzik traf einen Dreier aus dem Lauf heraus, und Rouse netzte einen Hakenwurf ein.

Drei Minuten vor Viertelende waren die Gießener auf 43:52 an die Bonner herangerückt, vor allem dank der stark verbesserten Defense und dem sicheren Händchen von Schaffartzik: Alle drei Distanzwürfe des Aufbauspielers in diesem Viertel fanden ihr Ziel. Beim 48:59 nach dem dritten Spielabschnitt witterten die 46ers wieder Morgenluft.

Mit seinem ersten Punkt der Partie eröffnete Maurice Jeffers das Schlussviertel, nachdem er zuvor von Bonns Center John Bowler gefoult worden war. (49:59, 31.). Je zwei Punkte von Hickman und Umeh ließen die Gießener danach Stück um Stück von der Bonner Führung abtragen und zwangen Baskets-Headcoach Michael Koch zu einer Auszeit, waren die Mittelhessen doch so nahe gekommen, wie seit den Anfangsminuten nicht mehr (53:59 33.). Zwar konnten die Bonner sich wieder etwas mehr auf ihre Stärken besinnen, doch mit viel Kampf und Einsatz hielt Gießen dagegen (Dreier Umeh zum 59:67, 36.). Vier Minuten vor Schluss kassierte Center Florian Hartenstein sein fünftes Foul, sodass unter dem Gießener Korb langsam Personalnot herrschte.

Mit einem Dreier aus dem Lauf heraus brachte Schaffartzik die 46ers anderthalb Minuten vor Schluss noch einmal auf 66:75 heran, doch geringer als diese neun Punkte sollte der Rückstand, auch dank der Sicherheit der Bonner von der Freiwurflinie, nicht mehr werden.

Gießen Trainer Bogojevic sagte nach der Partie: "Bonn hat sich diesen Sieg verdient. Wenn man das Spiel so beginnt, wie wir das heute getan haben, kann man in der BBL kein Spiel gewinnen. Nichtsdestotrotz bin ich froh, dass wir uns noch einmal in die Partie zurückgekämpft haben und es für die Zuschauer interessant gemacht haben. Es gibt keinen ›Bogojevic-Effekt‹, wir arbeiten hart, den Abstieg zu vermeiden. Der einzige Unterschied ist, dass wir jetzt vielleicht intensiver sind." Auch sein Gegenüber Michael Koch sah den Schlüssel zum Sieg im starken ersten Viertel seiner Mannschaft: "An Karneval geht alles ein bisschen leichter von der Hand, deswegen war es gut, dass wir diesen Vorsprung geholt haben", gab der gebürtige Licher zu Protokoll, bevor er vor tanzenden Bananen, Piraten und Müllmännern noch einen Orden umgehängt bekam. Martin Vogel

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