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Kein Pandemie-Abpfiff

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(dpa). Die Pandemie ist noch lange nicht abgepfiffen. Auch im Fußball, Handball, Basketball oder Eishockey ist das Coronavirus wie in der gesamten Gesellschaft weiter ein unangenehmer Mit- und Gegenspieler. Trotz der Abwehr-Dreierkette aus Impfung, Tests und Hygiene-Maßnahmen steigt im zweiten Corona-Herbst erneut die Zahl der Infektionen. Die jüngsten einer Reihe von Corona-Beispielen wie Bayern Münchens Trainer Julian Nagelsmann, die Kieler Handball-Stars Sander Sagosen und Steffen Weinhold oder die Ausbrüche bei den Eishockey-Clubs Red Bull München und der Düsseldorfer EG zeigen auch dem Sport:

Es ist nicht vorbei.

Dass die Zahlen im Herbst und Winter trotz Impfungen und Vorsichtsmaßnahmen steigen, kommt für Experten nicht unerwartet. »Natürlich gehen jetzt die Zahlen hoch, und sie werden auch weiter steigen«, sagt Professor Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Zugleich gibt sich der wissenschaftliche Direktor am Leibniz Institut der TU Dortmund vorsichtig optimistisch. »Im Unterschied zum letzten Winter haben wir nun aber einen sehr großen Teil der Menschen durch die Impfung geschützt. Daher können wir uns höhere Infektionszahlen »erlauben‹ im Vergleich zum letzten Jahr.« Dennoch mahnte er, wachsam zu bleiben.

Für den Betrieb der Elite-Ligen könnte der Anstieg der Ansteckungen allerdings zu einem Problem werden. Er kommt zu einem Zeitpunkt, da die Vereine weiter darum ringen, möglichst viele Zuschauer in ihre Stadien und Hallen zu lassen und unter welchen Bedingungen, ob 2G (genesen und geimpft) oder 3G (genesen, geimpft und getestet). Erneute Einschränkungen oder Spielabsagen würden gerade die von Ticket-Einnahmen abhängigen Hallen-Sportarten wirtschaftlich treffen.

»Ich würde 2G, wahrscheinlich am besten noch ergänzt durch einen aktuellen Test vorziehen, um die Teilnahme an Massenveranstaltungen sicherer zu gestalten«, schlug beispielsweise Professor Max Geraedts vom Institut für Versorgungsforschung und Klinische Epidemiologie der Universität in Marburg vor.

Besonders angespannt ist die Lage aktuell in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Bei Red Bull München und der Düsseldorfer EG waren zahlreiche Corona-Fälle aufgetreten. Dies führte zu etlichen Spielverlegungen. »Wir besprechen sowohl intern mit unseren Beratern als auch mit den 15 Klubs alle Optionen schnellstmöglich. Dass nun durchgeimpfte Spieler, teilweise sogar trotz negativer Tests, von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt wurden, ist eine neue Situation«, hieß es in einer Stellungnahme der DEL.

»Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich SARS-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet«, schrieb das Robert Koch-Institut. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen.

Dass vergleichsweise mehr solcher Fälle im Sport vorkommen, sieht Leif Erik Sander von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité nicht. »Einerseits werden solche Fälle natürlich in der Öffentlichkeit besonders beachtet, andererseits führt das häufige und regelmäßige Testen dazu, dass mehr Fälle detektiert werden«, sagte er.

Das andere sei, dass im Sport oft große Gruppen mit vielen jungen Menschen zusammenkommen. »Junge Menschen haben auch außerhalb des Sport mehr Kontakte. Dort kommen sie dann in der Umkleidekabine oder in den Innenräumen eng zusammen und haben auch während des Sports engen Kontakt.« Da kann es dann schneller zu einer Infektion und auch mal einem Impfdurchbruch kommen, erklärte er.

Schwere Krankheitsverläufe sind laut RKI bei Geimpften aber sehr selten. »Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist die Schutzwirkung von Impfungen gegenüber schweren Verläufen exzellent und gegenüber Ansteckungen mindestens gut«, betonte auch Tim Meyer, Arzt der Fußball-Nationalmannschaft und Leiter der »Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb« auf der Webseite der Deutschen Fußball Liga.

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