Kaum Probleme für Hüttenberg

Schnell im Umschalten, clever beim Verteidigen - aber ein bisschen nachlässig beim Verwerten der Torchancen. Das ist das Fazit des ersten Auftritts des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg in der Saison 2010/2011. Mit 27:22 (11:7) gewannen die Schützlinge von Trainer Jan Gorr gegen den Mitkonkurrenten HC Erlangen und untermauerten gleich am ersten Spieltag die eigenen Ambitionen auf einen Platz in der eingleisigen 2. Bundesliga.

(jms) Schnell im Umschalten, clever beim Verteidigen - aber ein bisschen nachlässig beim Verwerten der Torchancen. Das ist das Fazit des ersten Auftritts des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg in der Saison 2010/2011. Mit 27:22 (11:7) gewannen die Schützlinge von Trainer Jan Gorr gegen den Mitkonkurrenten HC Erlangen und untermauerten gleich am ersten Spieltag die eigenen Ambitionen auf einen Platz in der eingleisigen 2. Bundesliga. "Hüttenberg hätte uns heute auch komplett auseinander nehmen können. Deswegen muss ich am Ende mit dem Ergebnis zufrieden sein", sagte HC-Trainer Frank Bergemann, der auf zwei Stammkräfte im Rückraum verzichten musste.

Vor allem der verletzungsbedingte Ausfall von Shooter Christoph Nienhaus machte sich von Beginn an bemerkbar, denn Hüttenbergs gut gestaffelte 3:2:1-Deckung vor dem reaktionsschnellen und gut aufgelegten Keeper Matthias Ritschel hatte keinerlei Schwierigkeiten mit dem "handzahmen" HC-Rückraum. Aus Erlangener Sicht war es zunächst nur Neuzugang Daniel Pankofer, der positiv in Erscheinung trat. Der international erfahrene Rechtshänder wurde aus Mangel an Alternativen auf Halbrechts eingesetzt, meisterte seine Aufgabe ordentlich und traf per Doppelpack zum 4:4 (12.

/14.). Danach sahen die 985 Zuschauer im Hüttenberger Sportzentrum nur noch die Heimmannschaft spielen. Vor allem Florian Billek wirbelte in der ersten Halbzeit voller Elan und Spielfreude über das Parkett und traf mit einem artistischen Heber in der 19. Minute zum 7:4 für den TVH.

Schon zu diesem Zeitpunkt schien die Partie gelaufen - zu schwach und harmlos agierte der Gast aus Bayern, der mit dieser Leistung Schwierigkeiten haben dürfte, den anvisierten neunten Platz zu erreichen. "Unsere Deckung hat über 60 Minuten überzeugt. Das freut mich am meisten. Ansonsten war es sicher ein verdienter Sieg, wobei es noch einige Dinge zu verbessern gibt", analysierte Trainer Gorr, der vor allem mit der Chancenauswertung nicht ganz zufrieden sein konnte. Zur Pause erhöhte Sven Pausch per Siebenmeter auf 11:7 und stellte die Weichen auf Sieg.

Spätestens als sich Michael Stock gut auf der rechten Seite durchsetzte und zum 15:9 (39.) traf, war klar, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Bei den Fans des mittelhessischen Traditionsklubs wurde das gute Spiel der eigenen Mannschaft lediglich mit freundlichem Applaus wahrgenommen, die Stimmung in der Halle hätte besser sein können. "Wir sind es mittlerweile gewohnt, ohne Unterstützung zu spielen. Das ist normal in Hüttenberg. In anderen Hallen geht es mehr ab", ärgerte sich der sehr starke Spielmacher Florian Laudt nicht einmal mehr über die "Flaute" auf den Rängen. Auch für die unbefriedigende Zuschauerzahl hatte er eine Erklärung parat: "Wahrscheinlich müssen wir erst mal wieder drei oder vier Spiele in Folge gewinnen, damit die Halle richtig voll wird."

Nach einem Siebenmeter-Doppelpack von Sven Pausch (42./43.) eroberte die Deckung stark den Ball und schickte den flinken Michael Stock, der problemlos zum 18:10 (43.) einwerfen konnte. Marc Langenbach netzte wenige Sekunden später sogar zum 19:10 ein. "Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert und den Gegner im Griff gehabt. Ich hatte in der Vorbereitung mit Wetzlar bereits gegen Erlangen gespielt und wusste, was auf uns zukommt", meinte Timm Schneider, der sein erstes Ligaspiel im Hüttenberger Dress absolvierte und fünf Minuten vor dem Ende zum 24:17 traf.

"Hüttenberg ist sportlich sicher ein Anwärter auf die eingleisige 2. Liga. Aber auch im Umfeld des Klubs passt es. Der Verein steht gut da und entwickelt sich stark", war Erlangens Trainer Bergemann von den Gastgebern begeistert. Der TVH hat die erste Hürde zum großen Ziel eingleisige 2. Liga problemlos genommen. Nächsten Samstag geht es allerdings schon zum Topspiel zum Bergischen HC.

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Andreas Lex (2), Laudt (2), Jezewski (3), Weber, Stefan Lex (1), Fernandes, Schneider (2), Langenbach (2), Billek (5/2), Pausch (5/4), Stock (5).

HC Erlangen: Bayerschmidt, Zapf; Müller, Schwandner (2), Georg Münch (1), Hannes Münch (2), Krämer (1), Eisenträger (1), Pankofer (6), Schmidtke (3), Stumpf (6/3).

Im Stenogramm / SR.: Böllhoff/Lückert (Velbert/Bitburg). - Zuschauer: 985. - Zeitstrafen: 12:10 Minuten. - Siebenmeter: 10/6:3/3.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare