Juniors verlieren den Endspurt

(kam) Die U19-Junioren der LTi Gießen 46ers Juniors haben ihr Ziel verfehlt, im Playoff-Achtelfinale der Nachwuchs-Bundesliga (NBBL) dem in dieser Saison ungeschlagenen Alba Berlin aus dem Weg zu gehen. Gegen Phoenix Hagen reichten 20 konsequente Minuten nicht, die Juniors unterlagen vor rund 100 Zuschauern in der Osthalle hauchdünn mit 59:61 (27:34) und schließen die Hauptrunde in der Division Nordwest auf dem vierten Tabellenplatz ab.

Ein Bild sprach nach der Schlusssirene Bände: 46ers-Guard Falko Theilig kniete am Boden, mit beiden Fäusten aufs Parkett hämmernd. Unter den Augen von seinem Bundesliga-Trainer Vladimir Bogojevic, der sich mit einer Tüte Popcorn unters Publikum gemischt hatte, demonstrierten Theilig und seine Mitspieler lediglich zu Beginn und im Schlussviertel den zum Sieg nötigen Biss. Dazwischen neutralisierten sich beide Teams weitestgehend.

Erwartungsgemäß bereitete der Größenvorteil der Hagener Center den Mittelhessen in den Anfangsminuten Probleme. Die Gäste kamen über ihre lange Garde um Olaf Rostek und Florian Martens immer wieder zu Punkten unter dem Korb, zeigten sich allerdings ebenso hüftsteif. Das nutzten die 46ers mit einem agilen Yannik Reitschmidt zu einigen Ballgewinnen. Vorne lief der Ball geduldig, und die Gastgeber kamen zu guten Würfen. Über 14:11 (7.) sorgten zwei Dreier der Phoenix-Außenschützen jedoch für den 17:17-Ausgleich (10.). In der Folge ließen Oliver Nützel und Javon Baumann allerdings mit einer selten gesehenen Halbherzigkeit beste Gießener Chancen aus, gegen physisch starke Gegenspieler fehlte die Ellbogen-Mentalität. Auf der Gegenseite besiegelten zwei Hagener Dreier einen 9:0-Lauf der Südwestfalen auf 21:31 (16.). Jetzt hingen zunehmend die Köpfe der Juniors, die scheinbar völlig das Selbstvertrauen und den offensiven Faden verloren hatten.

Kaum konsequenter kamen LTi-Forward Robin Christen und Co. aus der Kabine: Der Saison-Topscorer kassierte bereits in der 23. Minute unnötigerweise sein viertes Foul, die folgenden Versuche, das Glück von außen zu suchen, schlugen fehl. Denn von jenseits der 6,25-Meter hatten die Lahnstädter mit zwei Treffern bei 18 Versuchen einen mehr als rabenschwarzen Tag. Erst in der Schlussphase schlug der 46ers-Nachwuchs Kapital aus den vielen gegnerischen Ballverlusten, fand in sein Kombinationsspiel und über die Achse Christen/Theilig/Nützel zurück ins Spiel. Theilig, der von der Freiwurflinie schließlich das 56:56 (38.) markierte, sollte aber auch zum tragischen Helden werden. Der Gast patzte an der Freiwurflinie, der 46ers-Spielmacher entschied sich in den Schlusssekunden jedoch für einen Dreier aus acht Metern - vergebens. "Wir haben es nicht verdient, weil wir zu schlampig und nachlässig gespielt haben und wichtigen Kontakten aus dem Weg gegangen sind, hinzu kamen unnötige Fouls", bilanzierte Juniors-Headcoach Toni Dirlic. Viel Zeit bleibt dem 29-Jährigen nicht: Bereits am nächsten Wochenende muss er mit seinen Schützlingen bei Meisterschafts-Mitfavorit Alba Berlin antreten.

LTi Gießen 46ers Juniors: Nützel (17), Christen (14), Reitschmidt (12/1 Dreier), Theilig (8/1), Baumann (4), Hiob (4), Rink, Mergan, Maric, Pflüger.

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