Junge Garde des FSV Fernwald feiert dritten Sieg hintereinander

(se) Der dritte Sieg hintereinander für die Hessenliga-Fußballer des FSV Fernwald, die am Samstag in einer kurzweiligen Partie gegen Viktoria mit 3:1(1:0) gewannen, seit nunmehr fünf Spieltagen ungeschlagen sind und sich auf dem besten Weg befinden, die Abstiegszone weit hinter sich zu lassen. Und das mit einer ausgesprochen jungen Mannschaft.

"Mit Ausnahme von Sven Schmitt und Michael Bodnar haben wir nur Spieler in der Anfangsformation gehabt, die 23 Jahre alt sind oder jünger", freute sich hinterher Steinbachs Trainer Daniyel Bulut über den Streich seiner jungen Garde. Allerdings muss auch festgestellt werden, dass gerade beide Routiniers zu den Stützen der Mannschaft zählten. Schmitt hütete das Tor nahezu fehlerfrei, und Bodnar ist als Abwehrorganisator für die Mannschaft Gold wert.

In Steinbach sahen die Zuschauer, immerhin 210 Besucher meldeten die Gastgeber, ein munteres Spiel zweier offensiv ausgerichteter Mannschaft, in dem die Urberacher in spielerischer Hinsicht leichte Vorteile besaßen, der FSV läuferisch dagegenhalten konnte . "Beide Mannschaften wollten gewinnen und sich nicht mit einem Remis zufrieden geben", stellte der FSV-Coach fest, der aber auch einräumte, dass der Sieg etwas glücklich war.

Bulut spricht damit zwei Abseitstore der Gäste in der zweiten Halbzeit an, als einmal Gästespieler Yüksel Ekiz aus einer Abseitsposition heraus den Ball über die Linie beförderte, obwohl das Leder wahrscheinlich auch ohne Zutun des Viktoria-Mittelfeldspieler ins Tor gegangen wäre; zum anderen wähnte Schiedsrichterassistent Dominik Weber bei einem weiteren vermeintlichen Gästetor Denis Aleksander Talijan im Abseits. Eine Entscheidung, die nicht nur Urberacher anzweifelten.

Wer am Samstag in Steinbach zu spät kam, wurde bestraft. Nach einem etwas missglückten Anstoß - das Fehlern von Kapitän Daniel Beck machte sich (bereits) hier bemerkbar - wurde Ahmet Marankoz nach bereits 20 Sekunden vom übereifrigen Urberacher Talijan im Viktoria-Strafraum gefoult. Den fälligen Strafstoß verwandelten Dominik Völk sicher zur FSV-Führung. Dieses Tor war der richtige Muntermacher für beide Mannschaften, aber auch für die Besucher. Bereits jetzt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. So hatte in der 14. Minute Fernwalds Kahraman Damar eine Chance, verfehlte das Viktoria-Tor knapp. Vier Minuten später lenkte Sven Schmitt einen mächtigen Freistoß von Viktoria-Kapitän Marco Betz ans Lattenkreuz.

Wenig später blockte Christopher Schadeberg einen Schuss von Domenico Di Rosa, der an seiner alten Wirkungsstätte besonders motiviert war, ab (23.). Auf der anderen Seite startete Kais Gouri auf der linken Seite zu einem Sololauf, seine Hereingabe konnte die Urberacher Hintermannschaft auf Kosten eines Eckballes klären. In der 41. Minute kam Damar nach einer Kombination über Dominik Völk und Daniel Erben an den Ball, doch er scheiterte an Urberachs Keeper Lazar Kacarevic, der ebenfalls einmal das (Torwart-) Trikot in Steinbach getragen hat.

Mit dem 1:0 für den FSV ging es in die Pause, aus der die Urberacher mit viel Schwung und dem erfahrenen Naser Selmanaj (für Tobias Grundler) zurückkehrten. Bereits sechs Minuten nach Wiederanpfiff machte sich für Gästetrainer Thomas Epp diese Auswechselung bezahlt, denn Selmanaj verwandelten einen Freistoß aus 25 Metern zum 1:1. Die Karten waren neu gemischt, Urberach wollte mehr, hatte aber Glück, dass Julian Buss nach Vorarbeit von Völk den Ball Kacarevic genau in die Arme schoss (57.). Auf der anderen Seite rettete Schmitt gegen Di Rosa und bewahrte den FSVvor einem möglichen Rückstand (60.).

Den richtigen Riecher bewies Daniyel Bulut mit der Einwechslung von Sven Ehser für den keineswegs enttäuschenden Daniel Erben. Ehser verlieh dem Angriffsspiel des FSV Fernwald neuen Schwung, und das sollte sich in der Schlussphase auszahlen. Nach Zuspiel von Völk hatte Ehser die Urberacher Abwehr überlaufen, scheiterte aber allein vor Kacarevic am Viktoria-Torhüter (86.). In der 88. Minute war es aber dann so weit. Ehser setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente mit einer Flanke seinen Teamkollegen Ahmet Marankoz, dieser nahm den Ball mit der Brust an, ließ dadurch einen gegnerischen Abwehrspieler ins Leere laufen und ließ mit einem Schuss ins lange Eck Kacarevic keine Chance. 2:1 für den FSV. Ein in Vorbereitung und Ausführung sehenswerter Treffer. Die Gäste warfen in den verbleibenden Minuten alles nach vorn, erspielten sich drei Eckbälle in Folge und hatten Pech, dass ein vielversprechender Schuss von Mario Gotta in der vielbeinigen FSV-Hintermannschaft hängen blieb. Den Schlusspunkt setzte Kevin Buycks, der aus der eigenen Hälfte heraus gegen die aufgerückte Urberacher Hintermannschaft eine Alleingang startete und diesen der mit einem Schuss ins kurze Eck zum 3:1-Endstand abschloss.

Der Jubel bei Spielern, Betreuern und Zuschauern kannte keine Grenzen. Besonders groß war die Freude bei "Co" Richard Fratz, der am Samstag sein letztes Spiel für den FSV "absolvierte" und heute seinen Dienst beim Süd-Regionalligisten Wormatia Worms antritt.

FSV Fernwald: Schmitt - Pintaric, Schadeberg, Bodnar, Gouri - Erben (ab 65. Ehser), Golafra (ab 68. Gashi), Völk, Buss - Damar (ab 83. Buycks), Marankoz.

Viktoria Urberach: Kacarevic - Talijan, Rhein, Wolf, Gross (ab 90. Mark Dillmann) - Gotta, Betz, Ekiz, Grundler (ab 46. Naser Selmanaj) - Di Rosa, Russ.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Mürell (Obertshausen). - Zuschauer: 210. - Torfolge: 1:0 (1.) Völk (Foulelfmeter), 1:1 (51.) Naser Selmanaj, 2:1 (88.) Marankoz, 3:1 (90.+3) Buycks. - Gelbe Karten: Pintaric (65.), Damar (67.), Buycks (90.+3) - Betz (48.), Naser Selmanaj (77.), Talijan (78.).

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