Mountainbike

Jung und Platt trumpfen bei Dünsberg-Mountainbike-Marathon auf

  • schließen

Der 11. Rinn-Dünsberg-Mountainbike-Marathon des AMC Rodheim-Bieber ist Geschichte und wird doch in Erinnerung bleiben - dank Noah Jung und Christopher Platt.

Selten in der Vergangenheit haben heimische Starter der größten Mountainbike-Veranstaltung weit und breit derart stark ihren Stempel aufgedrückt wie diesmal bei der inzwischen elften Auflage des Rinn-Dünsberg-Marathons des AMC Rodheim-Bieber mit Start und Ziel an der Biebertaler Großsporthalle. Allen voran Noah Jung vom Team delta-bike.de und Christopher Platt (Team Kreidler), die bei ihrem Heimrennen am Ende der Saison noch einmal auftrumpfen konnten; Jung als Sieger des 27-km-Minimarathons, Platt als Zweitplatzierter über die 56-km-Distanz.

Dabei hatte der kürzlich 17. Geburtstag feiernde Jung von der RSG Gießen und Wieseck ursprünglich beim Bundesliga-Finale in Freudenstadt starten wollen, allerdings nach einer Streckenbesichtigung noch kurzfristig umgeswitcht. Während die Kurzstreckler auf die Reise rund um den Dünsberg geschickt wurden, brachte sich der Schunk-Azubi auf der freien Rolle auf Temperatur und war vom Start weg mit in der Spitzengruppe. "Erst habe ich mich noch zurückgehalten, am Vetzberg dann meinen Angriff gestartet und schnell einen Vorsprung herausgefahren." Am Krumbacher Kreuz, wo erneut zahlreiche Zuschauer die Streckenpassage rund um die Verpflegungskontrolle bevölkerten, war Jung der Konkurrenz schon um über eine Minute enteilt und überholte in Slalommanier abgehängte Kurzstreckler. Auch wenn der Vorsprung stetig anstieg, ließ Jung nicht locker und drückte bis ins Ziel aufs Tempo: "Es kann immer etwas passieren, ein Defekt, ein Sturz, und da wollte ich immer etwas Puffer haben", erklärte der Delta-Biker seine überragende Vorstellung, die nach 1:05:00 Stunden beendet war. Und damit über dreieinhalb Minuten früher als die von Herren-Sieger Patrick Wolf (Nordhausen). Matsch gibt "Extraplus an Spaß"  

Ebenfalls stark unterwegs war Thorben Jost (TGV Schotten/HWG Gedern) in der Schülerklasse U15. "Es ist gut gelaufen und ich bin zufrieden", ließ der Atzenhainer im Ziel wissen, der tags zuvor bei der hessischen Bergmeisterschaft in Schotten einen weiteren Titel gewonnen hatte. Während der Grünberger Theo-Koch-Schüler noch in der U15 unterwegs ist, musste der letztjährige Konkurrent Leonhard Schneider in der U17 antreten und sicherte sich hier in starken 1:18:12 Minuten als Dritter einen Podestplatz. "Die Strecke war gut zu fahren, der matschige Boden hat dem Ganzen noch mal ein Extraplus an Spaß gegeben", teilte Schneider mit, der kurz vor dem Ziel an einer 90-Grad-Kurve zu Boden musste. Damit war er nicht allein, auch Florian Wiegand (beide RV Gießen-Kleinlinden), der U17-Vierte hinter Schneider, ereilte das gleiche Schicksal.

Bei den Master1 sicherte sich Transalper Wolfgang Rinn (RV Gießen-Kleinlinden/Team Tour der Hoffnung) sicher den angestrebten Top-10-Platz als Siebter in 1:22:22 Stunden, obwohl er kurzzeitig zweimal vom Rad musste. "Wir sind relativ früh auf Kurzstreckler aufgefahren, und dann ging es zum Beispiel in Matschpassagen kaum noch weiter, erst recht, wenn sich einer vor einem hingelegt hat." Rinn, der dem ältesten Master1-Jahrgang angehört, hätte mit seiner Zeit die Master2-Wertung gewonnen, wo Thomas Hanika (RSG Gießen und Wieseck) in 1:23:49 den Sieg unter 37 Mitbewerbern herausfuhr. Es war Hanikas erstes und letztes MTB-Rennen. Der Straßenradfahrer, der seit über 20 Jahren lizenzierter Rennradler ist, feiert im November 50. Geburtstag und "will erheblich kürzertreten, es fällt einem auch immer schwerer, sich für diesen trainingsintensiven Sport derart zu motivieren", gab der Rodheimer zu Protokoll. Auf und ab bei den Frauen Spannend machten es bei den Frauen Claudia Henrich (RSG Gießen und Wieseck) sowie Natascha Fischer vom RSC Grünberg über 738 Höhenmeter. Henrich hatte sich "fest vorgenommen, diesmal mein Tempo zu fahren". Beim Waldhaus lief sie auf die bis dato zweitplatzierte Laubacherin Fischer auf, allerdings konnte die Polizistin in Bergaufpassagen immer wieder einen Vorsprung herausfahren. Bergab fuhr Henrich stets wieder heran, und somit "durfte ich es "nicht auf den Schlussanstieg ankommen lassen. Also gab ich in den letzten beiden Abfahrten Gas und konnte einen kleinen Vorsprung herausfahren", zeigte sich Henrich sehr zufrieden mit Platz zwei bei den Seniorinnen. Die 27-jährige Fischer sicherte sich in 1:30:42 Stunden den Sieg in der Damenwertung und zeigte sich "sehr zufrieden, schließlich habe ich zuletzt nicht so oft trainieren können".

Auf der 56-km-Strecke entbrannte zunächst ein Dreikampf zwischen Sascha Starker (SSG Bensheim), Marcel Lehrian (TV Dorf Erbach) und Lokalmatador Christopher Platt vom gastgebenden AMC Rodheim-Bieber. Der Krofdorf-Gleiberger hat derzeit sein Augenmerk auf die berufliche Zukunft gelegt und das Training entsprechend reduziert. Dennoch war der MTBler vom Team Kreidler fester Bestandteil der Spitzengruppe. So wie auch Lehrian, den allerdings ein platter Reifen zurückwarf – am Ende erreichte er mit über sieben Minuten Rückstand das Ziel als Fünfter. Platt hatte zuletzt weniger an den Grundlagen gearbeitet, weshalb er auch "verkrampfte Beine" zu beklagen hatte, dennoch bis fünf Kilometer vor dem Ziel Starker einen knallharten Fight lieferte. Dem Führenden der Rosbacher Bike-Challenge hat genau noch dieser Sieg am Dünsberg gefehlt, "deshalb wollte ich auch unbedingt hier gewinnen", sagte der 28-Jährige, der sich dadurch auch die Gesamtwertung sicherte. Der Bensheimer hielt sich meist im Hintergrund, ließ Platt und Lehrian die Führungsarbeit leisten und schlug fünf Kilometer vor dem Ziel zu. "Er hat mich genau in einem Moment erwischt, in dem ich mich nicht so gut gefühlt habe", ärgerte sich Platt auch darüber, dass er kurz nach dem Start nach einem unverschuldeten Sturz über 25 Plätze verloren hatte. Dennoch, 193 Starter ließ Platt hinter sich. Hockauf und Schmidt gemeinsam Ein spannendes teaminternes Duell lieferten sich Christian Schmidt (Senioren2) und Thomas Hockauf (Senioren 3/4, beide RSG Gießen und Wieseck), die nach 2:30:25 Stunden den Zielstrich an der Großsporthalle passierten. Für Hockauf stand am Ende der zweite Platz zu Buche: "Es war ein sehr gutes Rennen, die Zusammenarbeit mit Christian lief richtig gut. Mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden, die Form stimmt für die kommende Crosssaison." Und auch Schmidt, der Rang sechs belegte, zeigte sich zufrieden, schließlich steckte die tags zuvor absolvierte hessische Bergmeisterschaft noch in seinen Knochen: "Die Beine waren am Ende schon ganz schön müde." Schnellste Frau war erwartungsgemäß Mandy Platzdasch (MTBC Wehrheim), die 2:48:59 Stunden für die 1542 Höhenmeter benötigte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare