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Hoch hinaus geht es für Delta-Biker Noah Jung bei der DM in Gedern - am Ende steht Platz fünf zu Buche.

Jung jubelt über DM-Platz fünf

  • Ronny Herteux
    vonRonny Herteux
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Noah Jung und Niclas Zimmer sind nach ihren Stürzen beim Weltcup in Albstadt nicht in Bestform zur DM nach Gedern gereist - dennoch haben sie aufhorchen lassen.

Die deutsche Mountainbike-Meisterschaft war für Noah Jung (Team delta-bike.de) und Niclas Zimmer (Team Stenger-Bike) quasi ein Heimspiel, beim TGV Schotten auf der Vulkan-Race-Strecke haben die beiden Fahrer der RSG Gießen und Wieseck schon viele gute Vorstellungen abgeliefe rt.

Diesmal hatte die Wettervorhersage Schlimmes befürchten lassen, so musste die etwas mehr als vier Kilometer lange Strecke mit jeweils 140 Höhenmetern pro Runde am Samstag eine Menge Regenwasser schlucken. Der Sonntag dann allerdings verschonte die DM-Starter mit dem feuchten Ungemach, dennoch war immer höchste Vorsicht besonders über die Wurzel- und Steinpassagen geboten.

Im U23-Rennen war David List (Lexware MTB-Team) der überragende Teilnehmer. Als Fahrer des ältesten Jahrgangs 1999 und Titelverteidiger legte er üppige 03:31 Minuten Vorsprung zwischen sich und den zweitplatzierten Leon Kaiser (Team Bulls). Als Dritter durfte noch Markus Eydt vom RV Queidersbach das Podium im Gedern besteigen.

Während List nach 1:21:14 Stunden seine sieben Runden absolviert hatte, überquerte Noah Jung (delta-bike.de) nach 1:26:29 Stunden die Ziellinie. Der Wiesecker war damit nicht nur bester Hesse bei den deutschen Meisterschaften, sondern auch deutschlandweit Zweitbester seines Jahrgangs 2000.

Von Startplatz 17 aus, was für den Wiesecker »die vierte Startreihe bedeutete, kam ich gut ins Rennen und fand mich nach der Einführungsrunde auf Position 13 wieder. Runde um Runde kämpfte ich mich weitere Plätze nach vorne, bis ich in der vorletzten Runde an Position vier liegend eine Dreiergruppe anführte«, lag der Delta-Biker, der beim Weltcup in Albstadt nach einem Sturz vorzeitig die Segeln streichen musste, voll im Plan. Ein Mitglied des Trios war Lennart Krayer (Lexware), seines Zeichens U19-Weltmeister aus dem Vorjahr, und den mussten die beiden anderen nach einer weiteren Tempoverschärfung ziehen lassen - 17 Sekunden war am Ende Krayer dem Mittelhessen enteilt.

Jetzt hatte es Jung nur noch mit Ole Zilse (Rose Bikes) im Kampf um Platz fünf zu tun, »gut eine Runde vor Schluss konnte ich mich dann entscheidend absetzen«. Und wie, immerhin 42 Sekunden hatte Jung zwischen sich und seinen Widersacher gelegt. Und dass sich der Delta-Biker »überglücklich über Platz fünf« zeigte, ist vor dem Hintergrund, dass er zuletzt hier und da vom Pech verfolgt war, umso verständlicher.

Wie geht es weiter? Eventuell der Kitzalp-Marathon am 3. Juli im Tiroler Brixental (Österreich) oder der Weltcup im französischen Les Gets Anfang Juli stehen momentan auf dem Programm.

Zimmer hatte dagegen lange nicht wissen können, ob es überhaupt für einen Start in Gedern reichen würde. Nach seinem in Albstadt erlittenen Bänderriss in der Schulter war ihm eine sechswöchige Ruhephase empfohlen worden. Der Social-Media-Student aus Vetzberg setzte sich allerdings nach eineinhalb Wochen wieder aufs Rad und trainierte »hauptsächlich auf dem Rennrad« und ist in dieser Zeit auch »keine schweren Trails gefahren«. Und so entschied sich Zimmer »am Freitag dazu, das Rennen mit getapter Schulter zu fahren«.

Der Vetzberger (Jahrgang 1999) ist beim Start »aus der zweiten Reihe sehr gut weggekommen« und behauptete sich im Start-Loop unter den besten zehn Fahrern. »Leider bremste mich auf der technisch anspruchsvollen Strecke mein Bänderriss in der Schulter mehr ein«, als es sich der THM-Student vorher ausgerechnete hatte. »Im Verlauf des Rennens schmerzte die Schulter immer mehr, wodurch ich auf den technischen Passagen nicht so schnell fahren konnte wie sonst. Ich hatte den Sturz von Albstadt noch zu sehr im Kopf und wollte auf keinen Fall wieder stürzen«, konnte und wollte Zimmer verständlicherweise nicht sein volles Leistungsvermögen abrufen. Dennoch, nach 1:19:34 Stunden hatte der Team-Stenger-Fahrer das Ziel als Zwölfter im 53 köpfigen Starterfeld erreicht. »Damit bin ich nicht wirklich zufrieden, aber unter den Umständen war es in Ordnung.«

Die weiteren Titel in Gedern holten sich die beiden Schwestern Leonie (Frauen) und Luisa (U23) Daubermann (VC Lechhausen) sowie Olympia-Kandidat Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) bei der Elite. Hier musste der inzwischen in Gießen wohnende Sean Feldhaus nach einem Sturz und Defekt am Hinterrad seines Mountainbikes aufgeben.

Pandemiebedingt sind die DM-Läufe der Jugend, U19 und der Masters verlegt worden. Der zweite Teil der nationalen Meisterschaften findet beim ausrichtenden TGV Schotten und beim Team HWG Gedern am 11. und 12. September zusammen mit dem Hessencup statt.

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