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An einen Punktspiel-Betrieb im Amateurfußball ist im Juli nicht zu denken.

Juli-Start vom Tisch

  • vonRalph Görlich
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(goe). An Amateurfußball auf den hessischen Sportplätzen ist so schnell nicht zu denken: Die Bundesnotbremse gilt aktuell bis zum 30. Juni, bei den momentanen Inzidenzwerten ist mit kurzfristigen Lockerungen aber nicht zu rechnen. Ein Saisonstart Mitte Juli - wie von Vereinsvertretern und Funktionären angestrebt - ist damit quasi vom Tisch. Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg) hat die Hoffnungen auf einen Start zumindest Ende August aber noch nicht aufgegeben.

Nach dem beschlossenen Abbruch der Saison 2020/2021 hatten einige Funktionäre und viele Vereinsvertreter sich für einen frühen Start am besten schon Mitte Juli ausgesprochen, um möglichst viel Zeit zu gewinnen - auch wenn beispielsweise in den großen Klassen wie der Hessenliga der Spielmodus und damit auch die Anzahl der zu absolvierenden Spiele noch vollkommen offen ist.

Daraus dürfte allerdings nichts mehr werden: Die Bundesnotbremse gilt vorerst bis zum 30. Juni und aktuell quasi in ganz Hessen, weil kein Kreis unter der 100er Marke liegt. Dadurch gelten verschärfte Kontaktbeschränkungen, Kinder dürfen nur noch kontaktlos in Fünfergruppen zusammen Sport treiben. Der HFV entschied zudem, die Amateurclubs aus dem Hessenpokal zu nehmen, diese erhalten stattdessen jeweils 3000 Euro, die verbleibenden Clubs waren in dieser Woche im Einsatz. Dass sich die Lage so schnell so verbessert, dass noch vor Ende Juni deutliche Lockerungen verantwortet werden können, erscheint Stand jetzt höchst unwahrscheinlich.

Das sieht auch Verbandsfußballwart Jürgen Radeck so, der sich ohnehin nicht auf einen Start Mitte Juli festnageln lässt: »Den Starttermin haben Vereine losgetreten. Aber das ist vollkommen illusorisch, man muss denen einige Wochen Trainingsvorlauf geben. Solange die Regierung sich dazu nicht positioniert, glaube ich an gar nichts«, erklärt der Ortenberger.

Doch wann können die hessischen Amateurkicker endlich zurück auf den Platz? Seriös planen kann der Verband hier aktuell gar nicht, sondern ist an die behördlichen Vorgaben gebunden - schließlich könne niemand vorhersagen, was in sechs Wochen ist. »Vielleicht können wir Ende August starten, aber das ist alles hypothetisch. Wir werden uns demnächst wieder mit den Kreisfußballwarten zusammensetzen - dann schauen wir mal, was wir zu dem Zeitpunkt machen und planen können«, sagt Verbandsfußballwart Radeck.

Ende August wiederum wäre fast schon der Optimalfall, wenn tatsächlich erst Anfang Juli mit dem Training begonnen werden könnte. Fakt ist jedenfalls: Je später der Ball wieder rollt, desto schwieriger wird es, eine gesamte Saison mit Hin- und Rückrunde durchzubekommen - eine Einfachrunde oder die Trennung großer Spielklassen wäre die Folge.

Aktuell warte der HFV auf die behördlichen Auslegungshinweise des Landes, um seinen Vereinen Tipps und Hinweise zu den Änderungen durch das Infektionsschutzgesetz geben zu können. Parallel ist der Verband dabei, freiwillige Rückzüge und Mannschaftsmeldungen zu erfassen - auch wenn hier die Fristen jeweils erst am 6. Juni ablaufen. »Freiwillig ziehen beispielsweise Körle in der Verbandsliga Nord und Langenaubach in der Verbandsliga Mitte zurück, Großkrotzenburg hingegen will jetzt doch weiterhin in der Verbandsliga Süd bleiben - es gibt aber auch ein paar Neumeldungen. Aktuell hält sich das die Waage, es werden aber noch ein paar Meldungen kommen«, berichtet Verbandsfußballwart Radeck.

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