Jordan führt LTi 46ers zum lang ersehnten Sieg

Wohl selten hat eine Mannschaft ihren Sieg so genossen, wie die LTi Gießen 46ers ihren 86:82 (37:42)-Erfolg am Sonntag in der Oberfrankenhalle beim BBL-Kellerduell in Bayreuth: Nach dem ersten Erfolg seit Anfang November 2010 - dem Sieg in Düsseldorf folgten 13 Niederlagen in Serie - erklommen die Spieler um Neuzugang Michael Jordan die Stufen der Tribüne, bis sie inmitten der mitgereisten 200 Fans standen, um sich feiern zu lassen. Dabei sah es lange Zeit nicht so aus, als würde es wirklich einen Grund zur Freude geben, der Sieg war ein hartes Stück Arbeit. Doch am Ende war es vor allem das herausragende Spiel eines Akteurs mit einem großen Namen, das für den Jubel sorgte - Michael Jordan.

Wohl selten hat eine Mannschaft ihren Sieg so genossen, wie die LTi Gießen 46ers ihren 86:82 (37:42)-Erfolg am Sonntag in der Oberfrankenhalle beim BBL-Kellerduell in Bayreuth: Nach dem ersten Erfolg seit Anfang November 2010 - dem Sieg in Düsseldorf folgten 13 Niederlagen in Serie - erklommen die Spieler um Neuzugang Michael Jordan die Stufen der Tribüne, bis sie inmitten der mitgereisten 200 Fans standen, um sich feiern zu lassen. Dabei sah es lange Zeit nicht so aus, als würde es wirklich einen Grund zur Freude geben, der Sieg war ein hartes Stück Arbeit. Doch am Ende war es vor allem das herausragende Spiel eines Akteurs mit einem großen Namen, das für den Jubel sorgte - Michael Jordan.

Bereits nach wenigen Minuten waren die Gießener stark geschwächt: Nachdem sowohl Powerforward Zachery Peacock als auch Elvir Ovcina mit jeweils zwei Fouls auf der Bank Platz nehmen mussten, fokussierten die Gastgeber das Spiel über die großen Positionen und vor allem Center Jared Reiner: Bis zur Halbzeit markierte der NBA-erfahrene US-Amerikaner bereits 13 Punkte, wobei die Bayreuther dabei durchaus auch von der Regelauslegung der Referees unter dem Korb profitierten: Oftmals war den Hausherren in der Zone deutlich mehr Körperkontakt gestattet als den Gästen, was das Gießener Spiel etwas behinderte.

Dazu kamen einige Ballverluste, die oftmals noch der fehlenden Abstimmung mit Jordan geschuldet waren und dem BBC so einfache Punkte ermöglichten. Mit der Halbzeitsirene kam es dann zu einem Aufreger, als die Schiedsrichter ein Foul an Pete Campbell gesehen haben wollten, der mit Ablauf der Uhr einen Notwurf von der 6,75-Meter-Marke anbringen wollte: Der ehemalige Düsseldorfer netzte alle drei Versuche ein, sodass Gießen mit fünf Punkten Rückstand in die Pause ging (37:42).

Erst Mitte des dritten Viertels gelang es den LTi 46ers wieder, die Partie auszugleichen, bis sie dann sogar in Führung gehen konnten - und das sogar auf wunderschöne Art und Weise: Mit dem Spielzug hatten die Bayreuther so jedenfalls nicht gerechnet: Im Fastbreak spielte Michael Jordan den Ball durch die Mitte auf den vorauslaufenden Elvir Ovcina, der Center stieg hoch, fing den Ball und legte ihn sanft in den Korb - die Lahnstädter lagen bei noch drei zu absolvierenden Minuten im dritten Viertel zum ersten Mal seit dem Anfangsviertel wieder in Führung. "Mike ist ein großartiger Spieler, er versteht das Spiel", lobte der Bosnier seinen neuen Kollegen.

Zwar ebbte der Jubel kurzzeitig wieder ab, als Schiedsrichter Ronny Wegner ein Foul bei einem Dreierversuch von Drew Neitzel von weit hinter der Linie gesehen haben wollte und den Gastgebern drei Freiwürfe zusprach, doch spätestens als Jannik Freese fünf Sekunden vor Viertelende den Ball mit ablaufender Schussuhr mit einer Handballbewegung mehr in den Korb wünschte als warf ("Da war mehr Glück als Können dabei, im Training übt er so was nicht", sagte Headcoach Steven Key schmunzelnd nach der Partie), dazu noch ein Foul zog und mit dem Bonusfreiwurf für den 62:60-Vorsprung vor dem Schlussviertel sorgte, war das Momentum aufseiten der Gießener angekommen.

Und in den letzten zehn Minuten hörte das Momentum eben auch zu einem großen Teil auf den Namen Michael-Hakim Jordan: Zwölf seiner insgesamt 17 Zähler markierte der US-Amerikaner, der vor einer Woche zu den 46ers gestoßen war, im Schlussabschnitt.

Der 31-Jährige begann das Viertel gleich mit einem frechen Dreier ins Gesicht seines Gegenspielers und mit einem weiteren sehenswerten Pass auf Ovcina, dessen Punkte zum 67:60 nicht nur das Ende eines 11:0-Laufes für die Mittelhessen darstellten, sondern auch Bayreuths Trainer Andreas Wagner zu einer Auszeit zwangen. Key beorderte nun Ryan Brooks auf die Bank und brachte für ihn den offensiv besser aufgelegten Anthony Smith, der aber in der Verteidigung seine Probleme mit Marcus Ginyard hatte: Der Flügelspieler, der wie der "echte" Michael Jordan die University of North Carolina besuchte, traf nun für die Wagnerstädter aus allen Lagen, doch Gießens Spielmacher mit der 23 hielt dagegen. "Heute hat er gezeigt, warum wir ihn geholt haben: Uns hat jemand gefehlt, der sich zutraut, auch die schwierigen Schüsse zu nehmen. Er hat das getan, dazu noch oft den besser postierten Mitspieler gefunden", war Gießens Trainer Key mit seinem Neuzugang hochzufrieden, der zwischenzeitlich im Alleingang sieben Zähler in Serie markierte und die Hausherren so auf Distanz hielt.

Ein anderer Aufbauspieler der 46ers, Giorgi Gamqrelidze, hatte die Fahrt nach Bayreuth dagegen gar nicht erst mit angetreten: Der Georgier, der bereits in den letzten Wochen enorme Einschnitte in Sachen Spielzeit hinnehmen musste, blieb in Gießen. 46ers-Sportdirektor Vladimir Bogojevic wollte auf Nachfrage einen Abgang des Spielmachers nicht bestätigen, jedoch deuten alle Zeichen auf eine Trennung hin.

Doch sollte Jordan weiterhin solche Leistungen wie am Sonntag bringen, dürften die Gießener Fans durchaus zufrieden mit der Neubesetzung der wichtigsten Position im Basketball sein. Schließlich würdigte der US-Amerikaner auch die Leistung der Anhänger noch einmal extra: "Es ist toll, dass sie den ganzen Weg auf sich genommen haben, um uns hier so zu unterstützen. Das war ein hart erkämpfter Sieg, aber es war gut, dass wir uns zurückgekämpft haben. Das spricht für den Charakter der Mannschaft." Vielleicht können die Fans der LTi 46ers sich langsam wieder an das Feiern nach dem Spiel gewöhnen. Martin Vogel

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