Jetzt kommt der Muskelkater

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Sie betonen, dass es nur ein Hobby-Sport ist. Doch davon ist in diesen Momenten in der Wiesecker Sporthalle nicht viel zu spüren. Die Spannung ist nahezu unerträglich, die Stimmung auf dem Parkett aufgeheizt. Es geht immerhin um den Aufstieg in die erste Bundesliga. Entweder schaffen es die Hobbysportler vom MTV 1846 Gießen oder die Gäste der Ultimate Würzburg Wolves. Knappe fünf Minuten sind noch zu spielen, es steht 12:12.

Sie betonen, dass es nur ein Hobby-Sport ist. Doch davon ist in diesen Momenten in der Wiesecker Sporthalle nicht viel zu spüren. Die Spannung ist nahezu unerträglich, die Stimmung auf dem Parkett aufgeheizt. Es geht immerhin um den Aufstieg in die erste Bundesliga. Entweder schaffen es die Hobbysportler vom MTV 1846 Gießen oder die Gäste der Ultimate Würzburg Wolves. Knappe fünf Minuten sind noch zu spielen, es steht 12:12.

Der Grund für die angeregten Diskussionen zwischen den Mittelhessen und den Franken findet sich gerade auf einem Smartphone-Display wieder. Das war passiert: Der Gießener Verteiler der Scheibe hatte das 175 Gramm leichte Spielgerät sechs von erlaubten acht Sekunden in der Hand, als Gießen eine Auszeit nahm. Was den MTVlern in diesem Moment nicht bewusst war: Es war die dritte angeforderte Auszeit im zweiten Durchgang, nur zwei sind pro Halbzeit erlaubt. Doch so richtig sicher war sich niemand, ob die Regel tatsächlich stimmt, einen Schiedsrichter gibt es nicht. "Keiner war sich in diesem Moment hundertprozentig sicher, wer nun im Anschluss die Scheibe bekommt, also haben wir gemeinsam nach einer Regellösung im offiziellen Frisbee-Regelwerk des Verbandes nachgeschaut", sagte Christian Senft, Spieler, Trainer und stellvertretender Abteilungsleiter von "Frisbee Fieber Gießen", so nennt sich das Team. Nach einigen Minuten Internetsuche stand fest: Gießen hat eine Auszeit zu viel genommen und muss die Scheibe den Würzburgern überlassen. Fairplay in Reinform.

So viel Zeit muss sein, auch wenn einiges auf dem Spiel steht. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sich Gießen in der Partie schwer getan. Nach zwei souveränen Siegen beim Aufstiegsturnier gegen Heidelberg (15:7) und Ulm (15:8) liefen die Lahnstädter lange einem Rückstand hinterher. Würzburg stellte mit einer Taktik, die man im Fußball Pressing nennen würde, Gießen vor einige Probleme. "In der Schlussphase hat fast keiner mehr Pause machen können, da kamen wir konditionell schon an die Grenzen", sagte Tore Harms, Gießens erfahrenster Spieler. Der Frisbeesport geht an die Substanz. Lange Sprints und viel Dynamik sind charakteristisch. Ein gewisses Maß an Kondition sollte man bei diesem Hobbysport also mitbringen, sonst läuft man der Scheibe nur hinterher.

Die MTVler haben sich in die Verlängerung gerettet. Der nächste Punkt entschiedet über Wohl und Wehe. In dieser Phase wird Handler Hamann zum Gießener Helden. Mit gutem Auge und ruhiger Hand findet er den richtigen Moment, um einen seiner Receiver, dem Passempfänger, in der Endzone zu bedienen. Der Aufstieg ist perfekt, die Party kann beginnen.

Nun folgt der Kater, in diesem Falle der Muskelkater. "Wenn wir die erste Liga richtig angehen wollen, müssen wir Mehraufwand betreiben und intensiv trainieren", sagt Senft. 16 Mannschaften bilden das Oberhaus, vier Absteiger wird es geben. "Zehn bis zwölf Teams sind eigentlich nicht zu schlagen", sagt Senft. Klingt nach einer unlösbaren Aufgabe. "Wie wir das angehen werden, wird aber gemeinsam im Team besprochen. Das zu bewältigen, wird nicht einfach, denn es ist eben ein Hobby."

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