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Irrer Titelkampf

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Von: Roland Stamm

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Läuft: Seit Mittwochabend stehen Tom Becker (l.) und Robin Kässmann mit ihrer SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen wieder an der Tabellenspitze der Kreisliga A Alsfeld/Gießen. Doch von einer Entscheidung im Titelkampf ist noch lange nicht zu sprechen: Am Sonntag geht es in die nächste Runde, dann will der Ligaprimus den Platz an der Sonne mit einem Erfolg bei der FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein verteidigen. © Oliver Vogler

(rol). Irre Ergebnisse, verrückte Spielverläufe sowie vier dicht beieinanderliegende Teams an der Tabellenspitze. So ist die Fußball-Kreisliga A Alsfeld/Gießen zurzeit in wenigen Worten zusammenfassbar. Dabei ist das nur die halbe Wahrheit. Denn auch der Kampf um den Klassenerhalt hat so einiges zu bieten, nicht zuletzt die 0:3-Niederlage des SV Harbach bei der FSG Alsfeld/Eifa, die den SVH bereits fürs Wochenende mächtig unter Zugzwang bringt.

Denn bei lediglich zwei Punkten Vorsprung gegenüber dem Relegationsplatz heißt es nun Derby gegen die FSG Queckborn/Lauter, die gewiss keine Lust darauf haben dürfte, sich mit einer Niederlage noch mal Gedanken über eine mögliche Relegationsteilnahme machen zu müssen. Hier sprechen allerdings die aktuelle Form und die positiven Resultate für die FSG, deren Spielertrainer René Maus zuletzt große Treffsicherheit bewies und nun auch gegen den Nachbarn liefern möchte.

In beachtlicher Form präsentiert sich Woche für Woche auch der SV Bobenhausen. Trotz des Ausfalls von Stammspieler Tim Röper stimmen die Ergebnisse des Aufsteigers, dessen Trainer Karsten Schmitt den Verein mit dem seit Mittwoch gesicherten Klassenerhalt zum Saisonende verlassen wird und damit schon jetzt auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken kann. Noch sind aber Punkte zu vergeben, mit denen auch tabellarisch noch nachgebessert werden kann. Gegner am Sonntag ist die FSG Ohmes/Ruhlkirchen, die eine unglückliche Niederlage an die nächste reihte. In jedem der sechs aufeinanderfolgenden Heimspiele hatte die FSG zuletzt mindestens einen Latten- oder Pfostentreffer, ließ zudem eine Menge bester Torchancen aus und stand nach zumeist knappen Niederlagen mit leeren Händen da. Nach dem 0:3 gegen die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen am Mittwoch wird es nun aber immer enger für die FSG. Auch die FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod II ist wieder in die Gefahrenzone abgerutscht und hat nunmehr die Spvgg. Mücke zu Gast. Den bisher gesammelten 23 Punkten sollte die FSG noch welche hinzufügen, um nicht doch noch die Relegation nach unten bestreiten zu müssen.

Gleich vier Teams sind indes mit der Vergabe der Meisterschaft in Verbindung zu bringen. Bereits am Freitagabend reist die FSG Kirtorf nach Ulrichstein, um dort gegen die FSG Ober-Ohmen/Ruppertenrod/Ulrichstein zu punkten. Zwei Tage später wechselt die Dreierspielgemeinschaft dann den Heimspielort und erwartet in Ruppertenrod die SG Reiskirchen/Bersrod/Saasen, die mit dem 3:0 bei der FSG Ohmes/Ruhlkirchen die Tabellenführung zurückeroberte. Während der SG Schwalmtal als weiterem Favoriten ein Heimsieg gegen den SV Nieder-Ofleiden zugetraut werden muss, ist die SG Rüddingshausen/Londorf zu Gast bei der SG Appenrod/Maulbach/Gemünden. Auch wenn bei den Rabenauern zurzeit verletzungsbedingt nicht aus den Vollen geschöpft werden kann, so gelang am Mittwoch trotzdem ein 1:0-Heimsieg gegen den TV/VfR Groß-Felda, womit die Truppe von Nikolai Buss doch beharrlich an der Spitzengruppe dranbleibt. Der SG gelang es in diesem Kalenderjahr, von bislang elf Spielen neun zu gewinnen, während die beiden anderen unentschieden endeten. Mit einer solchen Bilanz lässt sich einiges mobilisieren und den drei Top-Teams die Stirn bieten.

Abstiegsfrage im Mittelpunkt

Mit der interessanten Partie zwischen der FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen und der FSG Horlofftal eröffnet die Kreisliga A Gießen bereits am Freitagabend ihr Wochenende. Diese Begegnung ist insofern spannend, als dass die Gäste Platz vier in der Tabelle anstreben und mit einem möglichen Sieg gewappnet wären für die Partie am Sonntag, in der es gegen den VfR Lich geht, ebenfalls noch ein Kandidat für den vierten Rang.

Mächtig eng ist es aber insbesondere in der Abstiegsfrage. Während der SV Staufenberg trotz zuletzt guter Leistungen nur noch theoretische Chancen auf den Liga-Verbleib hat und zu allem Überfluss nun auch noch in Großen-Buseck antreten muss, hoffen und zittern sechs weitere Vereine auf bzw. um den Klassenerhalt. Während der zurzeit auf einem direkten Abstiegsplatz rangierenden FSG Bessingen/Ettingshausen/Langsdorf (34 Punkte) automatisch drei Zähler gegen die zurückgezogene Mannschaft des TSV Allendorf/Lahn gutgeschrieben werden, hat der punktgleiche MTV 1846 Gießen II die FSG Villingen/Nonnenroth/Hungen zu Gast. Des Weiteren empfängt der TSV Lang-Göns II (35), derzeit auf dem Relegationsplatz nach unten, seinen Tabellennachbarn TSV Großen-Linden (36), der nur etwa vier Kilometer zum Derby anreisen muss. Dagegen ist der FSV Fernwald II mit bereits 40 Punkten ausgestattet, kann sich aber nicht zurücklehnen. Denn noch sind vier Spieltage zu absolvieren. Daher hofft der FSV auf Punkte gegen die SG Trohe/Alten-Buseck. Eine ähnlich schwere Aufgabe erwartet auch den FC Turabdin/Babylon II (41), der mit dem SV Annerod den Rangdritten zu Gast hat und für einen Sieg alles geben muss.

Auf Heimsieg spielt auch Türkiyemspor Gießen, das im Fernduell mit Eintracht Lollar nicht nachgeben und einen Ausrutscher vermeiden will. Diese Denkweise dürfte der in Lollar ähneln. Dabei ist es aber sehr unwahrscheinlich, dass die Eintracht bei der FSG Biebertal II, seit Wochen bereits als Absteiger feststehend, patzen wird. Viel wahrscheinlicher ist es hingegen, dass die Lollarer am kommenden Sonntag ihr 100. Saisontor erzielen, eine Marke, die Türkiyemspor Gießen schon geknackt hat. Ohnehin wünscht sich der neutrale Fußballfan, dass die beiden A-Liga-Topteams am letzten Spieltag am 27. Mai punktgleich einlaufen, wenn es in der Grünberger Straße in Gießen zum möglichen »Endspiel« um die Meisterschaft kommen könnte.

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