Irgendwie durch die nächsten 14 Tage

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(mn). Acht Gegentore in Freiburg, jeweils sieben in Bad Tölz und in Bayreuth - und jetzt noch deren acht gegen Kassel im Derby! Die höchste DEL 2-Heimniederlage ergänzt eine schon vor dem Eishockey-Spiel in Landshut (Mittwoch, 19.30 Uhr) desaströse Dezember-Bilanz. Enttäuschung und Unverständnis begleiten den EC Bad Nauheim angesichts der Niederlagen- und Gegentorflut vor dem Jahreswechsel - und nur eine Woche nach dem 6:0-Erfolg gegen Ex-Tabellenführer Ravensburg.

"Wir dürfen uns nicht von den reinen Ergebnissen leiten lassen, weder nach Siegen noch nach Niederlagen", sagt Matthias Baldys nach fünf Pleiten aus den letzten sechs Spielen sachlich nüchtern. Der Sportliche Leiter spricht von "besseren und vorsichtigeren Entscheidungen, die auf dem Eis getroffen werden müssen", und zugleich einer "emotionalen Mitte", die in der Analyse zu finden sei.

Das 0:8 vom Montagabend steht für eine Demütigung von DEL2-historischer Dimension. Seit dem Aufstieg 2013 ist der EC Bad Nauheim im Colonel-Knight-Stadion nicht so vorgeführt worden, entsprechend hagelt es Kritik in den sozialen Netzwerken. "Ja, die Niederlage hat schon in der Seele weh getan. Kassel ist regelrecht übers Eis geflogen", sagt Geschäftsleiter Dag Heydecker. Isoliert auf die vergangenen rund 90 Spielminuten in Bayreuth und gegen Kassel betrachtet weist der Tabellenfünfte eine sportliche Horror-Bilanz von 0:15 Gegentoren auf. Inzwischen hat kein anders Team mehr Gegentore kassiert als Bad Nauheim.

Baustellen zeigen sich also vor beiden Toren. So ist die Mannschaft von Hannu Järvenpää in zwei der letzten vier Spiele ohne eigenen Treffer geblieben, erzielte in den vergangen sechs Partien nur einmal mehr als zwei Tore, lässt die Gier vermissen. Trotzdem finden sich mit Cason Hohmann, Jamie Arniel und Andreas Pauli drei Spieler unter den Top-Ten-Scorern der Liga.

Die Gründe sind vielschichtig. Da ist der begeisternde Auftakt, schon beginnend mit dem Testspiel-Erfolg gegen DEL-Klub Berlin, über Siege gegen Bietigheim, Heilbronn und Frankfurt, Overtime-Erfolgen in Kassel und Dresden, die zusammen mit starken Auftritten der Kontingentspieler die Erwartungen erhöht hatten. Da sind aber die zahlreichen Ausfälle, die doch nicht so leicht zu kompensieren sind wie erhofft.

Ohne die U20-WM-Fahrer Simon Gnyp und Maxi Glötzl, ohne Shootingstar Jan Luca Sennhenn, ohne Huba Sekesi und zuletzt auch Tomas Schmidt fehlt es an Substanz, Elan, Stabilität und zunehmend auch an körperlicher und geistiger Frische. "Trainer-Team, Sportliche Leitung und Geschäftsführung sind lange genug dabei, um die Ups und Downs einer Saison einschätzen zu können", sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein. "Klar, Spiele wie gegen Kassel will keiner sehen. Mit so vielen Fehlern kannst du kein Spiel gewinnen."

Die spielerische Lösung in der eigenen Zone, das laufintensive Spiel, das überfallartige Kontern, das Aufrücken der Verteidiger sind Teil der Kader-DNA, die durch Ausfälle empfindlich attackiert wurde. Stabilität gewinnen, wie die Mannschaft dies noch in Bietigheim und gegen Ravensburg zeigte, irgendwie durch die nächsten 14 Tage kommen, muss jetzt das Ziel sein.

Zur Landshut-Fahrt wird mit der Rückkehr von Sennhenn gerechnet. Ob Freddy Cabana, dessen Comeback kurz vor Ablauf des zweiten Abschnitts bereits beendet war, wieder auflaufen kann, ist noch fraglich.

Positiver Text beim EC Bad Nauheim

Am Montag hat der EC Bad Nauheim das Resultat des PCR-Tests von Verteidiger Tomas Schmidt veröffentlicht. Der 31-Jährige hatte nach den trainingsfreien Weihnachtstagen Symptome gemeldet, war am Samstag erst gar nicht mit nach Bayreuth gefahren und befindet sich in Quarantäne.

Bereits in Bad Tölz rund eine Woche zuvor hatte der Deutsch-Tscheche angeschlagen gewirkt. In der Kabine hat das Test-Ergebnis nun für Verunsicherung gesorgt. Am Montag haben die Roten Teufel Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab PCR-Tests unterzogen (in der DEL 2 wird üblicherweise nur symptombezogen getestet). Die Rückmeldungen bis Redaktionsschluss waren ausschließlich negativ.

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