"Ich habe mich superwohl gefühlt"

Anfang Juni wurde der damals 22-jährige Tim Schwartz als erster Neuzugang für die derzeit laufende Saison des Basketball-Bundesligisten LTi Gießen 46ers vorgestellt, als noch niemand zu träumen wagte, dass die Mannschaft mit 10:4 Punkten starten würde (auch wenn die Realität die Euphorie mit vier Niederlagen in Folge zuletzt wieder abgelöst hat). Lange Spielzeiten blieben für den 1,97 Meter großen Smallforward, der in der letzten Saison noch bei den Saar-Pfalz Braves in der Pro A spielte, zunächst aus: So wurde Schwartz in fünf der ersten zehn Punktspiele gar nicht eingesetzt und bekam in vier der übrigen Partien maximal sieben Minuten Einsatzzeit.

Am vergangenen Sonntag jedoch stand der Flügelspieler gegen Alba Berlin zum ersten Mal in der Bundesliga in der Starting Five, war auch zu Beginn der zweiten Halbzeit auf dem Parkett und kam damit zu seinem zweiten Einsatz mit einer zweistelligen Minutenzahl - und das an seinem 23. Geburtstag.

"Das hat mich sehr gefreut zu starten, und das ausgerechnet gegen Alba. Und weil mein Geburtstag war, waren auch noch viele Freunde aus meinem Heimatort da, die mir zugeschaut haben - ob das ein Geschenk vom Trainer war, müssen Sie den fragen", freut sich Schwartz auch eine Woche später noch über den rundum gelungenen "23.". Von seinem Einsatz als Starting-Spieler erfuhr er erst am Vortag des Spiels: "Vladi[mir Bogojevic] teilte mir bei der Videoanalyse mit, dass ich gegen Samuel McElroy spielen soll. Ich habe mich dabei superwohlgefühlt und denke, dass ich meine Aufgabe gut erfüllt habe", hielt der Gießener den 30-jährigen Shootingguard auf neun Punkten und empfahl sich damit für die Zukunft.

Dass er trotz des verletzungsbedingten Ausfalls seines Teamkollegen Anthony Smith, der auf Schwartz’ Positionen zwei und drei der Hauptleistungsträger der LTi Gießen 46ers ist, zunächst nicht mehr Spielzeit erhielt, akzeptiert der 23-Jährige zugunsten des Mannschaftsgefüges: "Mein erster Gedanke war eigentlich nur bei Anthony, dass er sich nicht zu sehr verletzt hat. Ich hätte ihn gerne zurück, denn er ist eine feste Größe und hinterlässt eine große Lücke. Um diese Lücke zu füllen, gibt es Chase Griffin und mich - deshalb hatte ich schon damit gerechnet, dass ich nach seiner Verletzung mehr spiele", so Schwartz, der Bogojevic schon als Trainer bei den Saar-Pfalz Braves hatte und ihn entsprechend gut kennt. "Aber die Entscheidungen trifft Vladi, und die sind Gesetz. Mir gefällt sein Führungsstil, und ich komme gut damit zurecht. Dass er hier Trainer ist, hat auf jeden Fall eine Rolle gespielt, dass ich nach Gießen gekommen bin, auch wenn die sportliche Perspektive der entscheidende Faktor war."

Seine Rolle beim heutigen Spiel gegen die Eisbären Bremerhaven (20 Uhr, Osthalle) war zwar gestern noch nicht gewiss ("Da hat der Trainer noch nichts durchblicken lassen"), aber mit dem Einsatz gegen Alba Berlin glaubt Schwartz, einen Schritt nach vorne gemacht zu haben: "Ich bin noch in meiner Entwicklung und denke, dass ich gerade auf einem guten Weg bin. Deshalb glaube und hoffe ich, dass meine Spielzeiten noch zunehmen werden." Eine gute Leistung gegen die Eisbären und das Stoppen der Gießener Niederlagenserie wäre die beste Empfehlung, mit der sicherlich nicht nur jeder 46ers-Fan, sondern auch Bogojevic einverstanden wäre. Jan Sommerlad

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