Hungen/Lich klettert auf Rang zwei

  • vonFrank Drill
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(fjd). Die Vereine aus dem Sportkreis Gießen punkteten am sechsten Spieltag der Schach-Landesklasse West doppelt: Während die SSG Hungen/Lich (9:3 Punkte) im Nachholspiel Aufsteiger FC Bierstadt mit 6:2 abfertigte und sich auf Platz zwei verbesserte, kamen die Wiesecker Schachfreunde zu einem 5:3-Sieg bei Rochade Diez.

Rochade Diez - Sfr. Wieseck 3:5:Zwei klar herausgespielte Gewinnpartien genügten den Gästen, um Diez tabellarisch auf Distanz zu halten. Steffen Reichmann beendete seine persönliche Durststrecke (zuletzt 0,5/4) als Nachziehender mit einer Abwicklung, die in der Eroberung der weißen Dame gegen zwei Springer gipfelte, wobei die Verwertung des Vorteils in der verschachtelten Position technisch nicht ganz einfach war. Edelreservist Kurt Möller zettelte im dynamischen Läuferspiel (1. e4 e5 2. Lc4) mit Schwarz taktische Verwicklungen an, die in Bauern- und Qualitätsgewinn gipfelten. Abgesehen von den spannungsarmen Remispartien von Markus Schachl (gegen den Ex-Gießener Viktor Pribe) und von Matthias Leinweber (Philidor) musste Wieseck an den übrigen Brettern einige bange Momente überstehen. Sowohl Andreas Muth (Katalanischer Aufbau) als auch Klaus Henzelmann (Sizilianisch mit 5. f3) gerieten mit den weißen Steinen in unbequeme Turmendspiele, während Martin Fügert (Brett 7) Jansings Pirc-Festung mittels langer Rochade und h-Linien-Öffnung im Sturm erobern wollte, aber Glück hatte, dass sein zweifelhaftes Figurenopfer noch mit Remis durch Dauerschach belohnt wurde. - Diez - Wieseck 3:5: 1. Müller - Muth, 2: Pribe - Schachl, 3: Ries - Henzelmann alle remis; 4: Höhler - Reichmann 0:1; 5: Pasch - Leinweber, 6: Schneider - Repp, 7: Jansing - Fügert alle remis; 8: Khatib - Möller

SSG Hungen/Lich - FC Bierstadt 6:2:Obwohl die Begegnung auf Antrag der Gäste um eine Woche verlegt wurde, konnte Bierstadt auch am Nachholtermin keine vollständige Besetzung präsentieren, sodass Rene Gabel einen kampflosen Zähler einstreichen konnte. Den neuralgischen Punkt f7 im Sturm zu erobern gelang sowohl Manuel Hölß als auch Joachim Lehwalder. Während Hölß unter Bauernopfer dem nach b2 verirrten "Verteidigungsminister" mittels e4-e5 absperrte, sodass ohne Läufer g7 die schwarzen Felder unheilbar schwach wurden, nahm Lehwalder im Bird-Angriff (1. f4) mit ungleichen Läufern einen rückständigen e3-Bauern in Kauf, um auf der halboffenen f-Linie seine Schwerfiguren-Batterie in Stellung zu bringen. Michael Ranft wurde im Holländer von einem korrekten Qualitätsopfer seines Widerparts Luca Schneider überrascht, wobei der Bierstädter den gewinnbringenden Ausheber nicht fand. Überhaupt nicht in die Gänge kam Fide-Meister Gerd Euler, der sich am Spitzenbrett gegen den amtierenden A-Jugend-Hessenmeister Marcel Knödler zunächst eingeigelt hatte (1. c4 b6) und bei einem missglückten Ausbruchversuch im 34. Zug einen Offizier einbüßte. Statt aufzugeben, gab Euler in folgender Schema-Position (Weiß: Kg2, h2,g3,f4 - Schwarz: Tb6, Sg4, f6) ein finales "Racheschach" auf b2, worauf Knödler mittels Kg2-f3 ?? - f6-f5 ! nebst undeckbarer Mattdrohung Tf2++ quasi ein studienhaftes Selbstmatt komponierte. Im Gegenzug verpassten Christoph Soppa und Michael Ranft einen noch deutlicheren Erfolg der Hausherren, als beide ihre technisch gewonnenen Endspiele mit Mehrbauern doch noch zum Remis verdarben. - Hungen - Bierstadt 6:2; Brett 1: FM Euler - Knödler 1:0; 2: Lehwalder - Viol 1:0; 3: Orwatsch - Mertens remis; 4: Gabel - Bobke +-; 5: Soppa - Menning remis; 6: Hölß - Jakesevic 1:0; 7: Ranft - Schneider remis; 8: Hofmann - Diskorvskiy remis

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