Hüttenberger Energieleistung

(vk) Im Spitzenspiel der Handball-Oberliga bezwangen die Frauen des TV V05/07 Hüttenberg den Nachbarn HSG Dutenhofen/Münchholzhausen nach einem 19:26-Rückstand (43.) mit 32:31 (16:18), der an der Tabellenspitze eine dramatische Situation mit mehreren punktgleichen Mannschaften herbeiführt.

Im Moment ist Hüttenberg weiter Zweiter, jetzt aber nur noch aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs.

Die 29:44-Vorrunden-Niederlage in Dutenhofen hat Hüttenberg zwar zwar nicht aufholen können, mit dem knappen Heimsieg aber allenthalben Wiedergutmachung betrieben. Hüttenbergs Spielmacherin Lena Löffler, verwandelte sechs Sekunden vor dem Ende den spielentscheidenden Siebenmeter zum 32:31-Endstand und das, obwohl sie gut eine Minute vor Ende an der starken Anna-Lisa Weller im gegnerischen Tor bei einem Siebenmeter gescheitert war.

In der Partie wechselte die Führung, und es blieb eng. Carolin Kraft traf zum 8:8 (17.), ehe Franziska Ringleb das Hüttenberger 9:8 (17.) erzielte. Beim 12:10 (23.) hatte Sandra Oestreich den Tabellenführer in Vorteil gebracht, und beim 14:13 (26.) hatte Janina Timmermann per Tempogegenstoß Hüttenberg wieder in Front geworfen. Nach dem 15:15 (28.) ging die HSG mit einer 18:16-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel dominierte über weite Strecken der Tabellenführer und setzte sich ausgerechnet durch die Ex-Hüttenbergerin Sina Schmidt auf 22:17 (35.) ab. Der Spitzenreiter spielte groß auf und schien beim 26:19 (43.), der klarsten Führung, durch Carolin Kraft per Gegenstoß auf Kurs zu sein. "Wir haben da in dieser Phase abgeschaltet, waren vom Kopf her vielleicht schon weg", gestand HSG-Trainer Christian Grzelachowski. Hüttenberg verkürzte in Windeseile auf 22:26 (46.) durch einen Gegenstoß von Melanie Braun, doch als Johanna Müller per Siebenmeter zum 27:22 (47.) für den Tabellenführer einnetzte, brauchte man sich scheinbar keine Gedanken um den Sieger zu machen. Doch wie sagte hinterher Hüttenbergs Trainerin Edith Sasse: "In der letzten Viertelstunde haben wir super gespielt, es hat alles gepasst!" Mit jedem Hüttenberger Treffer wuchs die Spannung in diesem auf unvermindert hohem Niveau stehenden temporeichen Derby. Lena Löffler traf per Siebenmeter zum 26:27 (51.) und Franziska Ringleb zum 27:28 (53.). Dennoch schien nach Toren von Sandra Oestreich und Leonie Nowak vom Kreis beim 30:27 (55.) für die HSG der Spitzenreiter auf der Siegerstraße. Prüfer, Braun per Heber vom Kreis, Mappes per Gegenstoß und erneut Melanie Braun sorgten innerhalb von kaum drei Minuten für die wie entfesselt aufspielenden Gastgeberinnen für die 31:30-Führung (58.

). Dorothee Blasig tankte sich in Unterzahl durch und traf zum 31:31-Ausgleich (58.). Dann das Siebenmeter-Drama: Weller im HSG-Tor hielt den Wurf von Löffler (58.) und verhinderte die erneute Hüttenberger Führung. Dann pariert TVH-A-Jugend-Torhüterin Julia Schaffer einen Siebenmeter von Johanna Müller (59.). In der dramatischen Schlussphase verletzte sich Prüfer, und die am Ende von beiden Seiten in der Kritik stehenden Unparteiischen hielten die Uhr an. Als dann Melanie Braun den Ball zum vermeintlichen Hüttenberger Siegtor im Dutenhofener Gehäuse untergebracht hatte, entschieden die Unparteiischen auf Siebenmeter für Hüttenberg und Zeitstrafe gegen Dutenhofens Leonie Nowak. Als Lena Löffler zum entscheidenden Siebenmeter antrat, stand die Uhr auf 59:54 Minuten. Nach dem der Ball zum Siegtor im HSG-Kasten gelandet war, kannte der Jubel im Hüttenberger Lager keine Grenzen mehr, und die Überraschung war perfekt.

"Ausschlaggebend war unsere Deckung", sagte TVH-Trainerin Edith Sasse, die von einer 3:2:1-Formation auf eine 4:2-Variante umgestellt und damit eine furiose Schlussviertelstunde eingeläutet hatte, wobei vor allem die Aggressivität (im positiven Sinne) der jungen Hüttenbergerinnen in der Deckung auffiel. "Wir haben dann drei Tempogegenstöße zu Toren gemacht und waren zurück", erklärte Sasse,. "Wir haben anfangs das Kreisläuferspiel nicht unterbunden, da hat die Absprache gefehlt, wir sind zu spät bei den Halben heraus gegangen", erklärte Dutenhofens Trainer Christian Grzelachowski die Niederlage seiner Mannschaft. "Wir hatten mit Rückraum und Sperren an den Kreis gerechnet", erläutert Dutenhofens Trainer Alois Mraz und ergänzte:. "Das war klar eine Schwächephase von uns, wo Hüttenberg immer mehr herangekommen ist."

TV 05/07 Hüttenberg: Carina Müller, Schaffer; Eckhardt-Helmes (1), Braun (6), Winkes (5), Prüfer (3), Ringleb (5), Heidt (1), Carotenuto, Mappes (3), Löffler (7/7), König, Timmermann (1).

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen: Weller; Sina Schmidt (3), Miriam Schmidt, Camdzic, Dorothee Blasig (3), Bender, Oestreich (7), Ruppel (1), Nowak (3), Schäfer, Kraft (6), Johanna Müller (8/7), Klein.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: During/Großkurth (Dotzheim). / Zuschauer: 230. / Zeitstrafen: 10:12 Minuten (Winkes/zwei, Prüfer, Ringleb/zwei – Dorothee Blasig, Oestreich, Nowak/drei, Disqualifikation 60.Min., Kraft). / Siebenmeter: 8/7 – 8/7.

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