Johannes Klein (l.) und sein TV Hüttenberg wollen heute in Wetzlar gegen den TuS N-Lübbeke punkten. FOTO: THÜRMER
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Johannes Klein (l.) und sein TV Hüttenberg wollen heute in Wetzlar gegen den TuS N-Lübbeke punkten. FOTO: THÜRMER

Handball

TV Hüttenberg will Nadelstiche setzen

Zweites Heimspiel in Folge für den TV 05/07 Hüttenberg: Am ungewohnten Freitagabend empfangen die Mittelhessen um 19:30 Uhr den TuS N-Lübbecke in der Rittal-Arena Wetzlar.

Nach der 30:34-Heimniederlage gegen den TSV Bayer Dormagen am vergangenen Wochenende wartet heute ein echter Brocken auf den TVH. Runderneuert und gespickt mit Top-Spielern der 2. Handball-Bundesliga will sich Trainer Frederick Griesbach als Spielverderber mit seiner Mannschaft entpuppen. "Wir sind klarer Außenseiter. Lübbecke könnte mit zwei Mannschaften antreten und mit beiden um den Aufstieg spielen. Viele Spieler die von der Bank kommen, würden bei anderen Vereinen von Beginn an spielen. Aber in der aktuellen Zeit kann wirklich alles passieren."

Passiert ist beim TuS an allen Ecken und Enden etwas. Florian Baumgärtner (VfL Gummersbach), Tom Skroblien (TuSEM Essen), Lutz Heiny (HSG Nordhorn-Lingen) sind nur ein Teil der zwölf Neuzugänge, die im Sommer nach Ostwestfalen wechselten.

Am bekanntesten in Mittelhessen ist allerdings der Trainer des TuS, Emir Kurtagic. 2017 übernahm er nach dem Abgang von Adalsteinn Eyjolfsson den TV Hüttenberg im prekären Abstiegskampf der Handball-Bundesliga. 2019 folgte dann der Wechsel zum TuS N-Lübbecke, bei dem Kurtagic vor einem Monat seinen Vertrag vorzeitig bis 2023 verlängerte. Ein klarer Fingerzeig für die Zukunft und das Vertrauen in den Bosnier, der an sein neues Team glaubt: "Wir haben die aktuell schwere Zeit genutzt, um die Mannschaft aneinander zu gewöhnen. Meine Mannschaften sind bekannt dafür, sich im Saisonverlauf noch zu steigern und genau auf dieses nächste Niveau wollen wir schnellstmöglich kommen."

Personallage im Rückraum kritisch

Was fast wie eine sportliche Drohung an die Liga klingt, zeigte Lübbecke am vergangenen Wochenende, als bei der traditionell heimstarken HSG Konstanz mal eben mit 33:24 gewonnen wurde. Aus den bisherigen vier Partien - drei wurden wegen positiver Corona-Fälle beim Gegner jeweils abgesagt - holten die Ostwestfalen fünf Punkte. Allein im bisher einzigen Heimspiel gegen den HC Elbflorenz erwischte die Kurtagic-Truppe einen rabenschwarzen Tag und verlor mit 21:27.

Genau darauf stützt TVH-Coach Griesbach seine Hoffnung. "Dresden hat gezeigt, dass der TuS verwundbar ist. Da wollen auch wir hinkommen. Wir wollen unsere Nadelstiche setzen und mit unserem Willen den Favoriten zum umfallen bringen", so seine deutliche Ansage.

Druck wächst

Das dies ungleich schwerer werden dürfte als zuletzt gegen Dormagen, geht auch mit der Personallage der Hüttenberger einher. Dem ohnehin dünnen Kader droht im Rückraum ein Kollaps. Hendrik Schreiber fällt aus, da er im Training umgeknickt ist. Neben den beiden Langzeitverletzten Moritz Zörb und Stefan Kneer sind die Einsätze von Patrick Jockel und Tobias Hahn fraglich. "Dann müssen wir sehen, wen wir von den Jugendlichen mitnehmen", sagt Griesbach.

Kurtagic hingegen freut sich auf seine Rückkehr nach Mittelhessen, nachdem letzte Saison genau vor eben jener Partie die Saison abgebrochen wurde: "Bei mir herrscht große Vorfreude, die Spieler und Johannes (Wohlrab, Anm. d. Red.) wiederzusehen. Ich hoffe auf ein schönes Spiel."

Der Druck der Konkurrenz auf den TV Hüttenberg wurde am vergangenen Wochenende größer, denn auch Fürstenfeldbruck fuhr überraschend gegen den HC Elbflorenz seinen ersten Sieg ein. Da mittlerweile bis auf Bietigheim im unteren Tabellendrittel nahezu alle Teams dieselbe Anzahl an absolvierten Spielen aufweisen, wird die Brisanz allmählich deutlich. Denn jede Woche ist auf ein Neues ein Abenteuer, an dessen Ende unklar ist, wie lange der Spielbetrieb aufrechterhalten bleibt.

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