Hüttenberg tritt das Gaspedal voll durch

"Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis", fiel es Trainer Jan Gorr leicht, den 32:24 (17:12)-Triumph seines TV 05/07 Hüttenberg über die HSG Frankfurt/Rhein Main zu kommentieren. Vor allem die Art und Wiese, wie seine Spieler der jüngsten Belastung getrotzt und die Konzentration in diesem Hessenderby am Samstagabend vor 1250 Zuschauern hochgehalten hatten, gefiel Gorr.

"Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis", fiel es Trainer Jan Gorr leicht, den 32:24 (17:12)-Triumph seines TV 05/07 Hüttenberg über die HSG Frankfurt/Rhein Main zu kommentieren. Vor allem die Art und Wiese, wie seine Spieler der jüngsten Belastung getrotzt und die Konzentration in diesem Hessenderby am Samstagabend vor 1250 Zuschauern hochgehalten hatten, gefiel Gorr. Die erste von zwei englischen Woche ist damit geschafft. Der Trainer hofft, dass dieser Erfolg seiner Mannschaft für die nächsten schweren Spiele in der 2. Handball-Bundesliga Süd weiter Flügel verleiht. Denn schon am Mittwoch geht es bei der HSG Düsseldorf (20 Uhr) im Spitzenspiel mit der zweiten englischen Woche weiter, bevor am kommenden Samstag die TSG Groß-Bieberau ihre Visitenkarte in der Hüttenberger Sporthalle abgibt.

Bis zur 17. Minute boten die Gäste aus Frankfurt dem TVH durchaus Paroli, überzeugten vor allem durch ihre Rückraumschützen Hannes Lindt und Andreas Schröder, der hier zum 8:9 für die Gäste einnetzte. Bis dahin hatte die Hüttenberger 3:2:1-Abwehr Schwierigkeiten, die einlaufenden Außenspieler und die Rückraumspieler gleichzeitig unter Kontrolle zu halten. Die Taktik der HSG war klar: viel Kampf und Gewusel am Kreis, um den Rückraum in gute Schusspositionen zu bringen.

Einzig Steffen Weber auf Seiten der Gäste hatte keinen guten Tag erwischt, landeten seine Torwürfe und Anspiele an den Kreis doch meist beim TVH.

Im Angriff hatte vor allem Kreisläufer Mario Fernandes in der kompakten und äußerst robust aufspielenden Frankfurter Abwehr einen schweren Arbeitstag. Doch mit konsequentem Spiel über die "Schnelle Mitte" kamen die Hüttenberger ein ums andere Mal vor den Kasten von Österreichs Nationalkeeper Thomas Bauer, um den Ball hinter ihm zu versenken. Ab Minute 18 bliesen die Laudt, Lex & Co. dann ordentlich zum Angriff und schraubten ihren Vorsprung bis zur 26. Minute bis auf 16:9 (!) hoch. Matthias Ritschel im Gehäuse hatte dabei mit schönen Paraden seinen Anteil, wie auch die Abwehr, die gegen den bis dahin fast ausnahmslos erfolgreichen Rückraum endlich ins Blockspiel fand.

Nach dem Kabinengang ging es dann auf Seiten der Gastgeber richtig los! Die Abwehr hatte sich nun völlig auf das Spiel mit zwei Kreisläufern eingestellt und schirmte sie dementsprechend richtig gut ab. Auch der Block gegen die Rückraumhalben stand. Dahinter Matthias Ritschel, der dem Gegner ein ums andere Mal den Zahn zog. Dazu kamen technische Fehler der Mainstädter und die Erkenntnis, dass die Abläufe und das Timing bei Konrad Bansas Truppe noch nicht stimmten. "Wir haben einen neuen Kader. Die Spieler waren verunsichert, da unsere Fehler sich häuften und gnadenlos bestraft wurden. Wir wollten mit dem zweiten Kreisläufer mehr Druck auf die Abwehr machen, was uns in der zweiten Halbzeit nicht mehr gelungen ist."

Schneller als gewünscht sahen sich die Frankfurter in der 36. Minute durch den Treffer von Andreas Scholz mit 13:21 in Rückstand. Angetrieben von ihrem Torwart, legte die HSG kurz zu, kam aber nicht nennenswert weiter, da Tomasz Jezewski kurz hintereinander zwei Bälle zum 25:16 ins Tor wuchtete (43.). Es folgte eine "Wildwest"-Phase, in der der Zuschauer gar nicht so schnell den Kopf drehen konnte, wie der Ball hin und her flog, ohne sich den Hals zu verrenken. Jan-Steffen Redwitz kam jetzt für Matthias Ritschel ins Tor und machte da weiter, wo sein Kollege aufgehört hatte und fischte sich gleich den Ball.

Die Gäste starteten einen letzten Versuch, noch einmal das Ruder herum zu reißen und stellten auf eine 5:1-Abwehr um, Philipp Botzenhardt nahm Florian Laudt "kurz". Aber auch das brachte nicht wirklich etwas ein; funktionierte auch nicht, als der TVH eine Zeitstrafe absitzen musste. Florian Laudt entkam seinem Bewacher und netzte in der 52. Minute in Unterzahl zum 27:18 ein. Die verzweifelten HSG-Versuche, durch eine doppelte Manndeckung weiter heran zu kommen, verpufften mit der Laufbereitschaft Hüttenbergs, das sich und seinen Zuschauern den 32:24-Erfolg mit einem Kempa-Tor durch Marc Langenbach in den letzten Sekunden versüßte.

"Der Anfang war ein bisschen holprig und wir sind über den Kampf ins Spiel gekommen. Aber wir wollten alle Gas geben. Bei einem Derby fällt es halt nicht so schwer, sich zu motivieren", erklärte Keeper Ritschel nach dem Spiel. Alles in allem hat die Truppe von Trainer Jan Gorr zu keiner Sekunde einen Zweifel daran gelassen, dieses Spiel unbedingt gewinnen zu wollen: "Wir stehen gerne da oben auf dem ersten Tabellenplatz und fahren auch gerne als Favorit nach Düsseldorf. Dort haben wir nichts zu verlieren."

TV Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Andreas Lex (3), Faulenbach, Laudt (2), Jezewski (5), Weber (1), Stefan Lex (3), Scholz (1), Fernandes (2), Langenbach (3), Billek (5), Pausch (4/3), Stock (3)

HSG FrankfurtRheinMain: Bauer, van de Mortel; Bohnert (1), Mayr (1), Quilitzsch, Frieman (1), Weber (1), Seeger, Lindt (8/3), Hein (1), Schröder (4), Botzenhardt (2), Hahn (5/1), Wolf

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Gerhard /Küsters (Ingelheim/Wiesbaden). - Zuschauer: 1235. - Zeitstrafen: 4:2 Minuten. - Siebenmeter: 3/3:5/4. Daniela Pieth

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