Hüttenberg marschiert Richtung 1. Liga

(mac) Der TV 05/07 Hüttenberg geht seinen Weg. Konsequent und entschlossen marschiert die Mannschaft von Trainer Jan Gorr weiterhin in Richtung »1. Liga« und führt mit 24:2 Zählern nach 13 Spielen die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga weiter an. Auch gegen den hoffnungslos unterlegenen TV Groß-Umstadt rückten die Hüttenberger beim 35:18 (16:6)-Heimsieg am Samstagabend keinen Zentimter von ihrem Erfolgsweg ab.

(mac) Der TV 05/07 Hüttenberg geht seinen Weg. Konsequent und entschlossen marschiert die Mannschaft von Trainer Jan Gorr weiterhin in Richtung »1. Liga« und führt mit 24:2 Zählern nach 13 Spielen die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga weiter an. Auch gegen den hoffnungslos unterlegenen TV Groß-Umstadt rückten die Hüttenberger beim 35:18 (16:6)-Heimsieg am Samstagabend keinen Zentimter von ihrem Erfolgsweg ab. In der Defensive verteidigten sie weitgehend kompromisslos und hatten wohl auch nach 60 Minuten ihren Torhunger noch nicht gestillt. »Es gibt nichts Schöneres, als im Gegenstoß leichte Treffer zu erzielen«, sagte der neunfache Torschütze Florian Billek nach dem Kantersieg gegen den Aufsteiger aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg, der - laut seines Trainers Ralf Ludwig - auf allen Positionen hoffnungslos unterlegen war - psychisch und physisch. »Wir haben gegen eine viel bessere Manschaft verloren«, erklärte der Coach des Tabellenvorletzten.

Auch TVH-Trainer Gorr war nach dem Auftritt seiner Mannschaft mehr als zufrieden. »Wir haben mit einer unglaublichen Entschlossenheit gespielt und Groß-Umstadt früh klargemacht, dass wir die Punkte haben wollen«, erklärte der Coach, der nach dem ungleichen Duell von seinem Trainerkollegen ein großes Lob erhielt. »Der TVH ist so gefestigt, dass Jan Gorr fünf Spieler auf einen Schlag austauschen kann und die Kugel trotzdem genau richtig weiterfliegt. Das ist eine Qualität, die man nicht einkaufen kann. Das muss man sich erarbeiten. Wenn der TVH gut in die Rückrunde startet, gibt es in dieser Saison keinen anderen Meister als Hüttenberg«, sagte Ludwig und sah zu Gorr hinüber, der - statt unverzüglich auf die »Euphoriebremse« zu treten - kopfnickend erklärte: »Wir spielen derzeit wirklich so gut wie noch nie Handball. Wir sind immer einen Tick besser geworden und haben unsere Abwehr durch mehr physische Präsenz sogar noch verfeinert. Das stimmt mich positiv, dass wir lange um den Aufstieg spielen werden. Allerdings nur, wenn wir der Doppelbelastung Leistungssport und Beruf nicht irgendwann wieder Tribut zollen müssen.«

Danach sah es am Samstagabend zumindest nicht aus. Schnell führten die Hausherren durch einen Siebenmeter von Sven Pausch (3.) mit 2:0. In der Folge funktionierten einige eingestreute Kunststücke des TVH im Angriff nicht, in der Defensive waren hier und da noch Nachlässigkeiten zu sehen, die zwar weitgehend von Keeper Matthias Ritschel ausgebügelt wurden, aber auch dafür sorgten, dass sich die Hüttenberger zunächst noch nicht wie gewünscht absetzen konnten. In der 15. Minute traf Groß-Umstadts Linkshänder Florian See zum 4:6, doch dann liefen die Gegenstöße der Gastgeber unaufhaltsam. In der 20. Minute hatte Billek die Weichen beim 10:5 bereits auf Sieg gestellt, Pauschs erneuter Siebenmetertreffer zum 16:6, den er mit der Pausensirene anbrachte, war bereits mehr als die Vorentscheidung einer Partie, die die 1028 Zuschauer aufgrund ihrer Einseitigkeit kaum von den Sitzen reißen konnte. »Ich fand es schade, dass wir in der Anfangsphase vier große Chancen ausgelassen haben. Wir hätten aber auch deutlich verloren, wenn wir sie genutzt hätten«, sagte TV-Trainer Ludwig und ergänzte: »Schade, dass wir uns so abschlachten lassen. Wir haben uns an keine Marschroute mehr gehalten und sind in schlechte Automatismen verfallen. Ich muss keine Analyse machen. Wir haben gegen einen klar besseren Gegner verloren.«

Die Hausherren ließen sich nicht aufhalten und zeigten eindrucksvoll, warum sie an der Spitze der Liga stehen. 18 Gegentore in 60 Minuten sprechen hier eine deutliche Sprache. Beim 25:12 nahm TVH-Coach Gorr eine Auszeit und wechselte - wie von Ludwig eingangs erwähnt - fünf Akteure aus. »Ich habe dadurch keinen Bruch im Spiel gesehen«, sagte Gorr später stolz. Sein Spielmacher Florian Laudt, hauptberuflich Mathelehrer, zog ein persönliches Fazit. »Für mich als Mathematiker ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Serie reißt, mit jedem Spiel größer wird«, sagte Laudt und grinste: »Also müssen wir uns in jedem Spiel neu beweisen - auch gegen so einen Gegner. Mit den letzten 45 Minuten können wir vollkommen zufrieden sein. Aber darauf werden wir uns nicht ausruhen, denn jetzt kommen Spiele wie gegen Bietigheim, die uns zeigen werden, ob wir den Weg nach oben weitergehen können.«

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Redwitz (ab 45.); Andreas Lex (1), Laudt (3), Jezewski (5), Weber (2), Scholz, Fernandes, Schneider (2), Langenbach (3), Billek (9/2), Pausch (7/4), Stock (3).

TV Groß-Umstadt: Elsner, Rex (35.-46.); Grunwaldt (1), Kramer (3), Mauch (1), See (6/2), Scholz, Werner (3), Buschsieper, Nastos, Acic, Büdel (4), Schulz.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Dauben/Rohmen (Köln). - Zuschauer: 1028. - Zeitstrafen: 6:10 Minuten. - Siebenmeter: 6/8:2/2.

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