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Freude pur: Der TV Hüttenberg feiert gegen Baunatal die ersten Punkte. (Foto: ras)

Hüttenberg "löscht Brandherde"

(mro) Ein Lebenszeichen vom TV 05/07 Hüttenberg. Am Samstagabend hat die Mannschaft von Trainer Axel Spandau den GSV Eintracht Baunatal deutlich und auch in der Höhe verdient mit 32:23 (16:9) Toren geschlagen.

"Das fühlt sich echt gut an. Wir wollten heute unbedingt gewinnen. Dass es so deutlich wird, hatten wir natürlich nicht erwartet", war Kreisläufer Moritz Lambrecht nach dem Schlusspfiff die Erleichterung deutlich anzumerken.

Was war im Vorfeld der Partie nicht alles gesagt und geschrieben worden. Letzter gegen Drittletzter, Duell der angriffsschwächsten Mannschaften. Aufsteiger Baunatal hatte auf seiner Homepage die Favoritenrolle an den TVH abgeschoben. Und Spandau hatte gar vom "Brände löschen" gesprochen. Um nach dem Schlusspfiff sichtlich zufrieden zu Protokoll zu geben. "Die Brandherde Chancenverwertung und Aggressivität in der Deckung haben wir heute gelöscht."

Doch zunächst lief das Spiel in zähen Bahnen. Die beiden Torleute, Matthias Ritschel bei den Hausherren und Constantin Paar bei Baunatal, fanden gut ins Spiel, sodass die Begegnung wie erwartet torarm begann. Die VW-Städter legten immer vor, da Phil Räbiger auf halblinks sicher traf, so wie beim 3:2 in der 8. Minute. Doch ein Doppelschlag in der 11. Minute durch Patrick Schmidt und Tom Warnke per Tempogegenstoß ließ Hüttenberg beim 5:4 erstmals eine Führung bejubeln.

"Danach hat Ritschel alles gehalten und Hüttenberg alles getroffen", fasste Gäste-Trainer Ralf Horstmann Hüttenbergs furiose zehn Minuten kurz und knapp zusammen, in denen man sich auf 10:4 absetzte. Großen Anteil daran hatte ein Dreierpack von Neuzugang Petar Bubalo sowie die von Spandau gepriesene Deckungsaggressivität. Denn diese ließ den gefährlichen Gäste-Spielmacher Marvin Gabriel überhaupt nicht zur Entfaltung kommen und hatte, nach anfänglichen Schwierigkeiten, nun auch Räbiger im Griff.

Zu der zunehmenden Baunataler Harmlosigkeit kam parallel das mit jedem Treffer wachsende und so lange vermisste Selbstbewusstsein der Rot-Blauen. Demonstriert vom "Man of the Match" Patrick Schmidt bei seiner starken Einzelleistung, die er in der 21. Minute zum 11:5 abschloss. Und auch spielerisch waren Lichtblicke zu erkennen. Schön anzusehen, wie erneut Schmidt in Überzahl per Nachläufer in der 22. Minute zum 12:6 einwarf. So ging es mit einem, nach den ersten fünf Spielen sensationell anmutenden, 16:9-Vorsprung in die Kabine.

Nach der Pause ließ ein Doppelschlag der erfolgreichsten Hüttenberger, Bubalo und Schmidt, den Vorsprung sofort auf 18:9 anwachsen und der Treffer von Marius Liebald zum 20:10 in der 35. Minute bedeutete erstmals eine Zehn-Tore-Führung. Horstmann versuchte nun mit einer 4:2-Deckung Sand ins Hüttenberger Angriffs-Getriebe zu streuen, was auch kurzfristig gelang. Doch Spandau reagierte mit einer Auszeit und brachte seine Jungs wieder in die Spur. In der 44. Minute erzielte Routinier Andy Scholz das 25:15. "Erstmals haben wir den Kopf oben behalten, als der Gegner aufkam", erklärte Liebald

Baunatal hatte zu diesem Zeitpunkt die Niederlage bereits akzeptiert. "Ich habe den Jungs dann in der Auszeit gesagt, dass wir wenigstens mit weniger als zehn Toren Differenz verlieren sollten", ließ ein geknickter Horstmann auf der Pressekonferenz wissen. Das dieses bescheidene Teilziel der Nordhessen sich wenigstens noch erfüllte, lag daran, dass der TVH nach dem 27:15 durch Moritz Lambrecht (47.) im Wissen um den nicht mehr zu nehmenden Sieg einen Gang zurückschaltete.

"Die Jungs haben gerackert, geschuftet und Tore geworfen. Mit diesem Sieg ist uns eine Last von den Schultern gefallen", erklärte ein sichtlich zufriedener Spandau. Das Schlusswort gehörte aber einem überragenden Patrick Schmidt, der nicht nur klug Regie führte, sondern auch Verantwortung übernahm und treffsicher agierte: "Geil."

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Höpfner (2), Lambrecht (2), Chalepo, Wernig (5/1), Warnke (2/1), Scholz (1), Mraz, Fernandes, Bubalo (6), Mappes (2), Schmidt (8), Liebald (4).

Eintracht Baunatal: Paar, Kroll; Koch (1), Buhre, Pollex (1), Schade (7/3), Fuchs (3), Feuring, Räbiger (6), Gessner, Bornemann (3), Weinrich (1), Struif (1), Gabriel.

Stenogramm / SR: Gerhard/Küsters (Ingelheim/Mainz). – Zuschauer: 876. – Zeitstrafen: 8:8 Minuten. – Siebenmeter: 3/2:3/3.

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