Hüttenberg bleibt im Aufstiegsrennen

Unter den ersten fünf Mannschaften wollten die Verantwortlichen des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg ihren Klub am Saisonende sehen. Dieser Wunsch dürfte nach dem 27:24 (13:10)-Sieg gegen den EHV Aue in Erfüllung gehen. Nach den Niederlagen des TV Bittenfeld und der TSG Friesenheim ist für den mittelhessischen Traditionsklub theoretisch aber noch mehr drin.

(jms) Unter den ersten fünf Mannschaften wollten die Verantwortlichen des Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg ihren Klub am Saisonende sehen. Dieser Wunsch dürfte nach dem 27:24 (13:10)-Sieg gegen den EHV Aue in Erfüllung gehen. Nach den Niederlagen des TV Bittenfeld und der TSG Friesenheim ist für den mittelhessischen Traditionsklub theoretisch aber noch mehr drin. Nach Minuspunkten liegt Hüttenberg auf dem zweiten Tabellenplatz. "Für mich ist die Bilanz der Minuspunkte ausschlaggebend", sagt TVH-Trainer Jan Gorr, der allerdings kein besonders gutes Spiel seiner ausgelaugt wirkenden Mannschaft geboten bekam. Vor allem geistig agierten die Gastgeber vor 1021 Zuschauern im Hüttenberger Sportzentrum hin und wieder ungewohnt langsam und uninspiriert gegen einen biederen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte.

Vor allem das Wurfverhalten vom Siebenmeterpunkt war eines Aufstiegskandidaten nicht würdig. Vier verschiedene Schützen brachten es fertig, insgesamt fünfmal die sich bietende Gelegenheit verstreichen zu lassen. "Ich sage nichts zu den Siebenmetern", war Gorr ziemlich angefressen. Bei einer halbwegs ordentlichen Verwertung der Chancen hätte Hüttenberg nicht bis zum Schluss zittern müssen.

Denn als Aues technisch guter Außenspieler Zbynek Vesely zum 23:24 (56.) einwarf, witterte das kampfstarke Team aus dem Erzgebirge Morgenluft.

EHV-Trainer Maik Nowak konnte trotz des fehlenden Happyends zufrieden die lange Heimreise antreten: "Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Die Jungs haben bis zum Schluss das Spiel offen gehalten. Alleine die Tatsache, dass wir noch gegen Ende die Chance hatten, die Partie zu gewinnen, ist für uns eine richtig gute Sache." Doch ein Dreierpack des guten Michael Stock in den letzten drei Minuten sicherte Hüttenberg letztlich den verdienten Sieg.

Dabei wartete Trainer Jan Gorr im Vorfeld mit einer taktischen Überraschung auf: "Wir hatten nach der Niederlage in Delitzsch das System umgestellt und etwas defensiver gespielt. Die Deckung war wieder ausschlaggebend für den Sieg." Auch Gorr musste nach der starken Saison in den vergangenen Wochen den enormen Kräfteverschleiß seiner Jungs zur Kenntnis nehmen. Die extrem aufwendige und kräftezehrende offensive Variante der 3:2:1-Deckung ist in dieser Saisonschlussphase offenbar nicht mehr über die komplette Spielzeit durchzuziehen.

Am Freitagabend hatte der TVH immer wieder Schwierigkeiten, das Geschehen zu kontrollieren. Nachdem Florian Laudt mit einem schönen Wurf aus der zweiten Reihe das 17:14 (36.) erzielt hatte, rechneten die Fans eigentlich damit, dass Hüttenberg den personell arg gebeutelten Gast klar in die Schranken weisen würde. Doch nach einem verworfenen Siebenmeter von Tomasz Jezewski kam Aue zurück und bejubelte nach Marcel Schäfers wuchtigem Tor aus dem Rückraum sogar den 19:19-Ausgleich (46.).

"Ich denke, dass unser Wille und unser Einsatz für den Sieg ausschlaggebend waren. Es war ganz sicher kein leichtes Spiel und wir sind ein bisschen müde. Dennoch haben wir richtig gut gekämpft und verdient gewonnen", analysierte Jezewski das Spielgeschehen treffend. Hüttenberg behielt trotz offensichtlicher Schwächen im Torabschluss und im Tempospiel nach vorne die Oberhand und setzte sich nach Paul Richters Ausgleichstreffer (21:21/51.) durch einen schönen Sprungwurf von Michael Stock zum 24:21 (53.) ab. Doch Zeitstrafen für Jezewski und den solide spielenden Sven Pausch brachten die Mittelhessen in die schwierige Situation der doppelten Unterzahl. Doch spätestens als Stocks "Hattrick" in der Schlussphase den Sieg besiegelte, war die Erleichterung in der Halle groß.

Und Christian Stelzenbach, der nach seinem Handbruch wieder am Kreis eingesetzt wurde, konnte auf das Topspiel an diesem Mittwoch in Friesenheim blicken: "Wir freuen uns auf dieses Spiel. Auch wenn wir ein schwieriges Restprogramm haben, ist noch einiges drin."

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Andreas Lex (4/1), Faulenbach, Laudt (6), Stelzenbach (2), Jezewski (2), Rigterink, Stefan Lex (2), Scholz (1), Billek (3), Pausch (3/1), Stock (4).

EHV Aue: Skabeikis, Meinl; Schäfer (6), Meinhardt (1), Roch, Rothenburger (3), Richter (1), Berthold, Vesely (4/3), Sillanpää (1), Uematsu (2), Wittig (6).

Im Stenogramm / SR: Kern/Kuschel (Bellheim/Hagenbach).- Zuschauer: 1021.- Zeitstrafen: 8:14 Minuten.- Siebenmeter: 7/2:4/3.

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