Hüttenberg besiegt Essen: Der "kleine Lex" kommt groß raus

(jms) Es hätte so ein bequemer Samstagabend auf der Couch werden können, dürften sich die Handballer des TV 05/07 Hüttenberg wohl manchmal gedacht haben. Doch statt gemütlich vor dem Fernseher zu liegen, mussten die Spieler des Handball-Zweitligisten am Samstag einiges einstecken - meist Schläge ins Gesicht, in den Bauch oder sonstwohin. Die abstiegsgefährdete Truppe von Tusem Essen ging nämlich nicht zimperlich mit den Kontrahenten um. Doch auch dieser Einsatz nutzte dem Abstiegskandidaten nichts. Am Ende setzte sich der cleverere TVH verdientermaßen mit 29:27 (11:8) durch und bleibt eine Woche vor dem Topspiel beim Zweiten TV Bittenfeld auf Tuchfühlung zum Relegationsplatz.

(jms) Es hätte so ein bequemer Samstagabend auf der Couch werden können, dürften sich die Handballer des TV 05/07 Hüttenberg wohl manchmal gedacht haben. Doch statt gemütlich vor dem Fernseher zu liegen, mussten die Spieler des Handball-Zweitligisten am Samstag einiges einstecken - meist Schläge ins Gesicht, in den Bauch oder sonstwohin. Die abstiegsgefährdete Truppe von Tusem Essen ging nämlich nicht zimperlich mit den Kontrahenten um. Doch auch dieser Einsatz nutzte dem Abstiegskandidaten nichts. Am Ende setzte sich der cleverere TVH verdientermaßen mit 29:27 (11:8) durch und bleibt eine Woche vor dem Topspiel beim Zweiten TV Bittenfeld auf Tuchfühlung zum Relegationsplatz.

Dabei tat sich der TVH gegen die robusten Essener über weite Strecken schwer. Immer, wenn die 1100 Zuschauer guter Dinge waren und dachten, der TVH würde davonziehen, hatte das Team des neuen Trainerduos Wolfgang Brandt und Mark Dragunski die passende Antwort parat. So etwa in der 37. Minute, als Wirbelwind Richard Wöss per Doppelpack über die zweite Welle und von Rechtsaußen auf 14:15 verkürzte. Überhaupt bot der quirlige Rechtsaußen eine sehr starke Partie. Nachdem der unzähmbare Rigterink zum 16:14 (39.) vom Kreis traf, war es wieder Wöss, der Tempo aufnahm und verkürzte.

Ähnlich zäh wie die Anfangsphase des zweiten Abschnitts verliefen auch die ersten 30 Minuten, in denen der TVH etwas Zeit benötigten, um in Fahrt zu kommen. Wöss - wer sonst? - traf gleich dreimal in den ersten acht Minuten, und der Underdog aus der Ruhrmetropole durfte die 4:2-Führung bejubeln. Hüttenbergs Trainer Jan Gorr stieg früh die Zornesröte ins Gesicht, und seine Spieler durften sich gleich reihenweise an der Seitenlinie eine deftige Standpauke abholen.

"Es ging ziemlich hart zur Sache. Aber das hatten wir erwartet. Ich bin sehr glücklich, dass wir gegen meinen ehemaligen Klub gewonnen haben. Das war sehr wichtig", freute sich der Ex-Essener Sven Pausch, der im TVH-Dress insgesamt eine sehr solide Partie abgeliefert hatte.

Zur Pause verbesserten sich die Mittelhessen erheblich und kamen dank der Treffer von Tomasz Jezewski (6:5/19.) und einem Rigterink-Konter zum 7:5 (20.). Erst gegen Ende konnte sich der TVH etwas absetzen und zur Halbzeit eine 10:8-Führung bejubeln.

Nach einer sehenswerten Parade des guten Matthias Ritschel gegen Ben Schütte, war Pausch mit einem kräftigen Wurf aus der zweiten Reihe zum 20:17 (48.) erfolgreich. Essen agierte im Angriff nun zu unkreativ gegen eine erneut ordentlich positionierte 3:2:1-Deckung des Tabellendritten. Zudem gelang es dem TVH, das eigene Tempogegenstoßspiel erfolgreicher als zuletzt anzubringen. Die Folge war u.a. ein sauber abgeschlossener Tempogegenstoß von Pausch zum 21:17 (50.). Ein Sonderlob verdiente sich zudem Stefan Lex, der den am Rücken verletzten Andreas Scholz, wieder mit Bravour vertrat. Der Halbrechte donnerte beispielsweise in der 53. Minute die Kugel zum 23:19 ins Netz. Das Spiel war nun entschieden!

Gorr konstatierte erleichert, dass seine Mannschaft die Vorgaben in der Abwehr "sehr gut" umgesetzt habe. "In Verbindung mit unserem Torwart hat das sehr gut geklappt. Wir sind wieder unter 30 Toren geblieben. Die Leistung war sehr gut, zumal Florian Laudt beim Aufwärmen Schwierigkeiten im Rücken hatte und angeschlagen spielte", meinte Gorr, der in der Halbzeitpause in die Trickkiste griff. Um das bestmögliche Ergebnis einzufahren, analysierte der Trainer bereits in der Halbzeitpause die Partie mit der Mannschaft auf Video.

"Wir haben sehr gut verteidigt. Es war ein sehr schwieriges Spiel, denn Essen hat richtig stark gekämpft - gerade in der Deckung", stöhnte der davon gezeichnete Rigterink, der sich in manchen Szenen wohl auf seine Couch gesehnt hatte.

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Andreas Lex (1), Florian Laudt (2), Tomasz Jezweski (2/1), Rigterink (6), Stefan Lex (8/1), Fernandes, Langenbach (4) (3), Billek, Pausch (4), Stock (2).

Tusem Essen: Kulhanek, Nippes; Schulz, Wozniak, Tovornik (1), Pöter (1), Gerlich (9/6), Berka, Trodler (1), Schütte (4), Farkasovsky (4), Wöss (6), Wiencek (1), Ciupinski.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Baumgart/ Wild (Neuried). - Zuschauer: 1100. - Zeitstrafen: 6:18 Minuten. - Siebenmeter: 6/2:7/6.

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