DSC_1304_220221_4c_1
+
Der Hüttenberger Merlin Fuß setzt sich vehement durch.

Hüttenberg agiert im Kollektiv

Mit zwei Punkten kehrte der TV 05/07 Hüttenberg in der Sonntagnacht nach Mittelhessen zurück. Beim Wilhelmshavener HV gelang mit dem 26:22 (14:11) der nächste Sieg in der 2. Handball-Bundesliga. Aus dem Kollektiv ragen zwei Routiniers heraus.

Platz 13, 15 Punkte und vier Punkte Vorsprung bei einem Spiel mehr absolviert - das ist sie, die Lage des TV Hüttenberg im Abstiegskampf nach dem Sieg am Samstagabend an der Nordseeküste. Im Vorfeld war der Druck auf die Mannschaft von Trainer Johannes Wohlrab gestiegen. Nach der deutlichen Klatsche am Mittwoch in Dessau und dem drückenden TV Emsdetten im Rücken waren zwei Punkte fast Pflicht. Zumal Wilhelmshaven gänzlich mit Unruhen und Chaos belastet ist - durch zahlreiche Vertragsauflösungen von Spielern, dem laufenden Insolvenzverfahren und der damit zusammenhängenden vier Punkte Abzug am Saisonende. Doch die Mittelhessen wurden dem Druck gerecht, wollte man zudem nicht umsonst die lange Fahrt angetreten haben.

Fabrice Lehmann machte für die Gastgeber nach 94 Sekunden das 1:0. Der TVH brauchte fast fünf Minuten bis zum ersten Tagestreffer durch Merlin Fuß. Geprägt von einigen technischen Fehlern und einem starken Nikolai Weber im Tor, blieb die Partie anfangs ausgeglichen. Wiederum Lehmann traf in der 14. Minute zum 7:6 für die Hausherren. Anschließend schlug die Phase des Tobias Hahn. Alleine Hahn sorgte mit vier Toren in Folge für das 10:7 aus TVH-Sicht. Wilhelmshaven allerdings ließ sich nicht abschütteln und verkürzte kurze Zeit später wieder auf ein Tor Abstand. Johannes Wohlrab zog die Auszeit. »Wir sind gut in das Spiel gekommen, haben in der Abwehr aber einen Tick zu offensiv agiert, weshalb wir zu große Räume eröffnet haben.« Aufgrund dessen überraschte er nach Wiederanpfiff: Völlig untypisch für die Hüttenberger stellte ihr Coach auf eine 6:0-Deckung um. Auch die personelle Besetzung mit Stefan Kneer und Patrick Jockel im Innenblock schien den Gegner fast schon zu schockieren. Denn aus 10:9 nach 23 Minuten wurde ein 14:9 nach 28 Minuten. »Die 6:0-Deckung mit Kneer und Jockel hat gut gearbeitet. Niko hat super gehalten - und er hatte wichtige Paraden in schwächeren Phasen«, sagte Top-Torschütze Tobias Hahn, der zehn Treffer zum Sieg seiner Farben beisteuerte. Bis zum Pausenpfiff konnte der WHV nochmal auf 11:14 verkürzen.

Aus den Kabinen heraus knüpfte der TVH an die gute Phase vor der Pause an und enteilte sieben Minuten später auf 18:12. Der Gegner versuchte, den offensiven Spielfluss nun mit einer 5:1-Deckung zu unterbinden, was phasenweise gelang. Zusätzlich gelang es den Hausherren in der Nordfrost-Arena in ihr so gefürchtetes Tempospiel zu kommen, über das Vedran Delic Mitte der 2. Hälfte auf 17:21 verkürzte. Johannes Wohlrab nahm sofort die Auszeit, um den Lauf zu unterbrechen. Über das Kollektiv fing sich Hüttenberg wieder und spielte den Auswärtssieg in der Folge kontrolliert herunter.

Die Kräfte auf Wilhelmshavener Seite gaben nach den drei Spielen in einer Woche es auch nicht mehr her, den zwischenzeitlich hohen Rückstand vollständig aufzuholen. TVH-Coach Wohlrab am Ende zufrieden: »Großes Kompliment an meine Mannschaft, da wir somit auch den direkten Vergleich für uns entscheiden konnten, der dieses Jahr greift.« Bereits am Freitag (19.30 Uhr) empfängt sein Team die DJK Rimpar Wölfe in der Rittal-Arena, um die nächsten Punkte ins Visier zu nehmen.

Wilhelmshavener HV: Eres, Stasch - ten Velde (3), Sabljic (4), Lehmann (2), Delic (4), Postel, Schauer (2), Misetic, Droge (1), Jurisic (2), Konitz (1), Kozul, Schwolow (3), Drechsler.

TV Hüttenberg: Plaue, Niko Weber; Fuß (3), Schwarz, Kneer, Theiß (4), Fujita, Ian Weber (2), Rompf (2), Reichl (2), Mubenzem, Hahn (10/6), Klein, Jockel, Schreiber (3).

Im Stenogramm: Zeitstrafen: 3/1 / Schiedsrichter: Müller/Müller.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare