Hündin Freya hält Jubilar Knappik fit

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Jeden Morgen in der Früh mindestens eine Stunde mit Hündin Freya raus. Das steht für Elmar Knappik auch heute an. Obwohl er einen ganz besonderen Tag zu feiern hat. Der weit über die Grenzen von Mittelhessen bekannte Leichtathletik-Trainer begeht an diesem Montag seinen 70. – das Alter sieht man dem Jubilar aber nicht an.

Das tägliche Spazierengehen mit dem Mischling aus Border Collie und Golden Retriever hält Elmar Knappik fit. "Das ist Powerwalking, was ich da praktiziere", sagt er mit einem Lächeln im Gesicht. Seinen Geburtstag verbringt er bei seiner Tochter Janina in München.

Das heißt aber nicht, dass der "Runde" nicht gebührend gefeiert wird. Die Leichtathletik-Abteilung der TSG Wieseck hat in diesem Jahr ebenfalls ein Wiegenfest – das 50. Dort will Knappik, der damals bei der Gründung auch gleich der erste Trainer in Wieseck war und somit ein Doppeljubiläum begeht, mit alten Weggefährten anstoßen. "Beim Fest am 1. September werde ich einen ausgeben und mich an den Kosten beteiligen."

Noch heute ist er als Trainer bei der TSG tätig. Aktuell kümmert er sich um Luca Hellen Schmitt, Chiara James und Co. Bis vor Kurzem betreute er noch die Topsprinterin Lara Matheis, die sich kürzlich Uli Kunst anschloss, aber dennoch in Wieseck weiter trainiert. Knappik und Matheis haben weiterhin ein gutes sportliches Verhältnis und tauschen sich gegenseitig aus.

Er hatte sich eigentlich vorgenommen, mit 60 als Trainer aufzuhören. Daraus sind weitere zehn Jahre geworden – und ein Ende ist nicht in Sicht. "So lange ich Spaß habe, mache ich weiter", liebt Knappik seinen Trainerjob." "Ich stehe jeden Tag von 17.30 Uhr bis 20 Uhr auf dem Sportplatz", erzählt er. Und das Trainieren mit der Gruppe ist ein weiterer Grund dafür, dass Knappik jung geblieben ist.

Gerne erinnert er sich an die verschiedenen Epochen, die er gemeinsam mit den Athleten erlebte und in denen er seine größten Erfolge sammelte. Da fallen klangvolle Namen wie Birgit Kemkes, Simone Schön, Antje Spielmann, Andrea Bornscheuer, Ulrike Schlechtweg und natürlich Lara Matheis. "Herausragend war die Zeit mit Mehrkämpferin Schlechtweg und Sprinterin Bornscheuer. Mit Ulli war ich 1998 sogar in Prag als Betreuer beim Mehrkampf-Europacup. Das war schon ein tolles Erlebnis", erzählt der frühere vielversprechende Mittelstreckler.

Der mit zahlreichen Auszeichnungen dekorierte Funktionär (unter anderem sechs Jahre lang Vereinsvorsitzender der TSG Wieseck, 14 Jahre Vorsitzender des Leichtathletikbezirkes Gießen und drei Jahre Präsident des Hessischen Leichtathletik-Verbandes) und ehemalige Sport- und Biologie-Lehrer der Gießener Herderschule ist momentan dreimal die Woche ehrenamtlich ("Ein paar Euros springen dabei heraus") am Ortsgericht tätig. Er bearbeitet schwerpunktmäßig die Sterbefälle von der Stadt Gießen. "Das ist manchmal gar nicht angenehm."

Da bleibt nicht viel Freizeit für den 70-Jährigen über. "Ich bin schon ganz schön ausgelastet. Und mittags lege ich mich ab und zu auch mal für eine Stunde hin. Das ist in meinem Alter das eine oder andere Mal notwendig", verrät er.

Eines will er aber gar nicht missen. Seinen wöchentlichen Stammtisch mit Ulrich Strack und Günther Lindenstruth. "Das schätze ich sehr. Da kommen auch mal andere dazu. Wir tauschen uns da über alles aus." Manchmal sitzt er aber auch wortlos neben den beiden Ex-Bundesliga-Korbjägern. "Dann höre ich mir das Basketballfachgesimpel von den zweien an. Da kann ich nicht mitreden." Aber nach einer "gefühlten Stunde" kommen andere Themen auf den Tisch – und dann wird Knappik wieder aktiv.

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