HSG-Spieler Müller: "Müssen Arsch zusammenkneifen"

(mac) Philipp Müller kann nicht nur austeilen; er ist auch hart im Nehmen. Schon am Montagmorgen - nur einen Tag nach der höchsten Niederlage der HSG Wetzlar seit ihrer Zugehörigkeit zur Handball-Bundesliga - schaute sich der Rückraumspieler der HSG zu Hause einige Szenen von der 22:42 (7:20)-Demütigung seiner Mannschaft bei der SG Flensburg/ Handewitt vom Sonntag an.

(mac) Philipp Müller kann nicht nur austeilen; er ist auch hart im Nehmen. Schon am Montagmorgen - nur einen Tag nach der höchsten Niederlage der HSG Wetzlar seit ihrer Zugehörigkeit zur Handball-Bundesliga - schaute sich der Rückraumspieler der HSG zu Hause einige Szenen von der 22:42 (7:20)-Demütigung seiner Mannschaft bei der SG Flensburg/ Handewitt vom Sonntag an. "Es war sehr bitter, dort mit 20 Toren Unterschied aus der Halle geworfen zu werden", sagt Müller danach. "Man kann in Flensburg verlieren. Von mir aus auch mit 15 Toren, aber nicht so, wie wir uns dort präsentiert haben", schimpft der 26-Jährige auch gestern noch über den katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft an der Förde.

"Wir haben die ersten Bälle verworfen, haben uns schlechte Würfe genommen, technische Fehler gemacht, sind in dumme Konter gelaufen und haben dann noch ›Schibbeltore‹ kassiert. So waren wir schnell in einem Sog nach unten, aus dem wir uns nicht mehr befreien konnten", erklärt Müller. Eine bessere Erklärung für die 20-Tore-Packung konnte der gebürtige Würzburger nicht liefern. "Es ist ein Mysterium. Irgendwie haben wir in dieser Saison zwei Gesichter. Wir haben gute Abwehrspieler und auch schon häufig ordentlich gedeckt, aber wir schaffen es nicht, das immer abzurufen.

Wir müssen mal unseren Stiefel konstant herunterspielen", fordert Müller, der vor dem nächsten Heimspiel der HSG am morgigen Mittwoch um 20.15 Uhr gegen seinen Ex-Klub TV Großwallstadt aber verspricht: "Gegen den TVG knallt’s".

"Am Mittwoch muss jeder von uns begriffen haben, dass es gilt. Wir müssen von einem Muss-Spiel reden. Ausreden zählen nicht, nur Taten und die zwei Punkte", erklärt Müller, der von 2006 bis 2008 in Großwallstadt gespielt hat, ehe er dann über HBW Balingen/Weilstetten (2008 bis 2010) nach Wetzlar wechselte. Müller bedauert, dass es sein Team in den Spielen gegen Friesenheim (23:27), N-Lübbecke (24:29) und bei MT Melsungen (24:26) verpasst hat, entscheidende Treffer zu setzen. "Wir haben große Chancen gehabt, uns selbst schon aus dem Abstiegssumpf zu ziehen, aber haben es selbst vermasselt. In Kassel hat in der zweiten Halbzeit beispielsweise gar nichts mehr gepasst. Deswegen ist klar, dass wir gegen den TVG gewinnen müssen. Wenn wir verlieren, rutscht hinten alles noch mehr zusammen. Wir müssen den Arsch zusammenkneifen und zur Not muss es auch auf die Fresse geben. Aber das ist sowieso meine Art, Handball zu spielen", sagt Müller, der diese Einstellung auch von seinen Mitspielern erwartet.

"Vor dem Spiel in Flensburg darf keiner denken, gewinnen können wir sowieso nicht, dann ist es doch auch egal, wie es ausgeht. Ich kann nur für mich sprechen; bei mir war es nicht so", erklärt Müller und sagt: "Mir kann man eher vorwerfen, dass ich übermotiviert bin." Generell sei es aber immer ein Problem, wenn in einer Mannschaft nur ein Akteur aggressiv zu Werke gehe. "Auf den haben sich die Schiedsrichter schnell eingeschossen", sagt der Zwillingsbruder von Nationalspieler Michael Müller. "Aber wenn es sein muss, muss man auch mal auf den Mann gehen. Es muss in unsere Köpfe rein, dass wir immer noch im Abstiegskampf stecken. Da geht es nicht um Schönheit und nicht ohne sich wehzu tun", sagt der Rechtshänder, dem die Situation im Tabellenkeller schon "Kopfschmerzen bereitet". "Es gibt keine Mannschaft, die man jetzt nach Weihnachten abschreiben kann. Selbst Friesenheim, die vorher als klarer Absteiger galten, haben schon neun Punkte. Der Abstiegskampf wird sich mit mindestens sieben Teams ewig hinziehen", vermutet Müller, glaubt aber, dass die HSG "die besten Karten hat", weil außer Friesenheim alle gefährdeten Vereine noch in Wetzlar spielen müssen. "Darauf können wir uns aber auch nicht verlassen.

Dass es schiefgehen kann, hat das Heimspiel gegen Friesenheim gezeigt", sagt Müller, der am Mittwoch gegen seinen Ex-Klub zeigen will, dass er hart im Nehmen ist und ordentlich austeilen kann.

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