Hoffnungen ruhen auf Ovcina

(kus) An den 18. Oktober 2009 erinnern sich Spieler, Trainer und Fans der LTi Gießen 46ers äußerst ungern. Denn an diesem Sonntag erlebten die 46ers - wie es im Bericht der AZ hieß - das "Debakel von Düsseldorf". Mit 49:73 gingen die ersatzgeschwächten Mittelhessen am Rhein unter. Dass die 46ers im Rückspiel am Samstag (20 Uhr, Osthalle) etwas gutzumachen haben, ist klar. Klar ist aber auch, dass sie sich im Existenzkampf der Basketball-Bundesliga gegen den Tabellen-15. keine Niederlage erlauben dürfen.

(kus) An den 18. Oktober 2009 erinnern sich Spieler, Trainer und Fans der LTi Gießen 46ers äußerst ungern. Denn an diesem Sonntag erlebten die 46ers - wie es im Bericht der AZ hieß - das "Debakel von Düsseldorf". Mit 49:73 gingen die ersatzgeschwächten Mittelhessen am Rhein unter. Dass die 46ers im Rückspiel am Samstag (20 Uhr, Osthalle) etwas gutzumachen haben, ist klar. Klar ist aber auch, dass sie sich im Existenzkampf der Basketball-Bundesliga gegen den Tabellen-15. keine Niederlage erlauben dürfen. Die Düsseldorfer haben derzeit nur einen Punkt mehr auf dem Konto als die Gießener, die auf Abstiegsplatz 17 rangieren. Läuft alles nach Plan, wird am Samstag ein neuer Guard erstmals das 46ers-Trikot tragen. Gestern Abend meldete der Klub, dass er sich mit einem Spieler auf einen Vertrag geeinigt hat.

Allerdings veranstalten die Gießener Verantwortlichen ein großes Rätselraten, wer den letzten freien Platz im Team erhalten wird. "Wir setzen alle Hebel in Bewegung, um den Spieler so schnell wie möglich zu uns zu holen", erklärte Geschäftsführer Christoph Syring. Am späten Abend weilte der neue Profi, der zuletzt in einer osteuropäischen Liga spielte, noch im Ausland und soll nach Möglichkeit am Freitag auf dem Flughafen in Frankfurt landen.

Mister X wird auch ohne Probezeit die letzte Spielerlizenz für diese Saison erhalten: "Die Qualität des Spielers schließt ein Tryout aus", hatte Syring schon am Donnerstagnachmittag, als der Transfer noch nicht perfekt war, gegenüber der AZ erklärt. Mehr wollte der Geschäftsführer nicht verraten - nur noch so viel: "Basketballfans werden ihn kennen." Mit der Verpflichtung des Komboguards ist die Probezeit des Serben Zoran Osmokrovic beendet, der wie schon zuvor Rashad Williams in der Testphase nicht überzeugen konnte. Nach der schweren Knieverletzung von Bundesliga-Topscorer David Teague (Knorpelschaden), der derzeit noch in Deutschland weilt und der in dieser Saison wohl nicht mehr aufs Basketballfeld zurückkehren wird, hatten die 46ers einen Spieler gesucht, der das Team auf der Position eins als Backup führen, der aber auch zuverlässig punkten kann. Diesen hoffen die Verantwortlichen nach mehreren personellen Fehlgriffen nun gefunden zu haben, zumal der Akteur schon länger auf der Prioritätenliste der Gießener ganz oben stand.

Ein ähnlicher Volltreffer wie die Verpflichtung von Elvir Ovcina, der am Samstag sein Heimdebüt geben wird, würde die Chancen der Gießener auf den Klassenerhalt natürlich deutlich verbessern. Wie wichtig der erfahrene Center für das Team sein kann, hat er bei der zu hoch ausgefallenen 55:80-Niederlage in Berlin bewiesen, als der Bosnier bei seinem ersten Einsatz auf Anhieb bester Gästespieler war.

Nach zuvor sechs Niederlagen in Folge könnte am Samstag Ovcina der Schlüssel zum Sieg sein. Denn mit dem neuen Center haben die 46ers am Brett gegenüber Düsseldorf zumindest nominell deutliche Vorteile, zumal sie zwei Wochen Zeit hatten, den Routinier zu integrieren. "Daran haben wir im Training intensiv gearbeitet. Für Elvir selbst war die Integration überhaupt kein Problem", berichtet 46ers-Trainer Vladi Bogojevic. Sollte der 2,12-Meter-Hüne ähnlich stark aufspielen wie in Berlin, dürfte er von Düsseldorfs langer Garde um Logan Kosmalski nicht zu halten sein und zudem Freiräume für seine Kollegen schaffen.

"Ich denke, Gießen ist nun ausgeglichener besetzt und dadurch schwerer auszurechnen", beurteilt Düsseldorfs Trainer Achim Kuczmann auf der Internetseite der Giants die personellen Veränderungen bei den 46ers - ohne von dem neuen Guard zu wissen.

Die Düsseldorfer haben am vergangenen Freitag in Göttingen mit 62:66 verloren - und Kuczmann dennoch überzeugt. "Gefehlt hat nur ein Sieg", sagt der Coach. Und das, obwohl in Koko Archibong der beste Spieler der Rheinländer gefehlt hat. Kuczmann sah sich durch den beherzten Auftritt in seiner Maßnahme bestätigt, die Startformation zu ändern. Für Aufbauspieler Zack Whiting und Shootingguard Brendan Winters rückten Gordon Geib und Bobby Walker in die Starting Five. Der Trainer lässt allerdings offen, ob er auch in Gießen mit seiner veränderten Formation beginnen wird. Klar ist, dass Archibong nach seiner Pause wegen einer Handverletzung wieder mit von der Partie sein und dem Team etwas mehr Präsenz unter dem Korb verleihen wird. "Ansonsten ist Düsseldorf eine kleine, bewegliche Mannschaft, die viele Würfe nimmt", sagt Bogojevic über den Gegner, um den nach seiner Sicht entscheidenden Faktor für den Samstagabend zu nennen: "Letztlich kommt es nur auf den Kampf an.

" Und darauf, dieses enorm wichtige Spiel zu gewinnen.

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