Hier noch im Dress der Nürnberger spielt Braydon Hobbs (r.) in der neuen Saison für Gießen. 	(Foto: ov)
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Hier noch im Dress der Nürnberger spielt Braydon Hobbs (r.) in der neuen Saison für Gießen. (Foto: ov)

Hobbs: »Ich liebe es, wie Gießen spielt«

Braydon Hobbs legt sich gerne mit der Wildnis an, wird bald Vater und kann einfach nicht genug vom Basketball bekommen. Das Interview mit dem ersten Neuzugang der Gießen 46ers.

Der 1,96 Meter große Guard nutzt gerade den Sommer, um in Australien auf Korbjagd zu gehen. Die Gießener Allgemeine Zeitung sprach trotz mehr als 15 000 Kilometern Luftlinie Distanz mit dem 26-Jährigen, der vom Nürnberger BC zum Bundesligisten aus Gießen kommt.

Braydon Hobbs, es sieht nicht so aus, als wären Sie ein Typ, der Urlaub braucht: Nach der ProA-Saison mit dem Nürnberger BC spielen Sie derzeit mit den Mackay Meteors in Australien, ehe Sie nach Gießen kommen werden.

Braydon Hobbs: »Hier zu spielen, ist wie Urlaub für mich! Es ist eine ziemlich entspannte Liga, ich bin in der Nähe des Strandes und das Lebensgefühl hier ist klasse.«

Es läuft gut für Sie, derzeit stehen sie mit 9:0 Siegen an der Tabellenspitze. Wie kamen Sie nach Australien?

Hobbs: »Wir sind derzeit auf dem ersten Rang, also hoffe ich, dass wir diesen Platz in den letzten zwei Saisonmonaten verteidigen können. Das ist meine dritte Saison hier in Australien. Mein erster Vertrag, direkt nach dem College, war hier bei den Mackay Meteors.

Man sagt ja, dass die Tierwelt in Australien äußerst gefährlich ist. Sie aber sind, wie man hört, ein begeisterter Jäger und Angler. Das dürfte Ihnen also keine Angst gemacht haben?

Hobbs: »Oh, es ist definitiv gefährlich, aber nur, wenn man danach sucht. Ich liebe es, zu jagen und zu angeln, also hatte ich nie Angst, mich mit der Wildnis anzulegen. Ich war hier einige Male fischen, aber da gab es keine gefährlichen Momente. Die meiste Angst hatte ich beim Speerfischen im Meer.«

Bevor Sie nach Australien gewechselt sind, unterlagen Sie mit Nürnberg den 46ers im ProA-Halbfinale. Warum haben Sie sich für einen Wechsel an die Lahn entschieden?

Hobbs: »Einer der Hauptgründe war die Spielweise. Ich liebe es, wie Gießen gespielt hat. Sehr selbstlos, mit starker Ballbewegung. Ein anderer wichtiger Grund war natürlich, dass sie in die BBL aufgestiegen sind. Ich freue mich darauf, diese Herausforderung gemeinsam mit meinen Teamkollegen anzunehmen. Und mir hat gefallen, wie Denis Wucherer seine Mannschaft immer auf den Punkt genau fokussiert hatte, vor allem in den Playoffs.«

Ein anderer Grund könnte natürlich auch sein, dass Sie hier für eine andere Herausforderung einiges lernen können: Ihr neuer Teamkollege Yorman Polas Bartolo ist letzte Saison in Gießen Vater geworden...

Hobbs: »Ja, auch ich werde im November Vater. Also hoffe ich, Yorman kann mir zeigen, worauf ich achten muss (lacht). Es wird eine aufregende Zeit, aber meine Frau und ich freuen uns bereits riesig darauf.«

Mit einem anderen Teamkollegen könnte es ebenfalls spannende Konversationen geben, schließlich sind Sie und TJ DiLeo beide Spieler des Jahres in der ProA geworden – Sie haben den Titel im Voting der Liga gewonnen, DiLeo die Abstimmung unter den Trainern und Kapitänen. Wer ist der wahre Spieler des Jahres?

Hobbs: »Oh, ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich auf eine Diskussion mit DEM Spieler des Jahres einlässt (lacht). Er verdient definitiv viel Respekt für seine letzte Saison: TJ hat stark gespielt und seine Mannschaft zur Meisterschaft geführt. Und ich hätte definitiv lieber die Meisterschaft gewonnen als den Spieler-des-Jahres-Award.

Bevor Sie nach Nürnberg gewechselt sind, haben Sie mit dem ungarischen Team Albacomp sogar im Eurocup, dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb, gespielt, und durchaus respektable Statistiken aufgelegt. Warum sind Sie dennoch nach Deutschland, in die zweite Liga, gegangen?

Hobbs: »Ich wollte mir einen neuen Markt eröffnen. Ich hatte noch nie etwas Schlechtes über Deutschland von den Spielern, die dort gespielt haben, gehört. Und ich bin froh, dass es so gekommen ist, denn ich habe meine bisherige Zeit in Deutschland geliebt. Es ist ein tolles Land, um Basketball zu spielen.«

In ihrer Zeit an der Bellarmine University haben Sie Kriminalwissenschaften studiert. Was war das Spannendste, was Sie dort während des Studiums gemacht haben?

Hobbs: »Am interessantesten waren sicherlich meine Praktika. Ich konnte einigen Naturschutzbeamten über die Schulter schauen und mit ihnen gemeinsam auf Streife gehen, auch auf Seen. Da gab es einige Momente, die mir die Augen geöffnet haben. Und ich durfte Übeltätern Strafzettel schreiben und Warnungen aussprechen.«

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