Die TSF Heuchelheim rücken vor

In der Handball-Landesliga Mitte der Frauen haben sich die TSF Heuchelheim mit dem 23:20-Erfolg im Derby gegen den TV 05 Mainzlar II auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Derweil kam der TSV 1848 Hungen gegen TuS Kriftel in eigener Halle zu einem 20:20-Unentschieden und die HSG Wettenberg verlor 23:25 bei der TSG Oberursel.

(AZ) In der Handball-Landesliga Mitte der Frauen haben sich die TSF Heuchelheim mit dem 23:20-Erfolg im Derby gegen den TV 05 Mainzlar II auf den zweiten Platz vorgearbeitet. Derweil kam der TSV 1848 Hungen gegen TuS Kriftel in eigener Halle zu einem 20:20-Unentschieden und die HSG Wettenberg verlor 23:25 bei der TSG Oberursel.

TSF Heuchelheim - TV Mainzlar II 23:20 (10:8): Die Vorzeichen für das Spitzenspiel waren klar: Heuchelheim wollte die Hinspiel-Niederlage ausmerzen und Mainzlar II seinen 14:0-Punkte-Lauf weiter ausbauen. Es folgte eine spannende erste Halbzeit, in der Heuchelheim wieder einmal in der Abwehr brillierte und dem torgefährlichen Rückraum des TVM kaum Möglichkeiten zur Entfaltung ließ. Durch eine aggressive 6:0-Deckung mit offensiven Außen wurde dem Gast das spielerische Element weitestgehend entzogen.

Es entwickelte sich ein enges Spiel, in dem die Damen der TSF bis zur 15. Minute immer die Nase leicht vorne hatten, ehe sie sich in Unterzahl mit zwei Treffern erstmals auf 8:5 gut zehn Minuten vor der Pause absetzen konnte. Die Gastgeberinnen erarbeiteten sich eine Vielzahl von Chancen über den Tempogegenstoß und die Außenpositionen, brachte diese aber nicht konsequent im Tor des Gegners unter. Eine kurze Verschnaufpause gönnten sich die TSF zwischen der 20. und 23. Minute und gestattete dem Gast letztmalig den Ausgleich zum 8:8. Quasi mit dem Halbzeitpfiff bekamen die TSF einen Strafwurf zugesprochen, den die abermals starke Frauke Schleer eiskalt zur 10:8-Halbzeitführung verwandelte.

Die Damen von TSF-Trainer Andreas Schießer kamen hochmotiviert aus der Kabine. Hellwach nutzten die Müller, Brückner & Co. die sich mehrenden Fehler der Gäste aus und setzen sich erstmals über 14:10 auf 16:11 ab. Immer wieder konnten die TSF mit ihrer aggressiven Abwehr den Gast zu überhasteten Torabschlüssen und ins passive Spiel zwingen. Durch überlegtes Spiel im Angriff setzte man immer wieder Nadelstiche und hielt die spielstarken Mainzlarerinnen auf Distanz. Über 19:14, 20:17 und 22:18 gewann Heuchelheim ein hochklassiges und faires Derby verdient mit 23:20 und eroberte den zweiten Tabellenplatz.

Trainer Andreas Schießer meinte nach dem Spiel: "Ich kann nicht sagen, wie stolz ich auf meine Mannschaft bin. Aus zahlreichen sehr guten Einzelspielerinnen ist eine eingeschworene Truppe zusammengewachsen, die zu 100 Prozent alles gibt. Unsere Abwehr in Verbindung mit einer starken Torhüterleistung war sensationell. Wenn man einem bundesligaerfahrenen Rückraum mit Politt, Grölz und Kern lediglich sechs Tore aus dem Feld ermöglicht, hat man nahezu alles richtig gemacht. Wir mussten heute an unsere physischen Grenzen gehen, da die Wechselmöglichkeiten begrenzt waren. Es ist beeindruckend, wie die Mannschaft die taktische Marschroute umgesetzt hat und mit wie viel Herzblut jede einzelne Spielerin gekämpft hat. Erfreulich für mich, dass Henny Zimmermann ihre Chance genutzt hat und in Abwehr und Angriff überzeugen konnte. Wenn man überhaupt etwas anmerken kann, dann die Tatsache, dass eine bessere Chancenverwertung einen höheren Sieg verhinderte. Es gilt nun, die Form in den nächsten 14 Tagen zu konservieren, um dann im nächsten Derby gegen Wettenberg ebenfalls erfolgreich agieren zu können."

TSF Heuchelheim: Eckelt, Martini, Pieth; Schleer (11/6), Bayer, Brückner (2), Pelludat (2), Müller (4), Zimmermann (3), Roales-Terron, Blasig, Kipper (1)

TV Mainzlar II: Zecher, Schwarz, Rieke; Lenz (4), Czastek, Clausius (2), Kern (3/1), S. Grölz, K. Grölz (2), Politt (2), Herber (3), Wopker (3), Kraiger (1)

Im Stenogramm / SR: Kuhn/Neugebauer (Kirchhain); Z: 75 ; Zeitstrafen: 4 Min. - 4 Min.; Siebenmeter: 6/6:2/1

TSV Hungen - TuS Kriftel 20:20 (11:12): Dank einer überragenden Babsi Büthe hat sich die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt gegen die favorisierten Gäste einen Zähler erkämpft. "Das war auf jeden Fall ein gewonnener Punkt", ordnete der Coach das Remis in eigener Halle sogleich als Erfolg ein. "Wir hätten auch zwei Punkte verdient", lobte Schmidt. Vor allem die kämpferische Einstellung seiner ersatzgeschwächten Truppe hatte ihm gefallen, die gegen die Gäste "alles gegeben" hatte. "Besonders die Deckung war super", stellte Schmidt die geschlossene Mannschaftsleistung in der Defensive heraus, vergaß aber auch nicht den Auftritt von Allrounderin Büthe hervorzuheben. "Sie war überragend - nicht nur wegen ihrer zwölf Tore. Sie war nahezu an allen Treffern entscheidend beteiligt", erklärte Schmidt.

Hungen lag nach fünf Minuten schon mit 4:1 in Führung und konnte diesen Vorsprung lange behaupten. In der 22. Minute führten die Gastgeberinnen sogar mit 11:5. Danach riss aber der Faden im Spiel der Truppe von Schmidt, der ein wenig durchwechseln musste. Plötzlich fehlte im Angriff der Druck aus dem Rückraum, so dass viele Offensivaktionen unter Zeitspielnot abgeschlossen werden mussten und erfolgslos blieben. Da auch die Abwehr in dieser Phase wackelte, konnte Kriftel die Partie mit fünf Treffern in Folge drehen und lag zur Pause mit 12:11 vorne.

Nach dem Wechsel drehte Hungen wieder auf. Büthe traf per Siebenmeter in der 35. Minute zum 15:12 für die Gastgeberinnen. Dieser Vorsprung war beim 15:15 (40.) aber wieder aufgebraucht. Fortan blieb es eng. In der 58. Minute stand das Spiel auf des Messers Schneide, als die Gäste zum 20:19 getroffen hatten. Hungen konnte aber wieder ausgleichen und hatte nach einem abgewehrten Angriff beim 20:20 sogar die Chance zum Sieg. Der letzte direkte Freiwurf von Nina Kellner blieb aber im Block der Gäste hängen.

Hungen: Leschhorn, Weber; Oestreich, Lisa Luh, Pabst, Anhäuser (3), Büthe (12/5), Schmied, Kannwischer, Harbach, Ragone, Köhler, Kellner (5).

Kriftel: Schejka; Fuhs (1), Lampert (4), Schreiber (3), Volke (1), Pfuhl Nietzig (3), Benedikt, Fuchs (6/4), Ladwig (2), Hambach Meinhardt.

Stenogramm / SR: Scholz/Schneider (Heringen). - Zuschauer: 100. - Zeistrafen: 8:8 Min. - Rot: Schreiber (54./3x2). - Siebenmeter 7/5:6/4.

TSG Oberursel - HSG Wettenberg 25:23 (15:12): "Wir waren vor allem in den ersten 15 Minuten zu passiv in der Deckung und haben deshalb nicht ins Spiel gefunden", machte HSG-Trainer Karsten Moos einen Grund für die Niederlage seiner Mannschaft aus. Die Wettenbergerinnen waren in der Anfangsviertelstunde immer einen Schritt zu spät und reagierten in der Verteidigung nur. So stand schnell ein 10:5 für die Oberurselerinnen zu Buche. Die Schützlinge von Karsten Moos gaben jedoch nicht auf und kämpften sich auf 9:11 (23.) heran. Zur Pause betrug der Rückstand der Gäste drei Tore, sodass noch nichts verloren war. Mit zu vielen individuellen Fehlern in der Verteidigung und zu wenig Druck im Angriffsspiel machten sich die HSG-Akteurinnen das Leben aber immer wieder selbst schwer.

Nach dem 15:19 (35.) aus Gästesicht gingen die Wettenbergerinnen sogar nach 47 Minuten mit 21:20 in Führung. Diese ließen sie sich aber postwendend streitig machen. Mit vier Treffern in Folge drehte die TSG die Partie schnell wieder zu ihren Gunsten (24:21/56.). Diesen Vorsprung schaukelten die Gastgeberinnen dann gekonnt nach Hause und sicherten sich somit den knappen, aber verdienten Sieg. "Der Erfolg der Oberurselerinnen geht in Ordnung", gab Karsten Moos als fairer Verlierer zu und machte zudem aus, dass es nun "sehr schwierig wird, den Klassenerhalt noch zu schaffen".

TSG Oberursel: Hannah Weißer, Wilde; Kryorka (1), Gottfried (4), Kürten (1), Kahlstatt, Lisa Weißer (4), v.d. Wehl, Saitter (4/2), Schneider (7/1), Hügl, Stahl (4).

HSG Wettenberg: Hohl; Schmidt, Heitmann (1), Jana Pohl (3), Gerhard (1), Simon (4), Theresa Pohl (5/2), Bayer (4), Schlierbach (5).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Märthesheimer/Köhn (Heppenheim). - Zuschauer: 70. - Zeitstrafen: 6:10 Minuten. - Siebenmeter: 5/3:4:2.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare