In Corona-Zeiten sind Tischtennis-Spiele ohne die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln nicht denkbar. Außerdem müssen die Kontaktdaten von allen Beteiligten (einschließlich Zuschauer) auf dem entsprechenden Formblatt notiert werden. FOTO: SE
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In Corona-Zeiten sind Tischtennis-Spiele ohne die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln nicht denkbar. Außerdem müssen die Kontaktdaten von allen Beteiligten (einschließlich Zuschauer) auf dem entsprechenden Formblatt notiert werden. FOTO: SE

Tischtennis

Heuchelheim macht den Anfang

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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In der Verbandsliga startet am Wochenende der Spielbetrieb. Von drei heimischen Teams sind nur die TSF Heuchelheim im Einsatz. Der Post-SV Gießen und Watzenborn II greifen später ein.

Die bevorstehende Tischtennis-Saison stellt die Mannschaften nicht nur in der Verbandsliga Mitte vor besondere Herausforderungen. Corona ist überall, und alle Vereine, Spieler und Verantwortliche sind aufs Strengste angehalten, bei Aufrechterhaltung des Spielbetriebes eine Ausbreitung des Virus im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu verhindern. So steht die Gesundheit aller Beteiligten über allem, Tischtennis kommt frühestens an zweiter Stelle.

Da Doppelspiele nicht vorgesehen sind, hat sich möglicherweise auch die Leistungsstärke der einzelnen Teams verändert. Es sind alle vorgesehenen Einzel auszutragen. Das Ergebnis eines Mannschaftskampfes reicht dann im 6er-Paarkreuzsystem und im Werner-Scheffler-System von 12:0 bis 6:6.

Nach dem Aufstieg des Gießener SV II in die Hessenliga gehören aus dem heimischen Raum zunächst die TSF Heuchelheim der Liga an. Dazu gesellen sich die beiden Aufsteiger Post-SV Schwarz-Weiß Gießen und der NSC Watzenborn-Steinberg II. Der Kreis Gießen ist also mit drei Teams in dieser Liga vertreten, die am bevorstehenden Wochenende die Saison eröffnet. Dabei sind allerdings nur die Heuchelheimer im Einsatz (Samstag, 19 Uhr in Langenselbold). Watzenborn II und der Post-SV müssen noch warten.

Alexander Weiß, Mannschaftverantwortlicher der TSF Heuchelheim, sieht in dem TTC Fulda-Maberzell III, was die gemeldete Besetzung anbelangt, den Topfavoriten. Er macht aber auch die entscheidende Einschränkung, dass die gelisteten Spieler vielfach nicht eingesetzt werden. In diesem Fall würde die Fuldaer "Dritte" nicht so weit vorn zu erwarten sein. Der osthessische Lokalrivale FV Horas steht bei dem Heuchelheimer ebenfalls hoch im Kurs - ebenso wie der TTC Salmünster, der von eins bis acht ausgeglichen gut besetzt sei.

"Wir würden vorne mitspielen", stellt Weiß fest, "wenn Asen Asenov ständig dabei sein könnte". Doch das ist äußerst fraglich. Einerseits ist Asenov als bulgarischer Nationaltrainer auch in seinem Heimatland gefordert, zum anderen dürfte Corona einer ständigen Ein- und Ausreise entgegenstehen. Neuzugang Samuel Preuss (vom Gießener SV) würde in diesem Fall auf die Position eins aufrücken, und die Position sechs könnte Jannik Schaaf einnehmen. Geplant ist aber auch, den starken Nachwuchsspielern Tom Aeberhard, Shady Gaber Elzaher und Christian Spee die Möglichkeit zu geben, Verbandsliga-Luft zu schnuppern.

Dass zunächst ohne Doppel gespielt wird, muss für die Heuchelheimer nicht unbedingt als Nachteil angesehen werden. In diesem Zusammenhang weist Alex Weiß auf die bescheidene Doppelbilanz in der vergangenen Saison hin. "Die Verbandsliga hat an Niveau gewonnen", vermutet der Heuchelheimer. Drei Mannschaften müssen aus der elf Teams umfassenden Liga absteigen, der Viertletzte geht in die Relegation. Für die meisten Teams in dieser Klasse steht der Kampf gegen den Abstieg im Vordergrund.

Doppelstärke verpufft

Das gilt auch für den Post-SV Gießen, der mit einer imponierenden Bilanz (keine Niederlage) als unangefochtener Spitzenreiter die vorzeitig beendete Saison in der Bezirksoberliga abschloss. Dennoch geht der Aufsteiger ohne große Ambitionen in die neue Runde. "Wir wollen drei Teams hinter uns lassen", berichtet Mannschaftsführer Simon Burkhardt. Dabei soll Neuzugang Nahom Tewelde die "Postler" unterstützen. Tewelde ist in der vergangenen Saison für den Lokalrivalen Grün-Weiß Gießen an die Platte gegangen und konnte beim Bezirksliga-Absteiger an Position eins mit 9:5 Punkten als einziger Spieler eine positive Bilanz vorweisen. Dass keine Doppel gespielt werden, "schwächt uns eher", vermutet der Post-Kapitän, "denn wir haben eigentlich ganz gute Doppel". So erreichten Alec Metsch/Simon Burkhardt mit 19:1 Siegen eine nahezu makellose Bilanz. Die beiden genannten Spieler bilden das vordere Paarkreuz im Einzel, waren auch dort in der vergangenen Runde ausgesprochen erfolgreich. Sie treffen in der höheren Klasse auf wesentlich stärkere Gegner.

Nimmt man die (ungünstigen) TTR-Zahlen als Gradmesser, dann ist nicht damit zu rechnen, dass der NSC Watzenborn-Steinberg II weit vorne in der Tabelle zu finden sein wird. Das weiß auch Thomas Domicke, Mannschaftsführer der Pohlheimer, der seit über 30 Jahren Tischtennis spielt. Allerdings sind das auch nicht die Ambitionen des Neulings. "Wir kämpfen nur gegen den Abstieg", vermutet der Kapitän im Vorfeld der Saison. Dennoch ist der NSC sicherlich nicht chancenlos. Verstärkt hat sich der Liga-Neuling mit Kevin Falco Krendl aus Butzbach. "Ein guter Mann", berichtet der Teamkapitän. Durch den Zugang könnte die Mannschaft an Stabilität gewinnen. Wenn es den Spielern des NSC gelingt, sich in der neuen Liga zu akklimatisieren, dann kann das Klassenziel erreicht werden. Aber wichtig ist eben auch, dass das Team möglichst oft komplett antritt.

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