Hessens Nachwuchs läuft hinterher

(ras) Es war nicht der Tag der Hessen beim U18-Ländervergleich mit Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Nicht zuletzt durch verletzungsbedingte Absagen deutete sich schon vor Wettkampfbeginn im Baunataler Parkstadion an, dass sich das Hessenteam wie im Vorjahr gegen die zwei wohl stärksten deutschen Landesverbände mit Platz drei würde begnügen müssen. Letztlich gewann Baden-Württemberg mit 261,5 Punkten knapp vor Nordrhein-Westfalen (257,5) und Hessen, das abgeschlagen mit 172 Punkten auf Rang drei landete.

Einen guten Eindruck in Baunatal hinterließ jedoch Laurenz Costa vom LAZ Gießen. Trotz einer 14-tägigen Trainingspause durch Erkrankung und eine Zerrung lieferte Costa über 100 m in 11,27 eine ansprechende Zeit ab. Viel Achtung erwarb sich der Schüler der Anne-Frank-Schule Linden, als er erstmals über die 200-m-Distanz antrat und nach einem beherzten Lauf in 22,93 Platz vier der Länderwertung erkämpfte. "Die letzten 50 m waren schon hart", gestand Costa anschließend. Sein gelungener Auftritt als Startläufer in der schnelleren hessischen 4x-100-m-Staffel wurde leider nicht belohnt, denn beim letzten Wechsel kam es im Wechselraum nicht zur Staffelholzübergabe. Die Erwartungen erfüllte auch Julia Gerter im Weitsprung, denn mit 5,70 m blieb sie nur fünf Zentimeter unter ihrer Bestleistung. Das bedeutete Platz zwei in einem "Zielspringen", denn gleich drei Mädels erzielten eine Tagesbestweite von 5,70 m. So gewann mit zwei 5,70 m Sprüngen die Frankfurterin Kyra Buhlmann vor der LAZ-Athletin, deren zweitbester Versuch mit 5,68 m gemessen wurde. Das "Punktspringen" ergänzte Franziska Braun (Nordrhein-Westfalen), die in ihrem zweitweitesten Satz bei 5,65 m landete.

Über 200 m blieb Gerter als Sechste in 26,03 s deutlich unter ihren Möglichkeiten und erläuterte später: "Ich hatte mir schon eine bessere Zeit erhofft, aber ich musste mich in den letzten Wochen mit Tempoläufen zurückhalten und habe nach zwei Monaten Pause gerade erst wieder mit Krafttraining angefangen." Über 200 m startete mit Ann-Christin Strack eine weitere Sprinthoffnung des LAZ Gießen im Hessentrikot. Hinter Katharina Grompe (NRW), die sich in 24,32 auf Platz neun der deutschen U20 Bestenliste schob und der Baden-Württembergerin Carina Frey, die mit persönlicher Bestleistung von 24,60 nun als Achte der Deutschen Rangliste in der U18 geführt wird, sprintete Strack in 25,23 s als Dritte über die Ziellinie. Auch über die 100-m-Strecke wurde Strack mit vier Punkten in der Länderwertung belohnt. Bei unzulässigem Rückenwind von 2,3 m/s blieb sie in 12,26 vier hundertstel Sekunden über ihrer Bestleistung.

Kein Glück hatten die beiden LAZ-Athletinnen in der abschließenden 4x-100-m-Staffel, die wegen eines Wechselfehlers ebenfalls nicht gewertet werden konnte. Ebenfalls für die Sprintgerade und die Staffel war Cynthia Schmidt von den TSF Heuchelheim nominiert. Aber auf Anraten der medizinischen Abteilung des HLV vor Ort musste sie wegen einer Muskelverhärtung auf die Teilnahme verzichten. Damit ist auch der Start der Kinzenbacherin Anfang August bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm stark gefährdet.

Nur teilweise zufrieden mit ihren Leistungen zeigte sich Ruth Hillebrand (ebenfalls TSF Heuchelheim), denn den durch Windböen beeinträchtigten Hochsprung beendete die Herder-Schülerin mit nur 1,58 m als Sechste. Als dritte Läuferin der zweiten hessischen 4x-100-m-Staffel (50,58) zeigte Hillebrand jedoch eine tadellose Leistung. Eine sichere Bank ist Mona Althenn im Kugelstoßring. Erst im letzten Durchgang von Christina Krebs (NRW/12,74) auf Platz zwei verdrängt, sicherte die Ebersgönserin von der LG Wetzlar dem HLV-Team mit guten 12,39 m fünf achtbare Punkte.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare