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Fernwalds Cheftrainer Daniyel Bulut, rechts sein Co Kevin Kaguah, würde eine Zweiteilung der Liga für die neue Saison begrüßen. ARCHIVFOTO: FRO

Fussball

Hessenliga vor der Teilung?

  • VonRedaktion
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Mindestens 21 Fußball-Klubs haben in der Saison 2021/22 Hessenliga-Status. Jetzt werden unterschiedliche Formate diskutiert.

Man kann schon neidisch werden. Während die Profis weiter dem Fußball nachjagen, liegt das Spielgeschehen bei den Amateuren seit Monaten brach. Und ein Ende der Zwangspause ist nicht genau abzusehen. Keiner kann vorhersagen, wann und in welcher Form die neue Saison beginnt.

In der Hessenliga will man dennoch nichts dem Zufall überlassen und macht sich frühzeitig Gedanken, wie der Neustart in die Saison 2021/22 aussehen könnte. Noch ist völlig unklar, ob die Klassenzusammensetzung so bleiben wird wie in der gerade abgebrochenen Spielzeit 2020/21 - ob es einen Aufsteiger (SG Barockstadt Fulda-Lehnerz) in die Regionalliga Südwest geben und ob es Absteiger von dort geben wird. Dennoch blickten die Verantwortlichen und die Vereinsvertreter schon mal “ins Blaue„.

Mindestens 21 Mannschaften

So gab es kürzlich in einem Online-Meeting einen losen Meinungsaustausch mit Klassenleiter Matthias Bausch (Hintermeilingen). 19 der derzeit 20 Hessenliga-Vereine nahmen teil. Die Fakten: Egal, wie das Prozedere mit oder ohne Auf- und Absteiger aussehen wird, die Hessenliga wird in der bevorstehenden Saison mindestens 21 Teams umfassen. Unter ihnen auch Türk Gücü Friedberg und der FV Bad Vilbel aus dem Fußballkreis Friedberg. Da macht es Sinn, sich Gedanken um alternative Spielmodelle zu machen.

Eine reguläre Runde mit Hin- und Rückspielen dürfte terminlich schwer durchführbar werden. Einerseits wegen der großen Anzahl an Teams in der Liga (42 Spieltage!). Zudem muss eine erneute Unterbrechung durch die Pandemie einkalkuliert werden. Deswegen gibt es seitens des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) den Vorschlag einer Liga-Zweiteilung mit anschließenden Play-off- beziehungsweise und Play-down-Spielen. Das würde die Anzahl der Spieltage reduzieren.

Mehrere Hessenliga-Vereine stehen dieser Idee positiv gegenüber. Denn: Bei einer Einteilung in Nord und Süd gäbe es kürzere Fahrtwege und mehr Derbys. Auch Sebastian Möller, Manager des möglicherweise künftigen Regionalligisten SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, wünscht sich eine geteilte Liga, sofern sein Verein dann noch mit an Bord sein sollte: “Dies ist wirtschaftlich am lukrativsten und sportlich am fairsten„. Allerdings stellt sich auch die Frage, nach welchen Gesichtspunkten man die Liga teilt. Nach Entfernung? Nach Qualität der Vereine? Wenn man es nach Entfernung teilt, sprich in Nord und Süd, wäre Süd etwas benachteiligt, weil dort die vermeintlich stärkeren Mannschaften spielen. Entscheidend ist freilich, ab wann wieder trainiert werden darf. Von diesem Zeitpunkt an müssen wohl mindestens sechs Wochen Vorbereitungszeit einkalkuliert werden, vielleicht sogar acht Wochen, bis die neue Punktrunde beginnen kann.

Angenommen, die Mannschaften könnten Anfang Mai das Training wieder aufnehmen, wäre somit theoretisch ein Rundenstart ab Mitte Juli denkbar. Doch wahrscheinlich ist das derzeit nicht. Es läuft auf einen deutlich späteren Zeitpunkt hinaus.

Dreieich würde auf Aufstieg verzichten

So oder so: Sobald sich ein Trainings-Restart abzeichnet, erwartet Balser auch eine zügige Entscheidung in der Hessenliga. “Es war wieder eine sehr homogene Diskussion, da gibt es generell keine Streitigkeiten.„

Im Laufe des Online-Treffens habe auch Patrick Ochs, Vorstandsmitglied des Tabellenzweiten Hessen Dreieich, betont, sein Verein würde verzichten, sollte noch ein Aufstiegsrecht angeboten werden. Grund: Auch Dreieich wird zum Saisonstart seit rund einem Dreivierteljahr kein Pflichtspiel mehr bestritten haben, während die Regionalliga-Teams durchspielten und somit “voll im Saft stehen„ - was natürlich ein Vorteil sein dürfte.

Einige Vertreter sehen ohnehin vor September keinen Start der Punktrunde. Am realistischten erscheint daher einigen die Zweiteilung ohne anschließende Auf- und Abstiegsrunden. Womöglich werden die beiden Staffelsieger am Ende den Meister ermitteln.

Klassenleiter Matthias Bausch sagt dazu: “Wer mich kennt, der weiß, dass ich kein Freund von Experimenten bin. Aber wegen der zeitlichen Enge muss man über alles nachdenken.„ In einem Punkt waren sich aber alle einig: Ohne Zuschauer möchte keiner spielen.

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