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FC Gießen

Hessen-Derby für FC Gießen nach Spektakel-Woche

  • Sven Nordmann
    vonSven Nordmann
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Erster Saisonsieg, Rücktritt des Vorsitzenden, eine Neuverpflichtung Derby beim FSV Frankfurt vor Augen - die dritte September-Woche des Fußball-Regionalligisten FC Gießen war gut gefüllt.

Vor dem Gastspiel des FC Gießen beim FSV Frankfurt (heute, 14 Uhr, PSD-Bank-Arena) in der Fußball-Regionalliga Südwest steht der erfahrene Ex-Profi Nejmeddin Daghfous im Fokus. "Wir standen seit einem Monat mit ihm in Kontakt", sagt FC-Trainer Daniyel Cimen über den zuletzt vertragslosen Neuzugang. "Unser Trumpf war, dass er künftig im Rhein-Main-Gebiet leben will."

Daghfous ist ein offensiv variabel einsetzbarer Akteur, der es auf 144 Zweitligaeinsätze bringt und bis zum Trainingseklat in Offenbach in 21 Regionalligapartien zuletzt sechs Treffer erzielte.

"Er ist ein Spieler, der auf beiden Flügeln und der Zehn spielen kann, der ins Eins-gegen-Eins geht und dribbelstark ist", sagt Cimen über Daghfous, der bei "rund 70 Prozent Fitness" sei. "Ihn auf der Bank zu haben und bringen zu können, wenn der Gegner müde ist, ist nie verkehrt. Aufgrund der vielen Verletzten derzeit sind wir aber sehr, sehr vorsichtig."

Ein Trio fehlt dem FC Gießen in Frankfurt heute garantiert: Innenverteidiger Jure Colak könnte nach seinem Muskelfaserriss in einer Woche wieder eine Option sein, bei Mittelstürmer Aykut Öztürk (Muskelfaserriss) wird es mehrere Wochen dauern. Der Verdacht des Kreuzbandrisses hat sich bei Mittelfeldspieler Kamil Tyminski glücklicherweise nicht bestätigt, mit einem starken Bluterguss im Knie fehlt aber auch er.

Beim positionsgetreuen Kollegen Johannes Hofmann hat das MRT ergeben, dass es sich wohl nur um eine Zerrung handelt - Entwarnung also, wie auch bei Offensivakteur Milad Salem, der nach seinem Muskelfaserris überraschend schon wieder ein Kandidat für die Partie heute beim FSV ist.

Trainer Daniyel Cimen hofft, dass sein Team "ein Stück weit befreit und mit Selbstvertrauen" ins hessische Duell geht - Anlass zur Hoffnung gibt ihm der erste Saisonsieg in der Vorwoche beim 3:2 im Waldstadion gegen TuS RW Koblenz.

Nach einer desolaten ersten Hälfte drehte Gießen die Partie. "Es gab unglaublich viel zu analysieren", räumt der Trainer ein. "Wir hätten das gegnerische Pressing oft leicht umspielen können. In Hälfte zwei haben wir uns den Sieg durch Präsenz und Zweikampfführung aber verdient. Die Moral stimmt."

Der Kontrahent aus der Millionenmetropole, von 2008 bis 2016 in der 2. Bundesliga vertreten, ist leistungsmäßig mittlerweile auf ähnlichem Niveau wie der FC Gießen anzusiedeln und hatte in der Vorsaison bis zum Saisonabbruch drei Zähler mehr gesammelt als Gießen.

"Ihre erste Mannschaft muss sich vor niemandem in dieser Liga verstecken", sagt Cimen - zu dieser Elf könnte heute auch wieder der Ex-Gießener Jake Hirst zählen, der im ersten Ligaspiel bereits traf, zuletzt wegen einer Fußsehnenreizung aber aussetzen musste.

Am Mittwoch spielte der FSV Frankfurt beim aktuellen Tabellenführer SSV Ulm und kassierte beim 1:3 erst in den Schlussminuten den Knockout. "Wenn wir am Samstag so spielen, mache ich mir keine Sorgen", sagt der 44-jährige Trainer Thomas Brendel, bekannt aus seiner Hessenligazeit in Eschborn und Fulda und seit Mitte 2018 am Bornheimer Hang aktiv.

An diesen dürfen am heutigne Samstag 650 Zuschauer strömen - Gästefans wird der Eintritt an den bisherigen Regionalliga-Spieltagen bekanntermaßen aber noch nicht gewährt.

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