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Wolfgang Seidler vom RFV Holzheim-Grüningen gewinnt am Sonntag mit Cover Girl die Springprüfung Klasse L beim Reitturnier in Hüttenberg.

Herzschlagfinale in Hüttenberg

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Spannende Wettbewerbe, eine bestens präparierte Anlage und begeisterte Zuschauer. Das Turnier des Reit- und Fahrvereins Hüttenberger Land bietet zahlreiche Höhepunkte und exzellenten Sport.

Zwölf Paare erreichten das Stechen des Hauptspringens der Klasse M* beim Turnier des Reit- und Fahrvereins Hüttenberger Land - und das hatte jede Menge Spannung zu bieten. Nach dem Umlauf mit freundlicher Linienführung galt es im verkürzten Parcours, Zeit zu sparen. Zwei Möglichkeiten gab es dazu, nach dem ersten und vor dem letzten Hindernis. Die Wendung nach rechts hinter Sprung eins und die Kurve nach links vor dem Schlusssprung prüften Durchlässigkeit und Wendigkeit der Pferde.

Der Tscheche Martin Reznicek, der für den RFV Nidda startet, legte mit Lavinie mit 34,35 Sekunden die schnellste Zeit vor, hatte aber einen Abwurf. Mareike Winkler-Harth (RFV Wetzlar) und Söhnlein Brilliant präsentieren die erste Nullrunde in 37,65 Sekunden. Die Führung hielt bis zu Alexander Kisselbach auf Wild Emotion (RV Am Pohlheimer Wald). Die Schimmelstute fegte fehlerlos in 36,36 Sekunden über den Springplatz am Inselhof. Das Publikum fieberte mit, als der Wetterauer Heiko Schmidt mit seinem mächtigen Fuchs No Matter zur passenden Musik einritt, sie blieben ohne Fehler, kommentiert mit dem augenzwinkernd eingespielten "Atemlos" von Helene Fischer. Genau wie Timo Freise und Comme elle est, aber beide Paare waren zu langsam (38,18 und 39,71). Der Sieg schien für Kisselbach zum Greifen nah. Doch Reznicek hatte als letzter Starter noch ein zweites Eisen im Feuer. Auf der erst sechsjährigen Hannoveranerin Conteusina schnippelte er in der Schlusskurve die entscheidenden Zentimeter weg. Ohne Abwurf und mit 36,11 Sekunden waren die beiden um einen Herzschlag schneller als Kisselbach auf Wild Emotion und gewannen. Was für ein Finale!

Die Stuten hatten also im schwersten Springen des zweitägigen Hüttenberger Turniers die Nase vorn. Das sei kein Wunder, meinte Altmeister Wolfgang Seidler vom RFV Holzheim-Grüningen: "Stuten sind viel sensibler als Wallache." Sprach’s und siegte mit seiner selbst gezogenen Holsteinerin Cover Girl im L-Springen. Die beiden hatten im Umlauf des M*-Springens ausgerechnet am letzten Hindernis einen Fehler und erreichten so das Stechen nicht.

Kein Problem für Seidler, der sich trotzdem über die Leistung seines Pferdes freute. Genauso wie die Licherin Kira Kirchgessner, die im Sattel der Cassini-II-Tochter Charity die Prüfung der Klasse L am Vortag gewann. Laura Knöß vom RFV Laubach holte mit Nestell den ersten Platz in der Springpferdeprüfung Klasse A* und Joana Göring (RFV Schwingbachtal) und Apollo siegten im E-Stilspringen.

Auch die Dressur-Fans kamen am Wochenende auf ihre Kosten. In der Reithalle wurden Wettbewerbe bis zur Klasse L ausgetragen. Göring und Apollo bewiesen ihre Vielseitigkeit, indem sie die Dressurreiterprüfung Kl. L für sich entschieden. Die Jüngsten des Ausrichtervereins schnupperten auf ihren Schulpferden Turnierluft. Im Reiterwettbewerb Schritt/Trab/Galopp siegte Maya Noll auf Rambo. Marietheres und Don Camillo trugen Angelina Bonello und Nadine Gradl auf den gemeinsamen dritten Platz in der ersten Abteilung dieses Wettbewerbs. Reiter und Publikum waren voll des Lobes über die Organisation und Durchführung des Turniers. Zahlreiche Helfer und Ansprechpartner waren stets zur Stelle, immer erkennbar an den bunten T-Shirts mit Vereins-Logo. Der leichte Regen am Sonntagvormittag tat den ohnehin bestens präparierten Böden gut und sorgte für den nötigen Gripp.

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