Der frühere Serienmeister Alba Berlin darf im sonst leeren Audi Dome in München den langersehnten neunten Titel in der Basketball-Bundesliga feiern - es ist der erste seit 2008. FOTO: AFP
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Der frühere Serienmeister Alba Berlin darf im sonst leeren Audi Dome in München den langersehnten neunten Titel in der Basketball-Bundesliga feiern - es ist der erste seit 2008. FOTO: AFP

"Das Herz ist voll"

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(dpa). Kein Jubel mit den Fans - und doch unbändige Freude bei Alba Berlin: Unter strengen Corona-Regeln feierte der Hauptstadtclub beim außergewöhnlichen Finalturnier in München seine langersehnte neunte Basketball-Meisterschaft. Anstelle eines Liga-Offiziellen hängte der stolze Alba-Trainer Aito Garcia Reneses seinen Profis die Medaillen um, Kapitän Niels Giffey holte die Trophäe selbst vom Podest und stemmte sie im silber-blauen Konfettiregen in die Luft des Audi Dome.

Beim Gruppenfoto nach dem 75:74 (42:35)-Erfolg im zweiten Endspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg standen die Macher um Geschäftsführer Marco Baldi und Sportdirektor Himar Ojeda in gebührendem Abstand zum Team auf der Tribüne. "Es ist natürlich ein bisschen gedämpft, weil man das alles nicht so rauslassen kann. Ich würde gerne ein paar in die Arme nehmen, was gerade nicht so funktioniert. Aber das Herz ist voll", sagte Baldi. "Es steht eine schöne Trophäe am Ende, das ist fantastisch."

Der Hauptstadtclub holte damit erstmals seit 2008 wieder den Titel und löste den früh gescheiterten Titelverteidiger und Gastgeber FC Bayern ab. Bereits das Final-Hinspiel hatte Alba mit 88:65 für sich entschieden. "Ich freue mich riesig, dass wir es geschafft haben. Ich brauche noch ein paar Momente, um das zu realisieren", sagte Center Johannes Thiemann bei Magentasport. "Es ist eine verdammt komische Situation, aber wir sind so froh, dass wir es geschafft haben. Es ist unglaublich, dass wir das Double gewonnen haben."

Beste Alba-Werfer waren Giffey und Martin Hermannsson mit jeweils 14 Punkten. Damit blieb das Pokalsieger-Team von Aito auch in seinem zehnten Spiel des Turniers zu Corona-Zeiten ungeschlagen und feierte zum ersten Mal seit 17 Jahren das Double. "Alba ist ein würdiger Meister. Sie haben generell eine starke Saison gespielt und waren klar das beste Team im Turnier", sagte BBL-Chef Stefan Holz und gratulierte auch dem Finalgegner. "Ludwigsburg war mehr als ein Geheimtipp und hat eine tolle Saison gespielt, vielleicht die beste ihrer Geschichte."

Außenseiter Ludwigsburg musste erneut auf seinen am Fuß verletzten Leistungsträger Marcos Knight verzichten und war bei seiner ersten Finalteilnahme klar unterlegen. Der US-Profi wurde dennoch als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet. "Wir sind trotzdem sehr stolz. Das fühlt sich gar nicht so krass an wie eine Niederlage", sagte Center Jonas Wohlfarth-Bottermann. "Alba war das Maß aller Dinge und ist verdient Meister geworden."

Wie schon beim Pokal-Triumph vor gut vier Monaten konnte Alba sein Finaltrauma überwinden. In den vergangenen beiden Saisons waren die Berliner jeweils an den Münchnern gescheitert, hatten unter Aito insgesamt fünf Titelchancen in Endspielen vergeben. "Wir waren in 30 Jahren von Alba wettbewerbsübergreifend 34-mal in Finalspielen - das zeigt eine unfassbare Kontinuität in der Spitze. Für das Herz sind natürlich die Titel entscheidend", sagte Baldi. "Die Entwicklung von Alba Berlin wird das aber nicht dramatisch beeinflussen."

So ist beispielsweise offen, ob der 73 Jahre alte Aito womöglich doch noch eine Saison in Berlin dranhängt. "Er weiß, was er hier hat und dass er so lange bleiben kann, wie er will", sagte Baldi. "Insofern muss er die Ruhe und Zeit haben, das Revue passieren zu lassen und dann eine Entscheidung treffen."

Für die Endspiel-Teilnehmer endete am Sonntagabend nach mehr als drei Wochen auch die Zeit im gemeinsamen Quarantäne-Hotel. "Es hätte nicht besser laufen können", zog Ligachef Holz seine Turnierbilanz. Spätestens Mitte Oktober soll die nächste Saison beginnen - die Liga hofft dann wieder auf Zuschauer in den Arenen.

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