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Gießens bester Werfer bei der bitteren 81:102-Niederlage der 46ers in Weißenfels ist Scottie James, der 15 Punkte erzielt. Hier wird er von Kyndahl Hill (l.) attackiert.

Basketball-Bundesliga

Herbe Pleite für Gießen 46ers im Kellerduell

  • Markus Konle
    VonMarkus Konle
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Der Sieg vom Samstag gegen Bayreuth hat die Gießen 46ers nicht beflügelt. Beim Mitteldeutschen BC zeigen sie eine katastrophale Vorstellung und kassieren eine 81:102-Niederlage.

Wieder einmal brach den Mittelhessen eine nicht erstligagreife Verteidigung das Genick. Wieder einmal wurden vermeintliche Leistungsträger den Ansprüchen nicht gerecht. Wieder fehlte den 46ers ein Anführer, der das Team in schwierigen Phasen trägt. Und wieder einmal wirkte der Auftritt über weite Strecken blutleer, sodass unter dem Strich in diesem eminent wichtigen Kellerduell eine Klatsche stand. Nach solchen Spielen wie am Mittwoch in Weißenfels dürfte den Gießener Fans der Glaube daran fehlen, dass dieses Team noch einmal die Abstiegsplätze verlassen kann.

»Wir hatten von Anfang an große Probleme. Das hat sich dann über die kompletten 40 Minuten gezogen. Wir haben in der Verteidigung nie richtig Zugriff gefunden. Von daher war es auch in dieser Deutlichkeit ein verdienter Sieg für den MBC, so bitter das für uns ist«, bilanzierte 46ers-Coach Rolf Scholz ernüchtert.

MBC-Trainer Silvano Poropat hatte kurz vor dem Spiel von seiner Truppe angesichts von zuvor sieben Niederlagen in Serie bei MagentaSport gefordert: »Für uns ist es wichtig, dass wir richtig gut anfangen und uns Selbstvertrauen holen.« Und die 46ers gestatten ihm diesen Wunsch, offenbarten in der Verteidigung erneut viele Lücken, waren gedanklich und physich zu langsam. Vor allem MBC-Center Aleksandar Marelja nutzte seine Freiheiten gegen John Bryant und brachte sein Team mit zwölf Punkten (am Ende waren es 30) im Alleingang mit 12:2 in Führung. Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte liefen die Mittelhessen diesem Rückstand hinterher und konnten sich bei Jonathan Stark bedanken, dass es zunächst nicht schlimmer wurde. Mit vielen Einzelaktionen und 14 Punkten in der ersten Hälfte (in der zweiten Halbzeit kamen keine mehr hinzu) hielt er die Gäste im Spiel, die von außen völlig harmlos blieben (nur ein Dreier gegenüber sechs des MBC) und viel zu selten den Ball laufen ließen. So lagen die 46ers über 19:27 (10.) und 33:46 (18.) meist deutlich zurück. Zur Pause hieß es 39:50 aus 46ers-Sicht - mit hängenden Köpfen statt breiter Brust ging es die Kabine. Wo war das Selbstvertrauen nach dem Erfolg gegen Bayreuth? Wo waren Kampf, Körpersprache und Willen?

Die so dringend benötigten Attribute waren auch zur zweiten Halbzeit nur kurzzeitig zu erkennen. Nach 53 Sekunden in der zweiten Hälfte verkürzten die Gießener durch Diante Garrett auf 44:50 - doch schnell hatte sich der MBC sortiert und baute seine Führung mit einem 14:2-Lauf auf 64:46 aus (25.). Noch einmal kamen die Gießener durch Garrett auf 54:64 heran, doch wenig später leistete er sich wegen Meckerns ein technisches Foul, das der MBC in der Folge zum 73:56 (29.) nutzte und damit die Partie vor dem letzten Viertel (75:59) praktisch entschieden hatte. Am Ende stand für die Gießener eine herbe 81:102-Pleite, die sie bis zum Samstag und dem Heimspiel gegen Bonn (Sprungball: 18 Uhr) verdaut haben müssen.

MBC: Krstanovic (3), Kerusch (3), Nadjfeji (3), Barber (12), Hill (12), Hartwich (8), Marelja (30), Washington (2), Hooker (9), Michalak (18), Friederici (2).

Gießen: Stark (14), Kraushaar (4), Pjanic (11), Garrett (12), Bowman (10), Zylka (2), James (15), Thomas, Bryant (13).

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