Henry Mohr bleibt an der Spitze

(cso) »Meine Frau hat befürchtet, dass ich heute Abend wieder mit einem Posten nach Hause komme«, scherzte Henry Mohr, nachdem ihm die Versammlung einstimmig für die nächsten vier Jahre das Vertrauen als Kreisfußballwart (KFW) ausgesprochen hatte. Auch die meisten anderen Mitglieder des Ausschusses wurden am Freitag beim Kreisfußballtag im Albacher Bürgerhaus im Amt bestätigt.

Ein Wechsel vollzog sich jedoch an der Spitze des Kreissportgerichts. Diesem Gremium steht nun Harry Keil vor, der Joachim Schaffer ablöste.

Sportkreisvorsitzender Heinz Zielinski deutete es in seinem Grußwort bereits an: »Ich habe mir sagen lassen, dass die wichtigen Entscheidungen sorgfältig vorbereitet wurden. Insofern sollte es ein Routine-Kreisfußballtag werden – ohne Probleme.« Er sollte recht behalten.

Vor der Neuwahl des Ausschusses winkten die Vereinsvertreter auch sämtliche Anträge auf Satzungsänderung bzw. sonstiger Ordnungen durch. Diese werden nun dem Verbandstag im Juni vorgelegt. Nicht ganz einig waren sich die Delegierten dabei über den Vorschlag der Kreisschiedsrichtervereinigung, die beantragte, die Passkontrolle vor den Spielen künftig nicht mehr vom Unparteiischen durchführen zu lassen, sondern durch jeweils einen Vereinsverantwortlichen der beiden beteiligten Klubs. Letztlich bildete sich aber eine Mehrheit für diesen Antrag.

Unzufrieden zeigte sich Mohr indes mit der Anzahl der anwesenden Vereine. Von 100 Klubs im Fußballkreis, dem knapp 24 000 aktive Mitglieder zugeordnet sind, waren am Freitag nur 84 mit ihren Delegierten vor Ort, »obwohl es sich um eine Pflichtversammlung handelt«, wie der alte und neue KFW erklärte. Immerhin 16 Vereine glänzten durch Abwesenheit.

Noch vor den Ehrungen, die einen nicht unerheblichen Teil einnahmen (Bericht folgt), ließ Mohr die zurückliegende Legislaturperiode Revue passieren und ging dabei u. a. auf die Einführung der Einzelrichter, das elektronische Postfach und die A-Reserven in Konkurrenz ein. Zudem warb er für Fair Play – nicht zuletzt aufgrund der Vorfälle, die in der Hinrunde zum Ausfall eines kompletten Spieltags in der Kreisliga B Gießen, Gruppe 2, geführt hatten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht verwunderlich, dass es immer weniger Personen gibt, die bereit sind, als Unparteiische zu fungieren. Kreisschiedsrichterobmann Hans-Peter Schön teilte mit, dass sich die Strafen der Vereine wegen Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls von 2008 (6 645 Euro) bis 2012 (10 815 Euro) drastisch erhöht haben. »Wir hatten bei einem Neulingslehrgang eine Verlustquote von 50 Prozent«, berichtete Schön über die Abbrecher.

Mohr kündigte hier Änderungen an: »Wir werden uns mit anderen Kreisen zusammensetzen. Das Gebilde des Schiedsrichtersolls muss komplett verändert werden, um die Vereine zu entlasten.«

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