Heinevetter stoppt in Berlin Aufholjagd der Wetzlarer

An der Einstellung lag es nicht, dass die HSG Wetzlar am Sonntagnachmittag in der Handball-Bundesliga-Partie bei den Berliner Füchsen knapp mit 26:28 (12:16) unterlag. Wäre Timo Salzer 30 Sekunden vor dem Ende auf dem Weg zum 27:27 nicht an Füchse-Nationalkeeper Silvio Heinevetter gescheitert, wäre sogar ein Remis möglich gewesen. Aber trotz der Niederlage zeigten die Mittelhessen eine tolle Moral, kämpften sich nach einem 20:27-Rückstand (51.) bis auf 26:27 heran (Salzer/59.), ehe Füchse-Spieler Michal Kubisztal zehn Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer zum 28:26-Endstand den "Deckel draufsetzte".

An der Einstellung lag es nicht, dass die HSG Wetzlar am Sonntagnachmittag in der Handball-Bundesliga-Partie bei den Berliner Füchsen knapp mit 26:28 (12:16) unterlag. Wäre Timo Salzer 30 Sekunden vor dem Ende auf dem Weg zum 27:27 nicht an Füchse-Nationalkeeper Silvio Heinevetter gescheitert, wäre sogar ein Remis möglich gewesen. Aber trotz der Niederlage zeigten die Mittelhessen eine tolle Moral, kämpften sich nach einem 20:27-Rückstand (51.) bis auf 26:27 heran (Salzer/59.), ehe Füchse-Spieler Michal Kubisztal zehn Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer zum 28:26-Endstand den "Deckel draufsetzte". HSG-Coach Michael Roth war nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Mit Alois Mraz und Daniel Valo haben uns wichtige Spieler gefehlt. Daher war es für die Mittel, die wir hatten, ein sehr gutes Spiel. Mit etwas Glück hätten wir einen Punkt geholt."

Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson haderte indes mit seinen Mannen: "Nach unserer 27:20-Führung haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht." In der Tat müssen sich die Gastgeber fragen lassen, warum sie die Partie durch eigene Nachlässigkeiten gegen Ende noch einmal spannend machten. Bis auf die letzten Minuten hatte es nämlich immer nach einem ungefährdeten Heimsieg ausgesehen, denn die Hausherren führten im zweiten Abschnitt zumeist mit drei, vier Toren.

Unter besonderer Beobachtung standen gestern zwei Akteure: Während HSG-Torgarant Sven-Sören Christophersen, der nächste Saison zu den Hauptstädtern wechselt, gut spielte und mit neun Treffern torhungrigster Spieler auf dem Parkett war, konnte sich Rico Göde kaum auszeichnen. Der bullige Berliner Kreisläufer hätte sich gerne bei der HSG empfohlen, er kam jedoch nur zu kurzen Einsatzzeiten in der - bis zur 50. Minute bärenstarken - Berliner Deckung. Während Göde wohl gerne nach Wetzlar wechseln würde, winkte Roth ab: "Er ist kein Kandidat für uns." Der HSG-Trainer sucht auf der Kreisläuferposition nach einem international erfahrenen Akteur. Spekulationen gab es zuletzt auch um eine Verpflichtung von Linkshänder Matthias Struck von Eintracht Hildesheim. Der 27-Jährige konnte bei der HSG sowohl im rechten Rückraum als auch auf Rechtsaußen eingesetzt werden.

Zurück zum Spiel: Wetzlar spielte gut mit, aber Berlin hatte die Partie jederzeit im Griff. Die 1:0-Führung durch Christophersen (2.) sollte die einzige für die HSG bleiben, stetig zog Berlin davon. Über die Stationen 2:1 (Nincevic/3.), 6:2 (Bult/10.) und 10:7 (Jaszka/21.) gaben sich die Hausherren keine Blöße und führten zur Pause mit 16:12. Wetzlar konnte zwar immer wieder durch Zwischenspurts herankommen, letztlich war die Deckung aber zu wenig standfest, und so kamen Berliner Spieler immer wieder völlig frei vor Nikolai Weber zum Abschluss.

Nach der Pause das gleiche Bild: Wetzlar bemüht, aber Berlin schien die Lage unter Kontrolle zu haben. Christophersen, der vor der Pause sechs Treffer beisteuern konnte, war jetzt nur noch dreimal zur Stelle. Insgesamt war der Nationalspieler jedoch bester HSG-Akteur - die Füchse können sich somit glücklich schätzen, ihn demnächst in ihren Reihen zu haben. Christophersen sieht das ähnlich: "Ich freue mich schon auf die Mannschaft und die Halle, in der einiges möglich ist. Die Jungs sind zudem alle wirklich o.k., so mein bisheriger Eindruck."

Obwohl die HSG-Offensive nun besser lief als im ersten Durchgang, blieb die Deckung der Grün-Weißen löchrig wie ein Schweizer Käse. Zu leicht wurde es den Hausherren im Angriff gemacht, mit einfachen Spielzügen stand man immer wieder frei vor Wetzlars Keeper Nikolai Weber, der in der 43. Minute durch Vladan Krasavac abgelöst wurde. Beim 27:20 für Berlin hatte Wetzlars Trainer die Nase voll: Er nahm eine Auszeit und rüttelte seine Mannen offenbar wach. Kapitän Salzer sowie "Smöre" Christophersen nahmen nun das Heft in die Hand, und so holten die Gäste Tor um Tor auf. Salzer war es vorbehalten, die beiden letzten HSG-Treffer zum 25:27 (58.) und 26:27 (59.) beizusteuern. Zu wenig für einen Zähler, aber genug, um optimistisch ins Saisonfinale zu gehen. Sorgen machte sich Rainer Dotzauer, der Sportliche Leiter, dennoch, denn nach dem Spiel war es zu Tumulten und einer Rudelbildung gekommen, die Schiedsrichter und Offizielle auflösen mussten, was im Spielbericht vermerkt wurde. Nachspiel nicht ausgeschlossen.

Füchse Berlin: Heinevetter, Stochl; Karason, Göde (1), Kubisztal (7), Richwien (4), Schneider, Bult (3), Sellin, Jaszka (5), Nincevic (8/3), Laen, Löffler (n.e.), Vatne (n.e.), Strand (n.e.).

HSG Wetzlar: N. Weber, Krasavac (ab 43.); Schmidt (1/1), S. Weber (1), Smoler (1), Christophersen (9), Salzer (5), Allendorf (6/3), Jungwirth (2), Schneider (1), Chalkidis, Werum.

Im Stenogramm: SR: Brauer/Holm (Hamburg/Hagen). - Z.: 8206. - Zeitstrafen: 12:8 Minuten. - Siebenmeter: 6/3:5/4. Lars Schäfer

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