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Heimvorteil für Winnerod verpufft

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Von: Richard Albrecht

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DGL-Regionalliga-Heimspieltag beim GC Winnerod: Auf der Eins schlägt beim Vierer Tim Steinmüller unter den Augen der Zuschauer ab. © Swantje Merker-Gärtner

(ria) Der dritte Spieltag in der Deutschen Golf-Liga brachte für den Regionalligisten GC Winnerod das befürchtete, für den Oberligisten Licher GC das erhoffte Ergebnis. Der GC Winnerod kam trotz Heimvorteil erneut nicht über den letzten Platz hinaus, drei Schläge fehlten am Ende auf den Mainzer GC. Den Abstieg werden die Winneröder in diesem Jahr nicht mehr vermeiden können.

Der Licher GC kann dagegen nach dem dritten Tagessieg den Sekt fast schon kalt stellen, er baute seine Tabellenführung auf Verfolger Friedberg auf fünf Punkte aus.

Regionalliga: Bei ihrem Heimspieltag hatten die Winneröder zwar den wiedergenesenen Johannes Gärtner sowie erstmals Jan Niklas Weil (Auslandsstudium) im Aufgebot, dafür fielen kurzfristig die Stammspieler Jonas Wack und Jonathan Stiebling aus, für die Marc-Luca Metsch und die Brüder Julius und Louis Weber einsprangen.

»Wir hätten optimale Bedingungen gebraucht, aber die beiden Ausfälle, dazu das fehlende Training durch Abitur und Erkrankungen, das konnten wir nicht kompensieren«, so Winnerods Kapitän Daniel Tack, der selbst wegen einer Rückenverletzung zuletzt kaum trainieren konnte, trotzdem mit zwei unter Par noch das drittbeste Einzelergebnis notierte.

Starke Einzel- runden von Tack und Gärtner

Platz und Wetter boten sehr gute Bedingungen, das Rough war flächenmäßig zurückgestutzt worden, aber hoch. Wer es trotzdem traf, hatte massive Probleme. Schnell wurde der Tabellenführer Heddesheim-Neuzenhof seiner Favoritenrolle gerecht, stellte mit Christopher Steger den besten Einzelspieler (fünf unter Par), Maximilian Reiß gelang mit dem Ass an der Bahn 13 der Schlag des Tages - und nach den Einzeln war man mit 20 Schlägen Vorsprung im Clubhaus (acht unter Par mit sieben Spielern !). Dahinter lieferten sich Main-Taunus und Hanau ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit wechselnden Führungen. Nach den Einzeln waren beide noch schlaggleich, am Ende hatte Main-Taunus mit drei Schlägen die Nase vorn. Im zweiten Kopf-an-Kopf-Rennen ging es zwischen Winnerod und Mainz um den vierten Platz der Tageswertung. Nach den Einzeln lag Winnerod noch aussichtsreich mit fünf Schlägen vorn.

Hinter Tack brachte Johannes Gärtner mit einer Par-Runde (nur 27 Putts) den zweitbesten Winneröder Einzelscore, Max Steinmüller lag mit zwei über Par im Soll, ebenso noch Tim Steinmüller (+5) und Niklas Weil (+6), Marc-Luca Metsch (+9) und Jonas Gebhardt (+11) komplettierten das Teamergebnis.

In den Vierern holte Mainz Schlag um Schlag auf. Max Steinmüller/Gebhardt (+2), Tack/Weil (+4) und Tim Steinmüller/Gärtner (+7) schafften es nicht, den vierten Platz zu verteidigen. Während Heddesheim-Neuzenhof souverän dem Wiederaufstieg entgegengeht, hat Schlusslicht Winnerod keine reellen Chancen mehr auf den Klassenerhalt. »Ich kann keinem einen Vorwurf machen. Letztes Jahr haben wir mit einem knapp besseren Ergebnis um den Tagessieg gespielt, heute werden wir Letzter. Die Gruppe ist dieses Jahr viel stärker. Ich danke meinem Team, unserem Coach Uwe Wagener, den Greenkeepern für einen tollen Platz und allen Zuschauern, die uns unterstützt haben. Jetzt wollen wir uns noch mit Anstand aus der Liga verabschieden, an den letzten beiden Spieltagen die Mainzer wieder ärgern und nächstes Jahr den Wiederaufstieg anpeilen«, zog Tack bereits ein vorläufiges Saisonfazit.

3. Spieltag (Punkte/Schläge über Par): 1. Heddesheim-Neuzenhof 5/-4; 2. Main-Taunus 4/+18; 3. Hanau 3/+21; 4. Mainz 2/+41; 5. Winnerod 1/+44. Tabelle (Punkte/Schläge über Par): 1. Hedesheim-Neuzenhof 15/+19; 2. Main-Taunus 11/+68; 3. Hanau 10/+73; 4. Mainz 6/+130; 5. Winnerod 3/181

Ergebnisse Winnerod (Bruttoschläge): Einzel: Tack 70, Gärtner 72, Max Steinmüller 74, Tim Steinmüller 77, Weil 78, Metsch 81, Gebhardt 83; Vierer: Max Steinmüller/Gebhardt 74, Tack/Weil 76, Tim Steinmüller/Gärtner 79

Lich hält Scores zusammen

Oberliga: Kapitän Jannik Motzko wollte im Vorfeld Druck von seinen Spielern nehmen: »Mit vier Punkten wäre ich zufrieden«, zumal Verfolger Friedberg mit Heimvorteil in diesen dritten Spieltag ging auf einem »zwar sehr gepflegten Platz, aber aus dem Rough gab es quasi kein Entkommen«. Präzises Spiel war also gefragt, und das kriegten die Licher gleich gut hin und gingen früh in Führung. Dahinter ein munteres Wechselspiel. Zunächst Marburg als Verfolger, dann schien sich Friedberg doch als ärgster Konkurrent herauszukristallisieren, ehe sich Kassel nach vorne arbeitete, zetiweise sogar in Führung lag und am Ende mit Miguel Brede (73) und Jan Koschella (74) die beiden besten Einzelergebnisse im Clubhaus hatte. Doch die Licher ließen sich nicht abschütteln. »Unser junges Team ist geduldig geblieben und hat seine Scores zusammen gehalten«, lobte Motzko die Nervenstärke seiner Spieler. Luis Laurito kam mit der zweitbesten Einzelrunde ins Clubhaus (74), Oscar Walter (Jahrgang 2009) feierte mit seiner 75 ein starkes Debüt in der DGL. Lutz Schöne (78), Bastian Graf (80), Karsten Gail (81), Nelson Jacobi und Philip Graf (beide 82) blieben mit ihren Scores dicht beieinander, sodass am Ende die Ausgeglichenheit des Kaders den Ausschlag ab und Kassel mit sechs Schlägen Vorsprung auf Rang zwei verwiesen wurde. Kassel leistete so noch Schützenhilfe, der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Friedberg wuchs so auf fünf Punkte an. »Eine perfect season wäre natürlich toll. Am 17. Juli in Marburg gilt es aber vorrangig, den Vorsprung komfortabel zu halten und am letzten Spieltag zu Hause (31. Juli) die Saison dann zu krönen«, ist sich Jannik Motzko bereits sicher, dass das Saisonziel Aufstieg auch erreicht wird.

3. Spieltag (Punkte/Schläge über Par): 1. Lich 5/48; 2. Kassel 4/54; 3. Friedberg 3/79; 4. Varmert 2/85; 5. Marburg 1/109. Tabelle (Punkte/Schläge über Par): 1. Lich 15/144; 2. Friedberg 10/218; 3. Kassel 9/206; 4. Varmert 8/246; 5. Marburg 3/303.

Ergebnisse Licher (Bruttoschläge): Laurito 74, Walter 75, Schöne 78, Bastian Graf 80, Gail 81, Jacobi 82, Philip Graf 82

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Max Steinmüller (GC Winnerod) rettet sich beim DGL-Heimspieltag aus dem Bunker. © Richard Albrecht

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