Heimische Leichtathleten bei "Hessischen" top

Selten war der Gießener Raum bei Hessischen Leichtathletik-Meisterschaften so erfolgreich wie am Wochenende in Wetzlar. Durch die dreifache Titelgewinnerin Beatrice Marscheck sowie Adrian Becker, Laurenz Costa, Ann-Christin Strack und Julia Gerter gingen sieben Titel an Athletinnen und Athleten des LAZ Gießen. Ebenfalls mit Gold dekoriert wurden Theresa Pohl (LG Wettenberg) und die Heuchelheimerin Cynthia Schmidt. Zwei weitere Hessentitel gab es für die Geschwister Nico und Mona Althenn (LG Wetzlar) aus Ebersgöns. Zudem gab es noch weitere "Treppchenplätze".

Selten war der Gießener Raum bei Hessischen Leichtathletik-Meisterschaften so erfolgreich wie am Wochenende in Wetzlar. Durch die dreifache Titelgewinnerin Beatrice Marscheck sowie Adrian Becker, Laurenz Costa, Ann-Christin Strack und Julia Gerter gingen sieben Titel an Athletinnen und Athleten des LAZ Gießen. Ebenfalls mit Gold dekoriert wurden Theresa Pohl (LG Wettenberg) und die Heuchelheimerin Cynthia Schmidt. Zwei weitere Hessentitel gab es für die Geschwister Nico und Mona Althenn (LG Wetzlar) aus Ebersgöns. Zudem gab es noch weitere "Treppchenplätze".

Der Star der hessischen Meisterschaften im Wetzlarer Stadion war Felix Göltl vom TuS Kriftel, der im 100-m-Finale der Männer in 10,32 s die aktuelle deutsche Jahresbestleistung von Tobias Unger (LG Stadtwerke München) einstellte und am zweiten Tag über die 200 m bei guten Bedingungen auf der bekannt schnellen Wetzlarer Bahn in 20,83 s seinen zweiten Titel einheimste. So nimmt Göltl in der aktuellen deutschen Bestenliste hinter Till Helmke (Friedberg-Fauerbach/20,69) und Alexander Kosenkov (TV Wattenscheid/20,84) über 200 m nun Platz drei ein.

Bei insgesamt 650 Meldungen von 120 Vereinen fehlten aus der hessischen Spitze nur die Team-Europameisterschaftsteilnehmer wie Hochspringerin Ariane Friedrich, Hammerwerferin Betty Heidler oder der Friedberger Sprinter Till Helmke sowie die Mehrkämpferinnen, die an der letzten EM-Qualifikation in Ratingen teilnahmen.

Bei den Aktiven und Trainern aus dem Gießener Raum sah man gegen Ende der Wettkämpfe nur zufriedene Gesichter. Beatrice Marscheck erkämpfte als einzige Teilnehmerin in Wetzlar drei Titel. Die Garbenteicherin lief über 100 m in 11,98 s locker die schnellste Zeit der 27 Vorlauf-Teilnehmerinnen. Im Zwischenlauf sprintete sie bei 0,9 m/s Rückenwind mit 11,69 s eine Zeit, die aktuell Platz neun der deutschen Bestenliste bedeutet. Im Finale ließ die 24-Jährige den weiteren Medaillengewinnerinnen Katharina Hoffart (LG Odenwald/12,21) und der noch A-Jugendlichen Chantal Buschung (TuS Eintr. Wiesbaden/12,25) keine Chance und stürmte nach 11,84 s über die Ziellinie.

Schon im Vorfeld der Meisterschaften sah LAZ-Trainer Markus Czech dem Weitsprung mit gemischten Gefühlen entgegen: "Bea ist gut drauf und ich erwarte über 100 m eine Zeit unter 10,80 s. Aber mit der Renovierung des Wetzlarer Stadions ist die Weitsprunggrube vor der Tribüne weggefallen. So wird vermutlich die windanfällige Anlage im Westbogen benutzt. Hier gab es bei viel Wind aber nur selten herausragende Weiten." Die Aussage von Czech wurde in den von böigem Gegenwind geprägten Wettbewerben der Männer und Frauen bestätigt. Marscheck sprang im dritten Versuch ihre Tagesbestweite von 6,18 m und beendete nach 6,03 m im vierten Durchgang die Disziplin, um sich auf das 100-m-Finale vorzubereiten. Auch am Sonntag war die LAZ-Athletin erwartungsgemäß über 200 m nicht zu schlagen. Nach 24,28 s im Vorlauf gewann die Lehramtsstudentin in 24,07 s das Finale vor Christiane Klopsch (24,24) von der LG Friedberg-Fauerbach.

Durch Theresa Pohl ging der Titel im Speerwurf der Frauen nach Wißmar. Die vielseitige Athletin der LG Wettenberg gewann nach Würfen, welche ausnahmslos hinter der 40-m-Linie landeten, mit 43,87 m. Platz zwei erntete hier Nastasia Lich mit 42,22 m. Die für Eintracht Frankfurt startende Heuchelheimerin sprintete zudem über 100 m Hürden in 14,45 s auf den Bronzeplatz und wurde Fünfte mit 5,56 m im Weitsprung. "Das ist mein Wochenende", freute sich Lich und ergänzte, "alle Ergebnisse sind Bestleistungen oder ganz nahe daran". Silber bei den Frauen gab es auch für die A-Jugendliche Lisa Magel. Die Siebenkämpferin vom LAZ begann den Hochsprung fehlerfrei bei 1,60 m. Die Steinbacherin bewies in der Folge Nervenstärke und übersprang nach 1,63 m ohne Fehlversuch die 1,66 m im dritten Durchgang. Den Hochsprungtitel gewann Bianca Schmid von der LG Friedberg-Fauerbach mit 1,84 m.

Bei den Männern konnte sich Adrian Becker vom LAZ Gießen erstmals bei einem Weitsprungwettbewerb der Aktivenklasse gegen Remigius Roskosch (TV Heppenheim/7,02) durchsetzen und siegte mit 7,09 m. Mit Fassung trug der Troher seine Disqualifikation beim 100- m-Hürdenfinale, denn weder von den Zuschauern noch seitens der anderen Finalisten war ein Frühstart von Becker erkennbar. So ging der Sieg an Sven Medenbach (15,04) von der LSG Goldener Grund vor Konstantin Grißmer (LAZ Gießen/15,62), der sich bei brutalem Gegenwind von 3,0 m/s zusätzlich Bronze mit 6,79 m im letzten Weitsprungversuch erkämpfte. Unzufrieden mit seiner Leistung zeigte sich Nico Althenn (LG Wetzlar), obwohl er mit 65,02 m im Speerwurf siegte. "Ich habe viele technische Fehler gemacht, so freut mich nur der Titel", sagte der Ebersgönser.

Sensationell war der Auftritt von Laurenz Costa über 100 m der männlichen Jugend B. Der bis dahin nur im heimischen Fußball bei der TSG Wieseck aktive Schüler der Anne-Frank-Schule Linden gewann nach den Bestzeiten im Vorlauf (11,24) und Zwischenlauf (11,23) den Hessentitel in 11,08 s.

Qualifiziert hatte sich Costa gut zwei Wochen zuvor in Wetzlar beim Schulvergleich auf Regionsebene bei "Jugend trainiert für Olympia", worauf Elmar Knappik als Leichtathletik-Trainer der TSG Wieseck dem Schüler Jahrgang 93 empfahl, einen Startpass beim LAZ Gießen zu beantragen, um adäquate Trainingsgefährten zu haben. "Vor rund vier Jahren habe ich beim LSC Bad Nauheim etwas in die Leichtathletik hineingeschaut. Die beiden Schulwettkämpfe in Lollar und Wetzlar haben wieder mein Interesse an der Leichtathletik geweckt", sagte der leichtathletische Rohdiamant nach dem Endlauf.

Bereits im Vorfeld der Meisterschaften stand fest, ein Sieg in den Sprints über 100 m und 200 m der B-Jugend führt nur über Cynthia Schmidt von den TSF Heuchelheim oder Ann-Christin Strack vom LAZ Gießen. Ihre Vorläufe auf der Sprintgeraden gewannen beide in jeweils 12,36 s. Im Zwischenlauf lieferte Schmidt dann eine Zeit von 12,29 s ab, während Strack (12,24) sich strecken musste, um Theresa Schacht (12,26) von der LG Reinhardswald in Schach zu halten. Im Finale siegte Schmidt mit Saisonbestleistung in 12,08 s vor Strack, die in 12,22 s zum dritten Mal an diesem Tag eine neue persönliche Bestleistung über die 100 m aufstellte.

Auf dem Bronzerang landete Theresa Schacht in 12,43 s. Der Zweikampf fand am Sonntag über 200 m seine Fortsetzung. "Diesen Titel will ich haben", kündigte Ann-Christin Strack bereits am Vortag an. Beide bestritten denselben Vorlauf und befolgten die Aufforderung des hessischen Sprintkadertrainers Dominic Ulrich (Heppenheim), "aggressiv um die Kurve und dann ausrollen lassen". Im Finale ging es dann richtig zur Sache. Beide Sprinterinnen erreichten mit klarem Abstand zur Konkurrenz parallel die 100-m-Startlinie, dann setzte sich Ann-Christin Strack kontinuierlich in Front und gewann in 24,87 s. Schmidt erkämpfte in persönlicher Bestzeit von 25,25 s die Silbermedaille. Mit ihrer herausragenden 200-m-Siegeszeit verbesserte die Ostschülerin Strack deutlich den bisherigen Gießener Kreisrekord von 25,44 s, welcher von ihrer Vereinskameradin Beatrice Marscheck im August 2001 in Ulm aufgestellt worden war.

Mit Gold belohnt wurde auch Julia Gerter. Die 15-Jährige steigerte sich direkt nach Rang zwei im Hürdensprint (14,82) im letzten Weitsprungversuch von zuvor 5,55 m auf die Siegesweite von 5,75 m. Voller Lob war LAZ-Trainer Czech gegen Ende der Meisterschaften bezüglich der beiden LAZ-Mädels aus der B-Jugend: "Anni war mental Spitze und zeigte im 200-m-Finale das Toprennen ihrer bisherigen Saison", und ergänzte, "Ähnliches gilt für Julia Gerter. Julia ist durch das Hürdenfinale noch mal richtig warm geworden und bewies in ihrem letzten Sprung nicht nur das schon lange bekannte Talent, sondern zeigte auch tolle Konzentration und Nervenstärke."

Im mit 17 Mädels besetzten Hochsprung blieben Ruth Hillebrand (TSF Heuchelheim) und Inka Jensen (Biebesheim/Eschollbrücken) fehlerfrei bis inklusive 1,62 m und teilten sich damit Platz zwei hinter Johanna Michel (TV Nieder-Weisel), die in ihrem dritten Versuch 1,65 m meisterte. Eine persönliche Bestleistung von 12,25 m bescherte Mona Althenn aus Ebersgöns den Titel im Kugelstoß. Nicht gerade nach Wunsch lief es für die 4x100-m-Staffel der StG Heuchelheim-Wieseck-Lich. Ein Wechselproblem kostete entscheidende Zeit, so landeten Verena Hillebrand, Ruth Hillebrand, Janina Knappik und Cynthia Schmidt in 51,22 s nur auf dem vierten Rang. Rainer Schmidt

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