HBL-Boss Bohmann läuft die Zeit davon

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(sid). »Nein«, sagt Frank Bohmann, »ich bin nicht gerne der Oberlehrer. Aber manchmal muss es sein.« Dem Geschäftsführer der Handball Bundesliga (HBL) läuft im Kampf um die Rettung der Corona-Saison die Zeit davon. Da muss auch mal der mahnende Finger her. Jetzt ist es so weit. »Wir müssen unbedingt die Präventionsmaßnahmen einhalten. Da ist sicher in der letzten Zeit eine gewisse Ermüdung eingetreten«, sagt Bohmann dem SID, »die Spieler müssen sich an die Regeln halten, dazu müssen wir sie ermahnen.

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Die prekäre Lage der Liga gibt dem Chef recht. Derzeit befinden sich zwei Vereine der HBL (Bergischer HC und HSC Coburg) sowie sechs Klubs der 2. Liga in Quarantäne. Bislang wurden in der Bundesliga bereits 41 Saisonspiele wegen Corona abgesagt. »Derzeit sind alle Spiele neu terminiert«, sagte Bohmann. Dennoch: Es wird eng für die HBL, will sie die Spielzeit mit 38 Begegnungen für alle Vereine bis zum 27. Juni über die Bühne bringen.

Bohmann und seinem Team bleibt also nichts anderes übrig als neben dem Appell an die Spieler die Zügel anzuziehen. Ein verschärftes Hygienekonzept muss her. »Derzeit werden neben den üblichen täglichen Schnelltests zwei PCR-Tests pro Woche durchgeführt. Wir werden hier auf mindestens drei PCR-Tests erhöhen«, sagte Bohmann vor der turnusmäßigen Sitzung der Klubs der beiden höchsten Spielklassen am heutigen Mittwoch.

Durch die Verschlechterung der allgemeinen Corona-Lage in Deutschland reagieren auch die örtlichen Gesundheitsämter drastischer. »Es wurde beispielsweise eine Mannschaft komplett in Quarantäne geschickt, weil sie gegen einen Gegner gespielt hat, bei dem ein Spieler positiv getestet war«, sagte Bohmann, der dies aber nicht als Kritik verstanden wissen will. Aber, so der Liga-Chef weiter: »So ist jetzt die Situation, darauf müssen wir reagieren.«

Seinen Glauben an die planmäßige Durchführung der Saison hat Bohmann nicht verloren. »Wenn keine härteren Einschläge mehr kommen, schaffen wir das«, sagte Bohmann in typischer Merkel-Manier.

Abstand habe man von der Durchführung eines Saison-Abschlussturniers genommen, bei dem die Mannschaften in einer »Bubble« zusammengezogen werden. Quarantäne-Trainingslager, wie in der Fußball-Bundesliga für den Saisonendspurt geplant, sind in der HBL derzeit ebenfalls nicht vorgesehen. Aber, so Bohmann: »Das Modell liegt bei uns in der Schublade. Und es wäre auch relativ schnell umzusetzen.«

Viel Luft bleibt den Planern aber nicht. Eine Verlängerung der Spielzeit wäre laut Bohmann allenfalls bis zum 30. Juni möglich. Denn bereits am 11. Juli ist der Abflug der Nationalspieler zum olympischen Turnier in Tokio geplant. Zudem laufen Ende Juni auch die Verträge der Spieler aus.

Sollten aber am Ende nicht alle Klubs ihre 38 Spiele absolvieren können, wird die Meisterschaft per Quotientenregel entschieden. Dabei werden die erzielten Punkte durch die Anzahl der gespielten Begegnungen geteilt. Das hofft in der HBL jedoch keiner.

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