Sieht nach einem munteren Aufgalopp im Wetzlarer Stadion für (v. l.) Magnus Fredriksen, Philip Henningsson, Tibor Ivanisevic, Emil Mellegard und Ivan Srsen aus…
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Sieht nach einem munteren Aufgalopp im Wetzlarer Stadion für (v. l.) Magnus Fredriksen, Philip Henningsson, Tibor Ivanisevic, Emil Mellegard und Ivan Srsen aus…

Handball / HSG Wetzlar

Hauptsache es geht wieder los

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Vier Monate kein Handball, das ist nun vorbei. Bundesligist HSG Wetzlar hat das Training wieder aufgenommen, mit an Bord auch die Neuzugänge.

Gestern war es so weit - offizieller Trainingsauftakt der Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar. An sich um diese Zeit nichts Ungewöhnliches und doch so ganz anders wegen der Corona-Pandemie.

Skurril mutete allein schon die Ankunft der Spieler im Stadion Wetzlar an. Jedem von ihnen hielt Betreuer Stefan Rühl eine "Pistole" vor die Stirn, um die Temperatur zu messen. Alle Anwesenden mussten sich dieser Prozedur unterziehen. Anfang der Woche waren die Grün-Weißen einzeln zum Corona-Test am Flughafen Frankfurt gefahren. "Erst als sie den grünen Streifen nachweisen konnten, durften sie auch zur Mannschaft stoßen", war sich HSG-Geschäftsführer Björn Seipp der Verantwortung von Arbeitgeberseite aus bewusst. In Fünfer-Gruppen ging es für die Spieler dann in den von Athletiktrainer Jonas Rath geleiteten Laktat-Test, bei dem er vom Institut für Sportwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen unterstützt wurde.

Für Trainer Kai Wandschneider und Co. Jasmin Camdzic, die sich beide freuten, ihre Schützlinge mal wieder persönlich zu treffen, blieb da zunächst nur die Zuschauerrolle. Ziele für die neue Saison zu definieren fiel nicht nur den Neuzugängen Ivan Srsen, Philip Henningsson, Magnus Fredriksen, Patrick Gempp und Emil Mellegard schwer. "Die Integration neuer Spieler, das braucht seine Zeit", sagte Wandschneider. Durch den Saisonabbruch und die lange Pause sei eine Bewertung der abgelaufenen Runde ebenso schwer, wir eine Prognose für die neue zu wagen.

Vorbehaltlich aller Einschränkungen sind vier bis fünf Wochen Training geplant, ehe eine Woche aktive Pause eingelegt werden soll. Für Ende August ist ein Testspiel bei der MT Melsungen terminiert. In den ersten beiden Wochen will das Trainerteam die Entwicklung der Spieler nach vier handballlosen Monaten beobachten. Fünf Wochen vor dem geplanten ersten Spieltag startet dann die eigentliche Vorbereitung. "Wir müssen schauen, was die Politik macht, was Corona macht und was wir intern schaffen", erläutert Camdzic und meint damit auch die finanzielle Situation. Anfang des Jahres wurde für August ein Trainingslager in Dänemark eingeplant, das ebenso gestrichen wurde wie die Turnierteilnahme beim Heide-Cup. "Wir arbeiten von Tag zu Tag und von Woche zu Woche. Das ist eine einmalige Situation, mit der keiner Erfahrung hat. Das hat momentan mehr etwas von Versuchen und Forschung", so Camdzic.

Die Belastung bis zur Winterpause schätzt Wandschneider als normal ein. Die Liga startet zwar gut einen Monat später, allerdings fallen die Pokalspiele aus dem Terminplan. "Danach wird es bis Ende Juni eine Hammer-Belastung, da so gut wie jeder Verein auch Nationalspieler abstellt." Zudem drohen Unwägbarkeiten wie Quarantänen, die im schlimmsten Fall im Zwei-Tage-Rhythmus aufgefangen werden müssten. Doch das alles und die Diskussionen um Shot-Clock oder das Spiel sieben gegen sechs sind keine Dinge, die Wandschneider momentan beschäftigen. "Ich habe ganz andere Sachen im Kopf. Für mich ist die Frage: Geht es überhaupt mit Eishockey, Basketball, Volleyball, Handball, das, was ich mein Leben lang gemacht habe, weiter? Das sind die Fragen, die mich bewegen. Was mich davon ablenkt ist, dass ich heute hier sein darf. Es ist meine letzte Saison hier in Wetzlar. Auf die freue ich mich und möchte wieder das Bestmögliche herausholen."

Die Mannschaft ist ebenso heiß auf die neue wie ungewöhnliche Runde wie ihr Coach und zeigte sich sehr diszipliniert. Vor allem die Neuzugänge freuen sich auf die Bundesliga und absolvierten den Laktat-Lauf problemlos. Bis auf Kreisläufer Gempp. "Eigentlich bin ich fit, allerdings gab es am Montag beim Medizin-Check in der Uniklinik Gießen Auffälligkeiten, deshalb darf ich heute noch nicht mitmachen. Das ist natürlich blöd und ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres."

Viel haben die Neuzugänge noch nicht von ihrem neuen Zuhause gesehen. Die Altstadt von Wetzlar und die nähere Umgebung der eigenen Wohnung waren bei allen das Höchste der Gefühle. Ab Montag geht es zweimal in der Woche vor allem darum, dass die Mannschaft mehr und mehr zusammenfindet, um in dieser verrückten Zeit das Beste aus den Gegebenheiten zu machen.

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