Auf ein Wiedersehen: Tabea Neul (l.) und Anna Neumann (r.) von der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen werden wohl auch in dieser Saison auf Carla Weise von der HSG Wettenberg II treffen. FOTO: RAS
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Auf ein Wiedersehen: Tabea Neul (l.) und Anna Neumann (r.) von der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen werden wohl auch in dieser Saison auf Carla Weise von der HSG Wettenberg II treffen. FOTO: RAS

Hauptsache, es geht endlich los

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Der Countdown zum Start in die Handball-Saison der Frauen-Landesliga Mitte läuft. Von den fünf heimischen Teams sind allerdings nach vielen kurzfristigen Absagen nur die Frauen der HSG Wettenberg II am Wochenende im Einsatz.

Es war angerichtet, doch die Corona-Pandemie schlägt schon vor dem Auftakt der Frauenhandball-Landesliga voll zu: Fast alle geplanten Spiele wurden am Freitagabend abgesagt, und so soll zum Start nur noch die Partie der HSG Wettenberg II am Sonntag um 18 Uhr bei der HSG Eibelshausen/Ewersbach ausgetragen werden.

Nach einer ungewöhnlichen und sehr langen Vorbereitungszeit sind alle Mannschaften trotz allem "heiß wie Frittenfett", endlich wieder ein Ziel vor Augen zu haben und in den sportlichen Wettkampf starten zu können, der aufgrund der Corona-Pandemie bereits um einen Monat verschoben wurde. Zu den Favoriten zählen in dieser Saison die HSG Eibelshausen/Ewersbach, die HSG VfR/Eintracht Wiesbaden und die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen.

Doch die Gerüchteküche brodelt und macht eine Einschätzung eher schwierig. So soll in Eibelshausen Jaqueline Müller ebenso die Schuhe an den Nagel gehängt haben wie Annika Hermenau in Wiesbaden - beides Leistungsträgerinnen, die nur schwer zu ersetzen wären. Die TSG Oberursel wartet mit vielen erfahrenen Spielerinnen auf und auch die HSG Goldstein/Schwanheim dürfte in dieser Runde das schlechte Abschneiden der Vorsaison wiedergutmachen wollen. "Sehr, sehr breites Mittelfeld", lautete dementsprechend die Prognose aller Beteiligten. Unklar ist, wie viele Mannschaften am Ende der Runde absteigen, was bei allen Teams für zusätzlichen Druck sorgt.

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen

"Es war schon ein komisches Gefühl, nachdem wir quasi von heute auf morgen durch den Lockdown auseinandergerissen worden sind", fasst Trainer Sebastian Roth treffend die Empfindungen aller Beteiligten zusammen. "Ich habe die Mädels auch erst mal in Ruhe gelassen, weil ich glaube, da hatte die eine oder andere auch andere Sorgen als Handball." Etwa sechs Wochen später haben die HSGlerinnen angefangen, über Zoom oder Internet-Meetings alle zwei Wochen Kontakt zu halten. "Wir haben so versucht, das Mannschaftsgefüge aufrechtzuerhalten." In der ersten Trainingsphase wurden Schwerpunkte im Individualtraining auf Bereiche gesetzt, für die sonst wenig Zeit ist. "Wir haben daran gearbeitet, die eine oder andere Sache auszumerzen beziehungsweise zu verbessern." Zudem wurde der Fokus auf die Konditionsarbeit gelegt. Als wieder Mannschaftstraining möglich war, ging es vor allem um gruppentaktische Arbeit. "Wir wollten dieses Jahr ein paar Sachen umstellen. Das haben wir jetzt in kurzer Zeit versucht, zu machen", erklärte Roth. "Alles in allem bin ich unter den gegebenen Umständen soweit ganz zufrieden. Aber wir hatten noch ein paar Baustellen bis zum Saisonstart. Ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen haben."

Roth würde mit seinen Damen gerne wieder oben mitspielen, ist sich aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen unsicher, was er von der Liga halten soll. "Es wird eine sehr interessante Saison, wenn sie stattfindet. Wir wollen uns wie letztes Jahr oben festbeißen und den einen oder anderen da oben ärgern. Wir wissen aber auch, dass das eine knüppelharte Runde wird, wo jeder Punkt Gold wert ist", sagte Roth abschließend.

SG Kleenheim- Langgöns U 23

Nach einer eher durchwachsenden Vorsaison mit Tabellenplatz neun wollen sich die Damen um Trainer Christian Manderla früher in der Liga stabilisieren und streben einen Tabellenplatz im Mittelfeld der Staffel Mitte an. Im Kader des Nachwuchsteams hat sich einiges getan. Einige Spielerinnen sind komplett in den Kader der ersten Mannschaft gewechselt, ein paar pausieren oder haben den Verein gewechselt. Als externen Neuzugang konnte man die Rückraumspielerin Anna-Marie Arch von der HSG Herbornseelbach gewinnen; zudem stoßen mit Vanessa Bork, Marie Böhm, Su Kleinpell, Stephanie Klug und Charlotte Wulf fünf A-Jugendliche direkt in den U23-Kader.

"Ich möchte weiterhin das Vereinskonzept mit der Ausbildung der jungen Mädels umsetzen und meine sehr junge Mannschaft an den Aktiven-Handball weiter ranführen", erkläre Manderla. "Wir haben ein Durchschnittsalter von knapp 21 Jahren, worauf wir für die Zukunft des Vereins aufbauen können." Mit der Vorbereitung zeigte sich Manderla zufrieden, sieht Fortschritte im spielerischen Bereich, aber auch was das Mannschaftsgefüge angeht. "Wir arbeiten gut und zeigen im Training teils überragende Fähigkeiten. Wenn wir es schaffen, unsere Qualität und unseren Spielwitz in die Spiele zu transportieren, können wir Schritt für Schritt mit Geduld arbeiten und erfolgreich als Mannschaft eine gute Runde spielen."

TV Hüttenberg II

Für TVH-Trainer Stefan Mappes und seine Damen gestaltete sich die Vorbereitung insofern schierig, als dass man kaum Testspiele bestreiten konnte. "Diese Spiele wären für uns enorm wichtig gewesen, da wir fünf erfahrene Spielerinnen verloren haben und diese Lücken größtenteils aus der eigenen Jugend aufgefüllt haben." Somit hat Mappes einen noch jüngeren Kader als noch in der letzten Saison und kann seine Mannschaft nur schwer einschätzen. Sarah Beck, die vom TuS Waldernbach zum TVH stieß, ist eine erfahrene Akteurin, von der sich Mappes erhofft, dass sie eine Führungsrolle übernimmt. Sina Happel, Katinka Lins, Emilia Gossen und Sophie Happel spielen die Saison altersmäßig noch in der A-Jugend, helfen aber entsprechend bei den Damen aus.

Das Tempospiel seiner Mannschaft gefällt Mappes schon sehr gut, aber in der Defensive gebe es Nachholbedarf. "Da fehlt uns noch der Zugriff, die Erfahrung und Abgeklärtheit." Das übliche Los einer zweiten Mannschaft, die darauf ausgerichtet ist, Talente für die erste herauszubilden. "Ich kann gar nicht abschätzen, wo wir stehen." So wollen die Hüttenbergerinnen selbst gut in die Runde reinkommen und es besser machen als im letzten Jahr, als man beim Abbruch auf dem zehnten Platz rangierte. Das vorrangige Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt, weil die jungen Spielerinnen ihre Zeit brauchen werden, sich an die Liga und die physischen Gegebenheiten zu gewöhnen. "Es macht Spaß, mit den Mädels zu trainieren und zu arbeiten, die sind wahnsinnig ehrgeizig", lobte Mappes, der mit seinen Damen vor allem über das Tempo in die Spiele kommen will.

TSG Leihgestern II

Die Vorbereitung lief für die Leihgesterner Zweite eher suboptimal. "Ich habe bis letzte Woche nicht einmal sechs gegen sechs über das ganze Feld spielen können", erklärte Trainer Sebastian Vogel vom Bezirksoberliga-Meister. Umso verwunderter war er, dass seine Truppe in den vier Testspielen, davon drei gegen Landesligisten, einen guten Eindruck hinterließ und allesamt gewinnen konnte. "Das hat mich dann doch auch ein bisschen positiv überrascht, dass das Zusammenspiel so gut geklappt hat." Aufgefüllt wird sein im Stamm eher dünn besetzter Kader mit Spielerinnen aus dem Juniorteam und der ersten Mannschaft, die sich aus unterschiedlichen Gründen noch in der Aufbauphase befinden.

Die Stärke der TSG II ist die stabile Abwehr, aus der ein schnelles Gegenstoßspiel bevorzugt wird. "Das haben wir im letzten Jahr sehr gut hinbekommen, wo wir viele einfache Tore gemacht haben. Ich hoffe, wir können das beibehalten", sagte Vogel. Ihm ist allerdings auch klar, dass das Rückzugsverhalten eine Klasse höher ein anderes sein wird. Der Positionsangriff lag deshalb im Fokus der Vorbereitung und machte in den Testspielen einen guten Eindruck. Frei nach dem Motto: "Was man hinten nicht kassiert, braucht man vorne nicht werfen", setzt Vogel als Aufsteiger auch in der Landesliga auf eine stabile Deckung, um schnellstens die nötigen Punkte zum Klassenerhalt einzusammeln.

HSG Wettenberg II

Wettenbergs Trainer Thomas Schäfer hat seine Mannschaft für den Saisonstart Mitte September vorbereitet und nach der Verschiebung um einen Monat noch mal eine Pause eingelegt. "Wir haben die Zeit gut genutzt und uns weiterentwickelt", zeigte sich Schäfer mit dem Verlauf der Vorbereitung sehr zufrieden. Zielsetzung ist der Klassenerhalt und möglichst das Erreichen der Punktzahl vom letzten Jahr, als man bei 18 Partien acht Siege, neun Niederlagen und ein Unentschieden aufweisen konnte. Damit wäre ein Mittelfeldplatz erreicht, ob es für den Klassenerhalt reichen würde, bleibt abzuwarten. Schäfer hat einige Leistungsträgerinnen an die erste Mannschaft verloren, diese wurden vorwiegend mit Talenten aus der eigenen Jugend ersetzt. Dazu kommen mit Jacqueline Schmitt, Lisa Sophie Frank und Julia Krombach drei Neuzugänge vom TSV Griedel, die Erfahrung in der Landesliga aufweisen können. "Deshalb glaube ich, dass wir es schaffen können, einen sicheren Mittelfeldplatz zu erreichen." Beim Auftakt bei der HSG Eibelshausen/Ewersbach hat die junge Wettenberger Truppe nichts zu verlieren. "Wir wollen uns in jedem Spiel verbessern, einen Schritt nach vorne machen. Wir wollen sehen, dass wir in Eibelshausen topfit sind, unser Spielsystem verstanden haben. Wobei das erste Spiel kein Gradmesser für die Saison sein kann; wir wollen uns weiterentwickeln." Die Stärken des jungen Teams sind das Tempospiel und der Zusammenhalt. "Ein guter und gesunder Teamgeist sind viel wert." Schäfer bescheinigt der Mannschaft eine sehr engagierte Trainingsleistung. "Sie nehmen neue Impulse gut an und wir haben uns in den Trainingsspielen kontinuierlich gesteigert." Lediglich in der Abwehr sieht Schäfer noch Schwächen.

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