Hassler: "Wir pfeifen personell aus dem letzten Loch"

(gae) In einem Spiel der Fußball-Verbandsliga Mitte ist der VfB 1900 Gießen am Sonntag beim Türkischen SV Wiesbaden zu Gast.

(gae) Was ist nur mit dem VfB 1900 Gießen los? Der ambitionierte Neuling der Verbandsliga Mitte hat seit dem 24. Oktober keinen "Dreier" mehr eingefahren. Der letzte Punktgewinn der Fußball-Mannschaft von Trainer Stefan Hassler datiert vom 8. November her, als sie ein 3:3 von der Viktoria Kelsterbach mit an die Lahn nahmen. Ansonsten gab es nach dem 1:0 in Braunfels nur noch Niederlagen, und außer dem 0:1 in Biebrich ganz schön deftige mit dem 1:5 in Eddersheim und dem letztwöchigen 1:4 zu Hause gegen den FC Ederbergland. Klar, dass sich Hassler für den Sonntag (14.30 Uhr) beim Türkischen SV Wiesbaden insgeheim einen Sieg wünscht und somit den negativen Trend stoppen will.

"Wir pfeifen personell aus dem letzten Loch", erklärt Hassler. Dem Fußballlehrer fehlen nicht nur die Langzeitverletzten Tobias Walden, Oliver Schmidt und Richy Zimmermann, sondern auch der rotgesperrte Ürkan Özen sowie der aus beruflich und privaten Gründen nicht mehr spielende Mark Bock. Aktuell dazu gesellt sich wohl noch Heinz Stehle, der im letzten Spiel einen Schlag auf den Oberschenkel erhielt und seitdem nicht trainieren konnte. Zurückgreifen kann Hassler aber auf den zuletzt verhinderten Nebil Celik. Ansonsten wird sich Hassler aus der zweiten Mannschaft bedienen müssen, da die A-Junioren ebenfalls am Sonntag in der Hessenliga gefordert sind.

In dieser Situation ist der "Berufsoptimist" Hassler nicht zu beneiden. Ihm sind aber die Hände gebunden. Er muss das Beste daraus machen. So spielt er mit dem Gedanken, von seinem favorisierten Spielsystem 4-4-2 abzuweichen und aufgrund des zur Verfügung stehenden Spielermaterials auf ein 3-5-2 zurückzugreifen. Kampf soll auf dem Wiesbadener Hartplatz Trumpf sein. "Wir müssen kompakt stehen und erst einmal Tore verhindern", will Hassler bei den Türken "Beton anmischen". Dabei hat der 40-Jährige natürlich im Hinterkopf, dass er mit Sebastian Bubbel, Gino Parson, Nemrut Bargello und Claudius Weber vier Offensivkräfte hat, die immer in der Lage sind, ein Tor zu schießen.

Hassler liebäugelt aus den letzten beiden Partien vor der Winterpause (nach dem Gang nach Wiesbaden erwartet der VfB am nächsten Samstag noch den FSV Schröck) mit vier Punkten.

Mit einem wäre er bei den spielstarken und bei Standardsituationen gefährlichen Türken schon zufrieden, die mit 23 Punkten auf Rang zwölf stehen und sieben Zähler Rückstand auf den VfB 1900 Gießen aufweisen, der Fünfter ist und den Kampf um Rang zwei (Eddersheim hat 36 Punkte), der zur Relegation nach oben berechtigt, noch nicht aufgegeben hat.

Aufpassen müssen die Gießener auf den Wiesbadener Ideengeber Erol Genc, der im Mittelfeld die Fäden zieht. Nutznießer seiner Pässe ist oftmals Orkun Zer, der mit 13 Treffern zu den Top-Torschützen der Verbandsliga zählt. Spielertrainer Enver Karaca hält hinten den Laden zusammen, er muss am Samstag auf den gesperrten Huanito Rreshka (Rot beim letztwöchigen 2:2 in Schröck) und den erkrankten Mehmet Kirazli verzichten.

Türkischer SV Wiesbaden, erwartetes Aufgebot: Ismael Yilmaz, Öztürk, Balikci, Kusch, Bilir, Senguen, Karaca, Erol Genc, Zer, Baghramian, Celeki.

VfB 1900 Gießen, Aufgebot: Kühn, Krivic; Stehle (?), Chabou, Michel Mohr, Parson, Bargello, Bubbel, Weber, Koch, Glienke, Kilian, Ott.

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