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Die "Wilden Lahnrosen" vom Gießener RC Hassia paddeln in Berlin über 1000 Meter zum deutschen Meistertitel im 10er-Drachenboot und feiern diesen Erfolg gebührend (kleines Foto).

Drachenboot

Hassia-Crew trumpft auf

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Ein deutscher Meistertitel, eine Bronzemedaille und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Drachenboot springt für die Paddler des Gießener RC Hassia in Berlin heraus.

Aus der Redaktion

Die Drachenbootsportler des Gießener Ruderclubs Hassia waren kürzlich erstmals in drei Bootskategorien in der Leistungsklasse "Masters" bei den deutschen Drachenbootmeisterschaften vertreten - und räumten unter anderem einen nationalen Titel ab. Drei Streckenlängen galt es an den drei Wettkampftagen auf der Regattastrecke in Berlin-Grünau zu absolvieren: 200, 500 und 1000 Meter. Dabei war zunächst ein Qualifizierungslauf, dann eventuell ein Hoffnungslauf und im besten Fall noch ein Finallauf zu absolvieren. Gemeinsame Ausrichter und Veranstalter auf der Dahme, einem Nebenfluss der Spree, waren heuer der Deutsche Kanu-Verband und der Deutsche Drachenbootverband.

Angetreten sind für jede Strecke die "Wilden Hassianer" im 20er-Standard- und im 10er-Smallboot Open (Männer) sowie das Damen-Team "Wilde Lahnrosen" im 10er-Smallboot. Erst im Frühjahr hatte sich das Gießener Damen-Drachenbootteam nach einer Ruhepause wieder neu formiert. Die erste Testregatta ging vor einem Monat über die Bühne. Auf den deutschen Meisterschaften galt es nun, gegen Deutschlands beste Teams zu bestehen, was eindrucksvoll gelingen sollte. Über alle drei Distanzen erreichten die "Lahnrosen" das Finale. Dass hierbei das Wetter nicht mitspielte und nahezu alle Läufe im strömenden Regen stattfanden, stellte für die Paddlerinnen aus Gießen kein Hindernis dar. Von Tag zu Tag steigerte sich die Leistung, sodass in den Finals am Freitag auf der 200-Meter-Strecke ein fünfter Platz, am Samstag über 500 Meter ein vierter Platz und letztendlich am Sonntag über einen Kilometer sogar der erste Platz und somit der deutsche Meistertitel heraussprang. Ein toller Erfolg.

Gegen Olympioniken

Das 10er-Open-Boot des RC Hassia, in dem überwiegend Männer antraten, startete ebenfalls erstmalig bei einer deutschen Meisterschaft. In der Leistungsklasse galt es gegen bärenstarke Teams aus Deutschland zu bestehen, die mit Paddlern der Nationalmannschaft und Olympiateilnehmern besetzt waren. Die Paddler der "Wilden Hassianer", die allesamt keine leistungssportliche Historie vorzuweisen haben, konnten diese Herausforderung mit Bravour meistern und erreichten über 200 Meter Platz sechs und über 500 Meter Platz sieben. Das herausragende Ergebnis in der Open-Klasse war jedoch der dritte Platz und somit der Gewinn der Bronzemedaille über die 1000-Meter-Strecke am letzten Wettkampftag.

Im 20er-Standard-Mixed-Boot starteten dann alle Gießener Paddler noch einmal zusammen gegen übermächtig scheinende Teams wie die "Neckardrachen", die "Preussen Drachen", "Silverbacks" und "Wannsea Dragons", um nur einige bekannte Namen aus der Drachenboot-Szene zu nennen. Auch hier wurde eine solide Gesamtleistung erzielt: Platz sechs über 200 Meter, Platz sieben über 500 Meter und abschließend Platz vier über 1000 Meter sowie die Qualifikation zur Club-Crew-Weltmeisterschaft, die im kommenden Jahr in Frankreich stattfinden wird. Komplett verausgabt und überglücklich - so kann man die gemeinsame deutsche Drachenbootmeisterschaft aus Sicht der Hassia-Sportler am besten beschreiben.

Die Platzierungen hatten sich Trainerin und Steuerfrau Ulrike Kohlitz sowie Teamkapitän Steffen Kohlitz zwar durchaus gewünscht, jedoch unter Anbetracht der starken Konkurrenz nicht ansatzweise als realistisch vorgestellt. Die Saison neigt sich nun dem Ende entgegen. Es gilt nun noch, eine Regatta am kommenden Samstag zu absolvieren: der "Monkey Jumble" in Saarbrücken, Deutschlands größte Langstreckenregatta über zwölf Kilometer mit einem Massenstart von über 60 Booten.

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