Ein hartes Stück Arbeit

(jms) Man muss gute Nerven haben, wenn man sich die Heimspiele des TV 05/07 Hüttenberg anschaut. Nach der 26:28-Niederlage gegen die HG Saarlouis in der 2. Handball-Bundesliga wollte das Team in der zweiten Hauptrunde des DHB-Pokals am gestrigen Abend Wiedergutmachung gegen Ligakonkurrent TV Bittenfeld betreiben.

Nach einer schwachen ersten Hälfte gelang dies den Mittelhessen auch, jedoch täuschte der deutliche 39:32 (17:17)-Erfolg über einige Mängel, vor allem im Defensivbereich, hinweg.

"Wir haben in der ersten Halbzeit auch in der Einstellung nicht überzeugt. Das habe ich in der Pause angesprochen. Im zweiten Durchgang haben wir dann einige Dinge besser gemacht als der Gegner. Aber teilweise war die pure Verunsicherung zu spüren", resümierte TVH-Coach Heiko Karrer die durchwachsene Partie.

Der Blick auf die Anzeigetafel zur Halbzeitpause genügte, um festzustellen, dass die Hüttenberger Defensive auch gestern alles andere als sattelfest war Der Versuch, eine 6:0-Deckung auf das Parkett zu bringen, misslang. Immerhin schaffte es Hüttenberg durch gut vorgetragene Konter und einem einigermaßen ordentlichen Angriffsspiel, dem schwachen Gegner Einhalt zu gebieten. Als der Ex-Wetzlarer Lars Friedrich völlig unbedrängt zum 12:10 für die Schwaben in der 18. Minute einnetzte, war das Schlimmste zu befürchten. Doch nach einer Auszeit fing sich der TVH und lag nach einem Treffer von Marc Pechstein wieder mit 15:14 in Führung (25.

). Doch im Gegenzug warf sich Matthias Ritschel zum zweiten Mal den Ball quasi selbst ins Netz. Bei einem Versuch, einen Konter einzuleiten, ließ der gestern schwache Torwart den Ball einfach fallen – Friedrich spritzte dazwischen und traf zum 15:15.

Doch auch die Mannen von Trainer Günter Schweikardt leisteten sich unerklärliche Fehler. So traf Daniel Wernig in der 20. Minute zum 13:12 für den TVH, nachdem er den Ball beim Anstoß den Gegenspieler aus der Hand riss. In diesen Situationen hatten die wenigen Zuschauer den Eindruck, als würden beide Teams am liebsten aus dem Pokal ausscheiden, um der Zusatzbelastung in der langen Saison aus dem Weg zu gehen. "Man darf nicht vergessen, dass bei uns Florian Laudt gefehlt hat ", sagte Andreas Lex. "Wir haben uns gesteigert, weil wir die 6:0-Deckung offensiver gespielt haben. Das liegt uns mehr."

Nach der Pause wirkte der TVB zunächst entschlossener, ließ aber zu viele Möglichkeiten liegen. Ersatz-Spielmacher Sven Pausch, der den erkrankten Laudt ordentlich vertrat, hielt sein Team mit zwei Treffern im Spiel. Über Sebastian Weber, Jonas Faulenbach und Wernig zog der TVH erstmals auf drei Tore davon (41.). Nach einem Doppelpack von Timo Ludwig (44.) führten die Gastgeber mit 28:24 – und die nun offensivere Deckung packte auch richtig zu. Letztlich war es die Rückkehr zur offensiven Deckung, die die Kehrtwende brachte. In der kommenden Woche treffen beide Mannschaften in Stuttgart erneut aufeinander. "Dann wird es sicher mehr zu Sache gehen als in diesem Spiel", meinte Lex.

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Pechstein (5), Andreas Lex (4), Faulenbach (4), Wernig (8/3), Jezewski, Weber (5), Stefan Lex (1), Scholz (2), Fernandes (2), Pausch (4), Stock (1), Ludwig (3).

TV Bittenfeld: Sdunek, Müller; Schimmelbauer (4), Kienzle (3), Weiß (6), Pabst, Friedrich (9/4), Schweikardt, Jungwirth (3), Baumgarten (3), Wehner (3), Seiz (1), Szczesny.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Harms/Mahlich (Biederitz/Stendal). – Zuschauer: 400. – Zeitstrafen: 4:8 Minuten. – Siebenmeter: 4/3:4/4.

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