Harmsen-Vertrag verlängert

(gae) Die LTi Gießen 46ers haben eine wichtige Personalentscheidung getroffen und den Vertrag von Trainer Björn Harmsen vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert. Das beinhaltet auch die Funktion des Sportdirektors. Die Vereinbarung gilt aber nur, wenn der abstiegsbedrohte Basketball-Erstligist die Klasse hält.

Falls die Mittelhessen zweitklassig werden, müsse neu verhandelt werden, erklärte der designierte Geschäftsführer Heiko Schelberg in einer eiligst einberufenen Pressekonferenz am Freitagmittag. Harmsen selbst könne sich durchaus vorstellen, auch in der Pro A als Headcoach der LTi 46ers zu fungieren. »Momentan möchte ich mir darüber keine Gedanken machen. Ich möchte alles, was ich habe – und das Gleiche erwarte ich von den Spielern meiner Mannschaft – nur auf die jetzige Situation lenken«, erläutert der 29-Jährige. Sowohl er als auch Schelberg sind fest davon überzeugt, dass die 46ers in der Bundesliga bleiben.

»Wir sind von der Arbeit von Björn Harmsen absolut überzeugt. Er arbeitet sehr akribisch und zukunftsorientiert – und das ist für uns die Maxime, die wir auch in den nächsten Jahren verfolgen möchten«, konstatiert Schelberg.

Harmsen war im Mai 2011 als Wunschkandidat der LTi 46ers verpflichtet worden. Zurzeit kämpft die mit 16:40 Punkten bestückte und auf Rang 15 stehende Mannschaft um die sportliche Existenz in der BBL. Noch haben es die LTi 46ers selbst in der Hand, in den noch verbleibenden sechs Spielen dem Abstieg zu entgehen. Am heutigen Samstag steht um 20 Uhr in der Osthalle für die Gießener das bedeutsame Heimspiel gegen die Ewe Baskets aus Oldenburg an, die noch Chancen haben, einen Playoff-Platz zu ergattern.

Noch am Donnerstag nach der turnusmäßigen PK auf das Wochenend-Spiel sprach Harmsen darüber, dass die Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung erst einmal hinten angestellt worden waren. Am Abend wurden dann aber nach einer Sitzung mit Schelberg die noch offenen Detailfragen geklärt, der Kontrakt wurde am Freitagmorgen unterzeichnet. »Wir hatten den Gedankenaustausch schon seit Langem«, erklärt Harmsen, der mit Schelberg einer Meinung ist, wie der sportliche Weg und der des Vereins in Zukunft sein soll.

Gleichwohl hat die Chefetage der LTi Gießen 46ers mit der genau zu diesem Zeitpunkt bekannt gegebenen Verlängerung des Vertrages ein eindeutiges Zeichen vor dem Endspurt gegeben – in alle Richtungen. Vor allem in die der Mannschaft, die dem Trainer, den Fans, den Verantwortlichen und der Region zeigen kann, welchen wahren Charakter sie besitzt, dass sie sich des Ernstes der Lage bewusst ist und die drohende Zweitklassigkeit abwendet.

Harmsen freut sich natürlich über das Vertrauen, das ihm und seiner Arbeit entgegengebracht wurde. Für ihn waren mehrere Dinge für seinen Entschluss entscheidend. In seiner Begründung fiel immer wieder der Name Schelberg, der in der kurzen Zeit schon Veränderungen herbeigeführt habe, die den gesamten Klub auf ein deutlich höheres Niveau gehoben haben. »Heiko arbeitet Tag und Nacht und will die Rahmenbedingungen in die bestmöglichsten Bahnen lenken«, so Harmsen. Ein weiterer wichtiger Punkt seiner Pro-46ers-Entscheidung ist das Potenzial, das in der Fangemeinde schlummert. Für ihn ist es eine außergewöhnliche Sache, dass oftmals sogar drei Generationen in die Osthalle kommen und dazu meist noch eine Verbindung zu den 46ers haben.

»In den letzten Jahren ist die Kommunikation mit dem Publikum vernachlässigt worden. Wir müssen die Fans viel mehr ins Boot nehmen und uns so aufstellen, dass wir gemeinsam 46ers sind«, erklärt Harmsen. Gießen sei eine Stadt, die Basketball lebe und mit großer Tradition zelebriere. Dies habe Harmsen in seinem ersten Jahr festgestellt – und das sei das, was er gesucht habe.

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