Handballer starten wieder

Schafft der TV 05/07 Hüttenberg noch den Erstliga-Klassenerhalt? Kann sich die HSG Pohlheim erneut in der 3. Handball-Liga Ost behaupten? Welche Rolle spielen die Drittliga-Frauen der SG Kleenheim ? Hält in der Handball-Bundesliga der männlichen Jugend A der Aufwärtstrend der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen an?

Dies sind nur einige Fragen, die sich mit dem Restart der Handballsaison am kommenden Wochenende stellen. Auch wenn die Profihandballer wegen der beginnenden Europameisterschaft in Serbien noch pausieren, so geht es regional schon wieder voll zur Sache. Die AZ hat sich umgehört:

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Florian Laudt (Kapitän des Erstligisten TV 05/07 Hüttenberg): "Wenn wir noch vier, fünf Heimspiele gewinnen und vielleicht auch auswärts noch mal etwas reißen können, hätten wir 18, 20 Punkte. Dann muss man halt sehen, ob das am Ende reicht. Ich persönlich bin schon überrascht, dass wir so schnell den Anschluss geschafft haben und in der 1. Liga einigermaßen mithalten. Die letzten sieben, acht Spiele haben das gezeigt. Soweit ich mich erinnere, haben wir selbst bei Niederlagen nie höher als mit drei, vier Toren verloren. Elementar für uns wird sein, dass Tomek Jezewski endlich zurückkommt und wir von weiterem Verletzungspech verschont bleiben.

Wir wissen um unsere Nachteile im physischen und athletischen Bereich und werden jetzt in der Vorbereitung noch mehr und intensiver daran arbeiten, damit wir unsere Siegchance, die wir uns bis dahin erarbeitet haben, in den letzten zehn Minuten auch nutzen können. Es ist eben von größter Bedeutung, zum Ende einer Partie hin noch mithalten bzw. nachlegen zu können."

Sebastian Fay (Spielführer des Drittligisten HSG Pohlheim): "Ich bin überzeugt davon, dass wir auch in dieser Serie wieder den Klassenerhalt schaffen. Mit dem Pirna-Spiel, als wir nach unserer Niederlagenserie endlich wieder ein Erfolgserlebnis hatten, haben wir - denke ich - den Tournarround geschafft. Wir haben in der Vorrunde unglücklich ein paar Punkte liegen lassen, wie etwa gegen Duderstadt, als wir zur Pause mit sechs Toren geführt, aber noch verloren haben. Mit unserem Fitnesstrainer Martin Melchior werden wir in den nächsten Tagen die konditionellen Grundlagen legen, wenn dann noch etwas mehr Cleverness und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss hinzukommt, bin ich zuversichtlich. Aber eines ist klar bei dieser Konkurrenz in der 3. Liga, die durch die eingleisige 2. Liga ja praktisch deren untere Hälfte ist, es wird für uns immer ein Überlebenskampf bleiben.

Wenn man die Dimensionen betrachtet, was Spielstätten in Dessau, finanzielle Möglichkeiten in Coburg oder sportliche Qualität in Aue betrifft, dann ist die Schere schon riesig. Unsere größte Stärke, den Zusammenhalt, kann uns aber niemand nehmen."

Constantin Cojocar (Trainer des Frauen-Drittligisten SG Kleenheim): "Wir wollen in dieser Saison eine gute Rolle in der 3. Liga spielen. Die Leistungsdichte ist allerdings enorm, weshalb es für uns zunächst einmal von Bedeutung ist, mit dem Kampf gegen den Abstieg nichts zu tun zu haben. Ich denke, zwischen Platz drei und acht ist alles möglich. Natürlich versuchen wir uns weiterzuentwickeln, um im nächsten Jahr vielleicht höhere Ziele anzugehen. Deshalb habe ich auch um eine weitere Spielzeit verlängert. Als SG Kleenheim sind wir im Frauenhandball in dieser Region die Nummer eins, das muss für uns auch eine Verpflichtung sein. Perspektivisch gesehen sollte man schon den Versuch unternehmen, an die Tür zu 2. Liga anzuklopfen. Dafür arbeiten wir, dafür sind wir alle zu sehr Sportler. Allerdings hat der Verein klipp und klar vorgegeben, dass er kein wirtschaftliches Risiko eingehen wird."

Arno Jung (Trainer des A-Jugend-Bundesligisten HSG Dutenhofen/Münchholzhausen): "Wir wollen natürlich in erster Linie jeden einzelnen Spieler technisch, taktisch und athletisch weiterentwickeln. Dies ist bereits sehr gut gelungen, wir spielen mittlerweile zwei Abwehrsysteme und wissen auch, was gegen 3:2:1- und 6:0-Deckungsformationen zu tun ist. Wir sind entwicklungsmäßig heute schon dort, wo ich eigentlich erst am Ende der Runde sein wollte. Wir arbeiten jetzt schon an einem Rückzugskonzept und beginnen mit der Feinarbeit auf den einzelnen Positionen. Das habe ich, zugegeben, anders erwartet; ich dachte, wir lägen weiter hinten dran. Dass wir nach nur einer Halbserie auf Augenhöhe mit unserem Nachbarn TV Hüttenberg liegen würden, hätte ich nicht für möglich gehalten. Wenn wir in den ersten Rückrundenspielen in Hüttenberg, in Gummersbach und in Völklingen den einen oder anderen Punkt holen, können wir in dieser Saison sogar Platz vier erreichen. Das wäre - ergebnismäßig - sensationell. Insgesamt ist unsere Strategie, die dahintersteckt, die, aus jedem Akteur das persönliche Optimum herauszuholen. Ob dies nun Bundesliga sein wird oder Oberliga, ist deshalb zunächst einmal zweitrangig.

Es macht Spaß, hier und mit den Jungs zu arbeiten. Deren Begeisterung und Trainingsfleiß ist enorm, hier stimmen die Rahmenbedingungen und auch die Kommunikation unter allen Beteiligten wird immer besser. Wir haben ein klares Konzept." (ra)

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